Vollhartmetallwerkzeuge

Andreas Mühlbauer,

Partner für Werkzeuge

Auf der Suche nach zuverlässigen Vollhartmetallwerkzeugen stieß ein Zerspanungsdienstleister und Hersteller von Spannvorrichtungen auf die Werkzeuge von Mapal. In der Folge hat sich eine zuverlässige Partnerschaft entwickelt.

An der Farbe der Späne lässt sich erkennen, wie hart es bei der Bearbeitung zur Sache geht. © Mapal

Start-ups im Bereich Zerspanungsdienstleistungen müssen sich gegen einen harten Wettbewerb durchsetzen. Sie können es sich nicht leisten, bei Beschaffungen Geld zu verschenken. So auch das 2014 gegründete Unternehmen Bonertz Technik aus Föhren, das inzwischen den Sprung vom reinen Dienstleister zum Hersteller innovativer Spannmittel für den Einsatz in Werkzeugmaschinen geschafft hat. Beim Einkauf von Zerspanungswerkzeugen achtet man hier vor allem auf Leistung, Prozesssicherheit und guten Support. „Als wir die Firma 2014 gründeten, hatten wir nur eine CNC-Maschine und arbeiteten zunächst als reiner Zerspanungsdienstleister“, erinnert sich Geschäftsführer Robert Bonertz. Das Unternehmen spezialisierte sich nach und nach immer stärker auf anspruchsvolle Aufgabenstellungen. Bonertz Technik befasst sich mit schwer zu zerspanenden Werkstoffen – speziellen Legierungen, hochfesten Stählen bis 1.100 N/mm2 oder superharten Werkstoffen mit bis zu 60 HRC. Auch Bauteile, die eine aufwendige Aufspannung erfordern, sind eine Spezialität von Bonertz Technik. Beispiele hierfür sind filigrane Strukturen, die unter hohem Zerspanungsanteil aus dem Vollen herausgearbeitet werden müssen. Zufriedene Kunden ermöglichen dem Unternehmen ein schnelles Wachstum. Heute stehen im Fertigungsbereich vier moderne, hochpräzise 3- beziehungsweise 5-Achs-Fräsbearbeitungszentren. Auch die erforderliche Infrastruktur in Bereichen wie Arbeitsvorbereitung, CAD/CAM-Programmierung und Qualitätssicherung besteht.

Anzeige

Entwicklung fortschrittlicher Spanntechnik

„Bei vielen Bearbeitungsaufgaben ärgerten wir uns immer wieder über die Unzulänglichkeiten der verfügbaren Spanntechnik zum Aufspannen der Bauteile“, erinnert sich der Geschäftsführer Patrick Vilfan. Dies zeigte sich vor allem dann, wenn aufgrund der häufigen Produktwechsel die zu bearbeitenden Bauteile umgespannt werden mussten. Wegen der umständlichen Handhabung erforderte dies viel zu viel Zeit, die zulasten der Produktivität ging. Zudem waren die Spannmittel teilweise sehr unförmig und stellten für die Bearbeitung hinderliche Störkonturen dar. Ein weiterer Nachteil der gängigen Spannmittel waren die Bauhöhen, die den verfügbaren Verfahrweg in Z-Richtung begrenzten.

Deshalb entschlossen sich die Verantwortlichen bei Bonertz Technik dazu, bessere Spannmittel herzustellen. Und das nicht nur für den Eigengebrauch, sondern auch für die Vermarktung. Im Laufe der Zeit entstanden so diverse Varianten von 5-Achs-Spannern sowie ein innovativer Maschinentisch als Alternative zu kostspieligen Nullpunktspannsystemen.

Praxistauglichkeit im Vordergrund

„Bei unseren Entwicklungen standen vor allem praktische Erwägungen im Vordergrund“, erläutert Vilfan. Ein wichtiges Merkmal war neben hoher Spannkraft eine weitgehende Modularität im Aufbau. So sind die Grundschienen je nach Ausführungslänge mit einer Vielzahl von Schnittstellen zum Maschinentisch ausgestattet. Der Spannbereich lässt sich durch Zwischenstücke problemlos von 10 bis zu 1.335 mm verlängern, ohne dass es zu Spannkraftverlusten kommt. Die maximale Spannkraft liegt bei 50 kN. Die in verschiedensten Varianten erhältlichen Backen lassen sich werkzeuglos innerhalb weniger Sekunden auswechseln. Im praktischen Einsatz ergaben sich mit den Systemen Rüstzeit-Einsparungen von bis zu 90 Prozent. Ein besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf die Vermeidung von Störkonturen. Deshalb gibt es die Spanner auch in mehreren Höhenvarianten zwischen 130 und 210 mm.

„Der Kontakt mit Bonertz Technik kam vor einigen Jahren eher zufällig zustande, weil man dort als Lohnfertiger Bauteile für eines unserer Tochterunternehmen bearbeitete“, erinnert sich Klaus-Dieter Leick, Anwendungstechniker bei Mapal. So sei er mit Bonertz ins Gespräch gekommen, als dieser Probleme bei der Bearbeitung hochfester Werkzeugstähle mit Trochoidfräsern eines Wettbewerbers hatte.

