Editorial
Branchen, verbindet euch!
Als ich 2008 bei der „Elektronik“, dem Fachmedium für Elektronikentwickler und industrielle Anwender, anfing, diskutierte die Branche gerade über Cyber Physical Systems und das Internet of Things. Es ging um die allumfassende Vernetzung der Welt. Als 2011 der Begriff Industrie 4.0 erstmals im Rahmen der Hannover Messe auf die Welt losgelassen wurde, hatte die Elektronikbranche bereits erste verfügbare Produkte und Lösungen für das Internet of Things und damit der Industrie 4.0 im Sortiment und gleichzeitig die ersten auftretenden Probleme der Digitalisierung und Vernetzung gelöst.
2016 verließ ich die Elektronikbranche in Richtung Maschinenbau und Produktion und wurde dort mit den selben Fragen bezüglich Digitalisierung und Internet of Things and Services konfrontiert, die einige Zeit zuvor die Elektronikbranche fest im Griff hatten: Digitalisierung, digitale Transformation, Kommunikationsfähigkeit, Steigerung des Automatisierungsgrads et cetera.
Im Laufe weniger Wochen stellte ich fest, dass zwar im Grunde die gleichen Fragen gestellt, die gleichen Schlüsse gezogen und dementsprechend ziemlich ähnliche Lösungsansätze gefunden wurden, aber es nie wirklich zu einem Austausch zwischen den beiden Branchen kam, die doch so viel voneinander profitieren könnten.
Eigentlich wäre anzunehmen, dass sich die verschiedenen Branchen auf Messen träfen, doch auch hier bleibt man lieber unter sich. Zwar sind die Entwicklungsabteilungen beispielsweise von Werkzeugmaschinenherstellern auf Messen wie der SPS und Embedded World anzutreffen, doch wären diese Veranstaltungen auch für Lohnfertiger oder Unternehmen, die ihre Produktion intelligent vernetzen oder die Anwendung von künstlicher Intelligenz prüfen möchten, von hohem Interesse. Denn traditionell ist die Elektronikbranche immer einige Jahre voraus. KI, Deep Learning, Machine Learning, 5G – all das sind Themen, die in der Elektronik und im Embedded-Bereich schon seit einigen Jahren eine zentrale Rolle spielen.
Auf der Hannover Messe waren Ansätze zu sehen, wie Branchen zusammenkommen und gemeinsam erfolgreich sein könnten. Alle Verbände forderten mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit. Der VDE hat es klar formuliert: CEO Ansgar Hinz forderte mehr Branchenkonvergenz und Globalisierung. Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik müssen zusammenrücken, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu sichern. Hinz in seinem Statement: „Unsere Stärke liegt in der Verknüpfung unseres industriellen Prozess- und Automatisierungs-Know-how mit einem modernen KI-Methodenbaukasten. Das ist eventuell unsere einzige Chance – die Verbindung von KI und unserem Know-how in der industriellen Produktion und Automatisierung in den entsprechenden Anwendungsfeldern.“
Wir vom Fachmedium SCOPE freuen uns über solche Aussagen, denn sie zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Im Mai letzten Jahres haben wir uns zum Ziel gesetzt, über für die produzierende Industrie wichtige und spannende Technologien aus den Branchen Produktion, Informationstechnologie und Elektronik zu schreiben. Unser Motto: Wir verbinden Branchen! Und das lesen Sie in jeder unserer Ausgaben und auf scope-online.de!









