Zerspanen
Neues vom Bohren
Zerspanen und Führen des Werkzeugs in der Bohrung sind kennzeichnend für Werkzeuge zur Bohrungsbearbeitung. Bei den Vollbohrern sind dies typischerweise zwei Schneiden, die bis zur Mitte gehen, und zwei Führungsfasen entlang der Nebenschneide. Dass dies nicht so bleiben muss, zeigt der neue Miller-Bohrer. Insgesamt vier Schneiden und Führungsfasen führen bei diesem Bohrer zu wesentlich höheren Arbeitsleistungen und besseren Bohrungsqualitäten.
Die Leistungssteigerung kann sowohl beim Voll- als auch beim Aufbohren genutzt werden. Je zwei Vollbohr- und Aufbohrschneiden übernehmen die Zerspanung des Materials. Die Schneidenanordnung und der entsprechende Anschliff ermöglichen Arbeitswerte zum Beispiel beim Vollbohren in Aluminium von 200 Metern pro Minute und Vorschübe von 0,8 Millimetern pro Umdrehung. Dabei sorgen die vier Führungsfasen für Oberflächenqualitäten im Bereich von Rz 4 mm, Rundheiten unter 4 mm und eine hohe Maßkonstanz. Vorteilhaft wirken sich die Führungsfasen auch bei der Bearbeitung von unterbrochenen Bohrungen aus. Selbstverständlich zeigt dieser neue Bohrer seine Leistungsfähigkeit ebenso in Stahl- und Gusswerkstoffen.
Bei dieser neuen Baureihe kommt eine spezielle Beschichtung zum Einsatz. Diese hat sich bereits bei anderen Bohrern bewährt. Das Werkzeug ist gleichermaßen für die Nassbearbeitung und die Bearbeitung mit Minimalmengenschmierung geeignet. Das Standardprogramm umfasst Baureihen mit 5 oder 8 × D.
Zwischen dem klassischen Bohren, Senken, Reiben bis zur Bearbeitung mit nur einem Werkzeug liegt die Erfindung der Bohrreibahle. Mit den Erfahrungen auf beiden Gebieten hat Miller die Baureihen der Bohr-Reibahlen entwickelt und am Markt eingeführt. Für den Einsatz dieser Werkzeuge gibt es eine Vielzahl geeigneter Bohrungen. So bieten sich Positionsbohrungen in Zylinderköpfen, Kurbel- oder Getriebegehäusen an. Bei der Bearbeitung solcher Teile auf Transferstraßen kann eine komplette Station entfallen. Auf Bearbeitungszentren verkürzen sich die Haupt- und Nebenzeiten entsprechend.
Bei der Bohr-Reibahle übernehmen zwei Bohrschneiden zunächst die Bearbeitung ins Volle. Die Schneidengeometrie, die Beschichtung und die vorzugsweise eingesetzte Innenkühlung ermöglichen hohe Arbeitswerte. Je nach Baureihe sorgen dann vier oder sechs Reibschneiden dafür, dass die erwartete Qualität erreicht wird. Diese Schneiden sind durch den Hinterschliff der Bohrschneiden nach hinten versetzt und haben einen 0,2 Millimeter größeren Durchmesser, der exakt entsprechend dem Fertigmaß geschliffen ist. Die Anzahl der Führungsfasen, die der Schneidenzahl entspricht, sowie die Auslegung der Fasenbreite, garantiert Oberflächen, Maßhaltigkeit und Rundheiten wie beim Reiben. Die Arbeitswerte für den Einsatz der Bohr-Reibahle entsprechen denen beim Bohren und reichen je nach Material und Werkzeugdurchmesser bis über 100 Metern pro Minute Schnittgeschwindigkeit und Vorschüben von 0,6 Millimetern pro Umdrehung. Trotz der vielen Schneiden und Führungsfasen sind diese Werkzeuge so einfach nachschleifbar wie normale Bohrer.dc