Robert Bonertz (links) und Patrick Vilfan (rechts) begutachten zusammen mit Mapal-Mitarbeiter Klaus-Dieter Leick ein Wechselkopfwerkzeug. © Mapal

Konkret ging es um Vollhartmetallfräser für Schnitttiefen bis 3×D mit Durchmessern von 8 bis 14 mm, bei deren Einsatz sich herausstellte, dass die Schnittkräfte im Verhältnis zum Spanvolumen wesentlich zu hoch lagen. „Die resultierende Überlastung der Spindel war schon am Maschinengeräusch deutlich zu hören und auch auf den Belastungsdiagrammen der Steuerung zu sehen“, sagt Robert Bonertz. Daraufhin habe ihm Klaus-Dieter Leick einige Mapal-Fräser aus Vollhartmetall zur Verfügung gestellt, um die entsprechenden Bearbeitungen zu testen. Die Ergebnisse überzeugten.

„Dank der Fräser von Mapal gehören die Überlastungsprobleme seitdem der Vergangenheit an. Zudem sind die Standmengen deutlich – bei manchen Aufgaben um bis zu 30 Prozent – angestiegen“, freut sich Bonertz. Seitdem weiß der Geschäftsführer um die Leistungsfähigkeit der Standardwerkzeuge von Mapal. Für die anfallenden Aufgaben benötigt Bonertz Technik vor allem Vollhartmetallwerkzeuge für die Stahlbearbeitung, unter anderem Fräser zum Schruppen und Schlichten, Trochoidfräser, Bohrer und Tiefbohrer sowie Wechselkopfsysteme zum Bohren und Fräsen. Fräser kommen bei Bonertz Technik vor allem im Durchmesserbereich von 2 bis 20 mm, Bohrer im Durchmesserbereich von 1,2 bis 20 mm zum Einsatz.

„Nach den ersten erfolgreichen Anwendungen haben wir nach und nach immer mehr Werkzeuge aus dem Mapal-Portfolio eingesetzt“, sagt Bonertz. Nach den Trochoidfräsern testete das Unternehmen Fräser aus Vollhartmetall zum Schlichten seiner Spannsysteme. Beim zuvor eingesetzten Werkzeug hatte es Mängel an der Oberfläche durch Rattermarken gegeben. Die Werkzeuge von Mapal überzeugten aufgrund ihres besseren Schnittverhaltens und den daraus resultierenden Oberflächen.

HPB-Maschinentische von Bonertz Technik können die veraltete T-Nuten-Norm ablösen und kommen dort zum Einsatz, wo Nullpunktspannsysteme zu unflexibel sind. © Mapal

„Für uns ist die Prozesssicherheit, die uns Werkzeuge bieten, ein sehr wichtiger Aspekt“, erläutert Bonertz. Denn nur so könne der Mitarbeiter nach dem Einrichten die Anlage laufen lassen und sich anderen Aufgaben widmen, ohne zwischenzeitliche Unterbrechungen oder gar Schäden befürchten zu müssen. Auch in dieser Hinsicht seien die Werkzeuge von Mapal ausgezeichnet, bestätigt Bonertz. Die Geschäftsführer überzeugen nicht nur die technischen Faktoren – auch die wirtschaftlichen Aspekte spielen natürlich eine Rolle: „Wir setzen wo immer möglich Wechselkopfsysteme ein.“ Mit nur einem Halter lassen sich verschiedene Wechselköpfe verwenden. Ein Wechselkopf ist deutlich preisgünstiger als ein entsprechendes Komplettwerkzeug samt Halter. „Aus den genannten Gründen – Qualität, Leistungsfähigkeit, Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit – stammen heute rund 80 Prozent unserer eingesetzten VHM-Werkzeuge von Mapal“, sagt Bonertz.

Beratung und Betreuung überzeugen

„Bei Mapal passen die Qualität der Beratung und Betreuung zu den Leistungen der Werkzeuge“, sagt Patrick Vilfan. Denn auch die Betreuung durch den Außendienst sei für Bonertz Technik ein wichtiger Aspekt. Klaus-Dieter Leick halte ständig den Kontakt und stelle bei sich abzeichnendem neuem Bedarf oder bei interessanten neuen Produkten Muster für Tests zur Verfügung. Hinzu komme auch noch die Eigeninitiative von Mapal, beispielsweise wenn ein bestimmtes Produkt aus dem Standardsortiment nicht sofort ab Lager verfügbar ist. „In so einem Fall erhalten wir direkt Alternativvorschläge bezüglich ähnlicher Werkzeuge, mit denen sich das gewünschte Bearbeitungsergebnis ebenfalls erzielen lässt“, sagt Vilfan. Auch diese Betreuung habe dazu beigetragen, dass Mapal ein bevorzugter Ansprechpartner bei neuen Aufgabenstellungen geworden sei.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

On-Demand-Spritzguss

Aus einem Guss

Viele Anwender und Kunden setzen bei der Herstellung von Einzelteilen mithilfe des Spritzgussverfahrens auf traditionelle Vorgehensweisen. Dank moderner Prozesse kann der komplette Fertigungsprozess heute allerdings bereits aus einer Hand kommen.

mehr...

Anzeige

DIGITALE ZERSPANUNG LEICHT GEMACHT

Für die Fertigungsindustrie gilt, dass bereits kleinste Fehler hohe Kosten verursachen können. Um dem zuverlässig vorzubeugen, bietet Sandvik Coromant digitale Bearbeitungslösungen, mit denen Fabriken „Augen und Ohren“ bekommen. 

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Iscar erweitert Portfolio

Neue Camfix-Werkzeughalter

Iscar hat seine Werkzeughalter mit Camfix-Aufnahme für das Drehen, Einstechen und Gewindedrehen erweitert. Zwei Ausführungen stehen zur Verfügung: Ein Bohrstangentyp besteht aus Stahl für Auskraglängen bis 4xD, der andere aus Stahl mit einem...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige