Etampa
Stanzwerkzeuge präzise fertigen
Beim Stanzen und beim Feinschneiden entstehen im Komplett-Schnitt oder mittels Folgeverbund-Technologie Stanz- und Feinschneideteile, deren Werkzeuge zumeist viele unterschiedliche Arbeitsschritte beinhalten und die höchst präzise aufeinander abgestimmt sind. Warum es in Konstruktion und Werkzeugbau auf jeden noch so kleinen Schritt (und Schnitt) ankommt, beschreibt ein Blick hinter die Kulissen des Schweizer Unternehmens Etampa.
Am Anfang eines Neuprojektes steht immer eine Zeichnung, die den Hersteller in einem unterschiedlich frühen oder späten Produkt- oder Teile-Planungsstadium erreicht. Sie ist Grundlage des zu fertigenden Teils und muss gründlich auf Herz und Nieren geprüft werden. Viele Kunden legen dabei großen Wert auf das aktive Co-Engineering und die große Erfahrung der Präzisions-Fertiger. Daniel Brügger, CEO des Schweizer Unternehmens Etampa: „Unsere Expertise und technischer Input werden vor allem deshalb geschätzt, weil Produktionen dadurch optimaler und auch schneller realisierbar sind. Voraussetzung dafür ist, dass wir die Anforderungen und Funktionsweise der zu fertigenden Teile genauestens verstehen, erst dann können wir entsprechende Funktionstoleranzen und Prüfvorschriften festlegen.“
Ein gemeinsam erarbeitetes, stanzoptimiertes Design habe einen nachhaltigen Einfluss auf die Werkzeugkonzeption, auf Nachschleifzyklen und Lebensdauer der Werkzeuge. Und natürlich seien die Auswirkungen auch auf die Produktion an sich nicht zu unterschätzen. Brügger: „Wir sagen unseren Kunden, wenn sich durch geringfügige Veränderungen an der ursprünglichen Teileplanung die Produktivität deutlich erhöhen würde. Und wir weisen selbstverständlich darauf hin, wenn wir das zu fertigende Teil durch veränderte Toleranzen oder andere Materialien günstiger produzieren könnten. Es ist enorm, wieviel Potenzial hier brach liegt, da ist noch ganz viel Luft nach oben.“

10 Dinge, die man beim Stanzen und Feinschneiden beachten sollte
Etampa fertigt nach Kunden-Anforderung hochkomplexe Feinschneide- und Stanzteile. Der Stanzspezialist weiß: Vor dem Bau der jeweiligen Werkzeuge sind präzise Überlegungen und Abwägungen erforderlich. Im Folgenden verrät er 10 Tipps, die man beim Stanzen und Feinschneiden beachten sollte.
Marco Costa, Konstrukteur aus Leidenschaft und seit fast 20 Jahren Konstruktionsleiter bei Etampa, kennt dieses Thema nur zu gut: „Optimierungen lassen sich keinesfalls nur dadurch erzielen, dass man mehrspurig fertigt, den Streifen optimal ausnutzt und allein schon dadurch die Nutzung der Rohstoffe optimiert. Vielen Kunden ist gar nicht klar, dass die Auswahl des richtigen Materials für den Stanz- oder Feinschneideprozess ein sehr erheblicher Schlüssel zum Erfolg ist. Manche Anforderungen schreiben beispielsweise vor, dass als Material Stahl verwendet werden muss, der anschließend verzinkt werden soll. Das geht meistens aber einfacher und kostengünstiger, indem man anstelle von Stahl rostfreien Stahl verwendet und sich dadurch das Verzinken sparen kann, zumal ein nachträgliches Verzinken je nach Gegebenheit wieder ganz andere Aufgabenstellungen hervorrufen könnte.“
Generell gelte, dass man sich bei der Verwendung von rostfreien Stählen eine weitere Oberflächenbehandlung der Stanz- oder Feinschneideteile oftmals ersparen könne: „Rostfreie Stähle sind - das liegt in der Natur der Sache - korrosionsbeständig. Sie sind aber auch sehr gut lagerbar und zuweilen auch, je nach Dicke des verarbeiteten Materials und je nach Anforderungen an das Stanzteil, besser stanzbar als beispielsweise Buntmetalle,“ erläutert Costa.
Ist die Konstruktionszeichnung angefertigt und die Materialfrage geklärt, ist der nächste wichtige und vor allem unabdingbare Schritt die Machbarkeitsanalyse. Costa: „Mit der Machbarkeitsanalyse des zu fertigenden Teils übernehmen wir eine sehr große Verantwortung, und auch hier gilt, dass wir die von den Kunden eingereichten Zeichnungen nicht immer als gegeben ansehen können. Ein Teil der Skizzen muss prozessbedingt hinterfragt werden und ist nicht so anwendbar wie eingereicht. Das Thema ist nicht zu unterschätzen: es gibt - herstellungsabhängig - unvollständige Zeichnungen, nicht alle Materialien sind komplett definiert, und auch angegebene Materialstärken oder gewünschte Toleranzen erfordern genaueste Rückfragen unsererseits.“
Denn eines, und das unterstreicht auch Brügger nachhaltig, stehe fest und verdeutliche die Verantwortung, die man mit Feststellung der Machbarkeit eines Produktionsteils ausspreche: „Wir haben genau einen Versuch. Wenn wir einmal gesagt haben, dass eine Machbarkeit gegeben und gewährleistet ist, dann können wir diese Aussage später nicht mehr widerrufen - schon gar nicht mit dem Hinweis auf eine zuvor unfertige oder unzureichende Zeichnung. Es ist unsere Verantwortung, schon im Vorfeld alle Konstruktions- und Produktionseventualitäten in Betracht zu ziehen und diese bei der Aussage zur Machbarkeit entsprechend zu berücksichtigen.“ Man müsse in jedem einzelnen Fall abwägen, ob ein Teil so gefertigt werden könne, wie der Kunde es sich vorstellt. Dazu gehöre auch, dass man beurteilen müsse, ob die gewünschten Umformungen, die das zu fertigende Teil mit sich bringt, überhaupt schlüssig und auch realisierbar seien, und ob die einzelnen Arbeitsschritte auch in der richtigen Reihenfolge angelegt sind. Wenn beispielsweise ein Teil gebogen, quergelocht, tiefgezogen und geprägt werden soll, dann sei es sehr entscheidend, welcher dieser Arbeitsvorgänge zuerst und welcher zuletzt erledigt werde. Und Costa ergänzt: „Das Resultat beim Feinschneiden sind rechtwinklige Schnitte und Glattschnittanteile bis zu 100 Prozent. Das bedeutet, dass Dank der hohen Form- und Maßgenauigkeit weitere Nachbearbeitungsschritte wie beispielsweise das Entgraten oder Schleifen teilweise oder sogar ganz entfallen können.“ ee










