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Artikel und Hintergründe zum Thema

Sprühanlagensystem

Feinschneidpressen optimal befetten

Das Unternehmen Feintool gilt in der Branche seit Jahrzehnten als Trendsetter der verfeinerten Stanztechnik. Zahlreiche Zulieferer der Automobil- und Elektrotechnik sowie der Medizintechnik setzen auf die Maschinen und Anlagen für hochpräzise Teile. Feintool selbst ist mit dem Geschäftsbereich Feintool System Parts weltweit als Produzent und Zulieferer von Feinschneidteilen aktiv. Für die Qualität der Teile sorgt eine Befettungstechnologie von Raziol. Das ausgeklügelte System sorgt für hohe Werkzeugstandzeiten und die Präzision der Teile.

Feintool System Parts gilt weltweit als führender Anwender der Feinschneidtechnik. Am Standort Jena werden jährlich viele Millionen höchstpräzise Teile für die Automobil- und Elektroindustrie, für die Medizintechnik und den Maschinenbau produziert. Bilder: Kuhn

Beim Betreten einer von mehreren Fertigungshallen der Feintool System Parts in Jena stechen dem Betrachter sofort die zahlreichen Stahlcoils ins Auge. Das Klicken und Klacken der Stanzgeräusche ist Zeichen dafür, dass die Produktion auf Hochtouren läuft. Mehrere Feintool-Feinschneidpressen des Typs HFAplus stehen in einer Linie. Sie produzieren geschnittene und umgeformte Teile – sogenannte Feinschneidteile –, die von der Maschine fertigfallend ihre Verwendung in Hightech-Komponenten finden, insbesondere in der Automobilindustrie, aber auch in der Elektroindustrie oder in der Medizintechnik und im Maschinenbau.

Die Befettungsanlage ist für drei Medien ausgelegt. Der Wechsel erfolgt automatisch. Raziol hat hierfür ein Komplettsystem geliefert, das die Dosiersteuerung, eine Heizung sowie die Medienvesorgungseinheiten (gelbe Behälter) umfasst.

Feintool System Parts ist einer von mehreren Feintool-Standorten weltweit, die hochpräzise Teile herstellen. Das Unternehmen gilt als führender Automobilzulieferer für nahezu alle Premiummarken. Es gibt kaum ein bekanntes Fahrzeug, in dessen Getriebe, in der Sitzmechanik oder in anderen Baugruppen nicht eines oder mehrere Feintool-Bauteile verbaut sind. Ohnehin gilt Feintool als Erfinder der Feinschneidtechnologie und als Technologieführer mit reichem Erfahrungsschatz und Qualitätsbewusstsein. Das Feinschneiden ähnelt vielleicht dem „normalen“ Stanzen, hat aber einen komplett anderen, höheren Anspruch. Während normal gestanzte Teile beispielsweise Trennflächen mit einem Glattschnitt- und einem Abrissanteil aufweisen, spannen beim Feinschneiden Ringzackenkraft und Gegenkraft den Werkstoff fest ein. Erst danach folgt die Schneidkraft. Dadurch entstehen im Vergleich zum Normalstanzen absolut saubere, rechtwinklige und ebene Teile. Feingeschnittene Teile sind nach dem Fertigungsprozess praktisch sofort einbaufertig. Somit eröffnet das Feinschneiden Möglichkeiten, Schneid- und Umformvorgänge in mehrstufigen Werkzeugen zu kombinieren und werkzeugfallend einbaufertige Teile mit nur einer Presse herzustellen. In der Serienproduktion entstehen so wirtschaftlich und technisch höchst anspruchsvolle Multifunktionsteile.

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Feintool System Parts in Jena deckt in Sachen Feinschneiden die gesamte Prozesskette ab. Diese beginnt bei der Kundenberatung und der Teilegestaltung über die optimale und spezifische Werkstoffwahl für das Feinschneidteil, einer innovativen Werkzeugtechnik, die eigentliche Fertigungstechnik auf Feintool-Feinschneidpressen bis hin zur Schmierstofftechnik. Letztere gilt für die Feinschneidexperten als elementare Technologie bei der Herstellung der Feinschneidteile. Gerade innovative Fertigungsverfahren verlangen mit Blick auf hohe Werkzeugstandzeiten und einen nahezu 100%igen, ausschussfreien Produktionsoutput mit einem sicheren, kontrollierten und gleichbleibenden Fertigungsprozess nach einer optimalen Schmier- beziehungsweise Befettungstechnik. Erst die penible Abstimmung von Schmierstoffen, Werkstückwerkstoffen und Werkzeugen ist Garant für einen sicheren und wirtschaftlichen Fertigungsprozess. Grund genug, bei der Auswahl von Lieferanten nur auf erste Adressen zu setzen. So entschied sich Feintool Jena in Sachen Befettungs- und Beölungstechnik für die jahrzehntelange Erfahrung des Tribologie-Spezialisten Raziol Zibulla & Sohn aus dem sauerländischen Iserlohn.

