Künstliche Intelligenz in der Fertigung

Melanie Steinbeck,

Trumpf und IPAI bauen europäisches KI-Netzwerk für die Industrie aus

Künstliche Intelligenz verändert die industrielle Fertigung. Doch damit aus Technologie konkrete Anwendungen werden, braucht es mehr als einzelne Lösungen: Es braucht Austausch, Erfahrung und Netzwerke. Genau hier setzt die neue Partnerschaft zwischen dem Hochtechnologieunternehmen Trumpf und dem KI-Netzwerk IPAI in Heilbronn an.

V.l.n.r. Sven Oliver Herhoffer, Hannah Graser (beide bei Trumpf für KI-Strategie verantwortlich), Sarah Engel (Head of AI bei Trumpf), Oliver Greiner (Leiter Unternehmensentwicklung bei Trumpf) und Moritz Gräter, CEO des IPAI, nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. © IPAI

Seit Mitte Juli 2026 ist Trumpf offizieller Partner des IPAI (Innovation Park Artificial Intelligence). Das KI-Netzwerk bringt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und KI-Experten zusammen, um die Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz voranzutreiben. Für Trumpf ist die Zusammenarbeit ein weiterer Schritt, das eigene europäische Netzwerk rund um Unternehmen, Forschung und KI-Kompetenz auszubauen.

Neue Anwendungsfelder für KI in der industriellen Praxis

Ziel der Partnerschaft ist es, Erfahrungen auszutauschen, neue Anwendungsfelder für Künstliche Intelligenz zu erschließen und Innovationen für die industrielle Praxis schneller voranzubringen. Trumpf bringt dabei seine langjährige industrielle Erfahrung ein, während das IPAI die Infrastruktur und das Ökosystem für KI-Entwicklungen bereitstellt. Dazu gehören auch Möglichkeiten, Software mit generativer KI weiterzuentwickeln.

„KI-Transformation ist eine Aufgabe, die Unternehmen gemeinsam angehen sollten. Die Technologie entwickelt sich zu schnell und die Lernkurve ist steil – hier zählt jede Erfahrung, die wir miteinander teilen. Das IPAI schafft den Raum für den Austausch unter KI-Experten, gemeinsame Projekte über Firmengrenzen hinweg und ein Ökosystem, das Talente anzieht. Für Trumpf ist das der richtige Ort, um Teil einer europäischen KI-Community zu sein, die gemeinsam schneller vorankommt“, sagt Sarah Engel, Head of AI bei Trumpf.

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Auch für das IPAI bedeutet die Partnerschaft eine Erweiterung seines industriellen Netzwerks. Moritz Gräter, CEO des IPAI, sieht in Trumpf einen wichtigen Partner für die Verbindung von KI-Forschung und industrieller Anwendung:

„Mit Trumpf begrüßen wir einen absoluten Vorreiter der industriellen Fertigung in unserem Ökosystem. Die tiefe Expertise von Trumpf in der Blechbearbeitung und Lasertechnik zeigt eindrucksvoll, wie praxisnah und verantwortungsvoll KI in der Industrie eingesetzt werden kann. Gemeinsam bündeln wir unsere Kräfte, um technologische Exzellenz noch schneller in die konkrete Anwendung zu bringen und so die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie nachhaltig zu sichern.“

Austausch über Unternehmensgrenzen hinweg

Ein wesentlicher Bestandteil der Zusammenarbeit ist der Zugang zu internationalen KI-Gremien aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Die Experten von Trumpf können sich dort mit Fachkollegen austauschen und voneinander lernen – etwa bei der Entwicklung moderner Softwarelösungen mit generativer KI.

Darüber hinaus bietet das IPAI Reallaborflächen, auf denen KI-basierte Lösungen unter realen Bedingungen getestet und weiterentwickelt werden können. Diese Möglichkeiten möchte Trumpf nutzen, um unter anderem Robotern komplexe Handhabungsaufgaben in der Blechfertigung anzutrainieren.

Damit geht es nicht nur um technologische Entwicklung im Labor, sondern um die Frage, wie KI in der industriellen Praxis eingesetzt werden kann. Gerade in der Fertigung entstehen zahlreiche Anwendungsfelder, in denen intelligente Systeme Prozesse unterstützen, Qualität verbessern oder neue Automatisierungsmöglichkeiten schaffen können.

KI-Anwendungen bereits im Einsatz

Die neuen Lösungen SortMaster Station und SortMaster Vision von Trumpf ermöglichen, ohne Programmierung vollautomatisch abzusortieren. © Trumpf Gruppe

Trumpf verfügt bereits über verschiedene KI-Lösungen für die Fertigung, die am Markt verfügbar sind. Ein Beispiel ist der „SortMaster-Vision“. Die Lösung für die Blechfertigung setzt auf einen KI-basierten Roboter, der Bauteile selbstständig sortiert und dem passenden Auftrag zuordnet.

Ein weiteres Beispiel ist „VisionLine Inspect“. Mit dieser Technologie lässt sich die Qualität von Schweißnähten überprüfen, etwa bei Anwendungen in der Elektromobilität.

Mit der Partnerschaft mit dem IPAI will Trumpf diese Entwicklung weiter vorantreiben und den Austausch innerhalb einer europäischen KI-Community stärken. Der Anspruch: industrielle Erfahrung und KI-Kompetenz so zusammenzubringen, dass aus technologischen Möglichkeiten konkrete Lösungen für die Fertigung entstehen.

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