Medienwechsel auf Knopfdruck

Raziol selbst gilt in der Branche der Stanz- und Umformtechnik schon seit 70 Jahren als beste Adresse für eine optimale und sichere Schmiertechnik. Das Familienunternehmen entwickelt und produziert einerseits eine Vielzahl von leistungsstarken und teils auch kundenspezifischen Schmierstoffen, andererseits die Applikationstechnik, um Schmierstoffe exakt dosiert und zielgerichtet (sektoriell oder partiell) auf das Blech oder Band aufzubringen. Bei Feintool sind die zahlreichen Feinschneidpressen jeweils mit einer schmierstofftechnischen Komplettlösung ausgestattet. Im Mittelpunkt steht dabei das Raziol-Sprühanlagensystem SKT-HFAplus 450/18-50-H3. Wobei die Zahl 450 für die maximale Befettungsbreite des Bandes steht, auf die drei unterschiedliche Medien entweder sektoriell oder partiell aufgebracht werden können. Je nach Produkt beziehungsweise Band kann der Anwender mithilfe der Steuereinheit und quasi per Knopfdruck von einem Medium auf das andere umschalten.

Außerdem ergänzen die Raziol-Lösung eine Dosiersteuerung sowie Heizung und Medienversorgungseinheit. Letztere ist, bestehend aus drei 40 Liter fassenden Druckbehältern für drei verschiedene Ölsorten, direkt neben den Feinschneidpressen installiert. Derzeit werden die Druckbehälter noch von Hand befüllt. Im Rahmen einer weiteren Ausbaustufe geschieht die Befüllung künftig automatisch. Dabei werden die Medien aus sich im Keller befindlichen Druckvorratsbehältern über entsprechende Druckleitungen zu den Druckbehältern geleitet. Für die sichere Versorgung der Befettung ist den Druckvorratsbehältern je ein Durchflussmengenmesser mit 820 Impulsen pro Liter nachgeschaltet. Diese Raziol-Durchflussmess-Systeme ermöglichen eine Online-Überwachung, Regelung und Protokollierung des Verbrauchs von Umformschmierstoffen, die auf Platinen und Bandmaterial aufgetragen werden. Die Anwendung der Raziol-Durchflussmess-Systeme erfolgt autark oder eingebunden in ein Rollenbandöler- oder ein Sprühanlagenkonzept. Alle Durchflussmess-Systeme werden vor Verlassen des Werkes in Abhängigkeit der kundenseitigen Gegebenheiten, des gewünschten Messbereiches und der chemisch-physikalischen Eigenschaften kalibriert. Gleichzeitig bietet Raziol eine jährliche Wartung und, falls erforderlich, eine Neukalibrierung der Geräte an.

Bei Feintool System Parts in Jena ist ein Sprühanlagenkonzept im Einsatz. In der Premium-Version bietet es eine produkt-abhängige Speicherung der gewünschten Auftragsmenge im jeweiligen Befettungsbild. Die Raziol-Steuerung überprüft den Durchfluss, überwacht den Füllstand und protokolliert diese Parameter. Für Mario Krause und Kai Wiegand, die bei Feintool einerseits für die Prozessoptimierung von Feinschneidteilen und deren absolute Qualität bei hohem Output und andererseits auch für den Umweltschutz und die Wirtschaftlichkeit durch höhere Werkzeugstandzeiten verantwortlich sind, spielt das gesamte Sprühanlagenkonzept eine elementare Rolle.

Daten in Echtzeit

Mithilfe des Tribologie-Spezialisten Raziol wollen Krause und Wiegand das System in naher Zukunft in Industrie 4.0 überführen. Das bedeutet eine exakte Verbrauchsmengenüberwachung und Verbrauchsmengenerfassung, die von einer automatischen Düsenprüfung und einem von Raziol entwickelten Düsen-Kalibrierungsprogramm unterstützt wird. Das gesamte System soll über einen Leitstand programmiert, geregelt und überwacht werden. Dazu gehören eine, wenn erforderlich, vollautomatische Nachregelung der Schmierstoffmenge (g/m2) und ein Betriebstagebuch „Automatische Kalibrierungskontrollen“ für die Düsen inklusive Auswertung im integrierten Steuerungs- und Anlagenkonzept. Davon erhofft man sich bei Feintool System Parts eine intelligentere und flexible Produktion. Die Raziol-Soft- und -Hardwarelösungen geben dann alle relevanten Prozessdaten in Echtzeit wieder. Für Vergleiche und Änderungen der Fertigungsbedingungen werden alle Daten gesammelt, aufbereitet und in entsprechenden Datensätzen verwaltet. Dietmar Kuhn/kf

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