Formula Student
Studierende der Hochschule Darmstadt testen fahrerloses Rennsystem
Die Hochschule Darmstadt (h_da) bereitet ihr studentisches Rennteam auf einen technologischen Sprung vor: Das „FaSTDa“-Team, in dem Studierende aus den Bereichen Maschinenbau und Automobilentwicklung, Informatik, Elektrotechnik sowie Optotechnik und Bildverarbeitung zusammenarbeiten, entwickelt derzeit ein autonomes System für seinen neuen Elektro-Rennwagen „F26“. Beim Formula Student-Wettbewerb im Sommer in Tschechien wollen die Studierenden erstmals mit einem selbst entwickelten fahrerlosen System in der Driverless-Kategorie antreten. Das neue Fahrzeug wurde nun auf dem Campus der Hochschule im Rahmen eines offiziellen Roll-outs erstmals öffentlich präsentiert.
Die Formula Student lebt traditionell vom Wettbewerb um Zehntelsekunden und vom Engagement der Studierenden, die ihre Fahrzeuge selbst konstruieren und fahren. Auch körperliche Voraussetzungen spielten bislang eine gewisse Rolle, denn wer leichter und kleiner ist, hat bei der Auswahl der Fahrerplätze oft Vorteile. Diese begehrten Cockpits könnten künftig jedoch häufiger unbesetzt bleiben: Mit dem „F26“ beginnt das FaSTDa-Team der Hochschule Darmstadt nach eigenen Angaben eine neue Phase, in der das Fahren zunehmend von Software übernommen wird.
Beim Rennen Mitte Juli in Tschechien soll das erstmals der Fall sein. Dann tritt das Team mit einem vollständig selbst entwickelten autonomen System an, das die Kontrolle über Lenkung, Bremse und Antrieb übernimmt. Der Schritt verändert das Fahrzeugkonzept grundlegend: Statt menschlicher Fahrer steuert ein komplexes Zusammenspiel aus Sensorik, Elektronik und Software den Rennwagen.
Dafür musste der „F26“ neu gedacht werden. Neben deutlich umfangreicherer elektrischer und mechanischer Architektur erfordert das System Know-how aus unterschiedlichen Disziplinen. Entsprechend ist das Team interdisziplinär aufgestellt: Neben Maschinenbau und Automobilentwicklung sind auch Studierende aus Informatik, Elektrotechnik sowie Optotechnik und Bildverarbeitung beteiligt.
Für die Saison 2026 hat das h_da-Team insgesamt drei Wettbewerbe vorgesehen. Nach dem Auftakt in Tschechien folgt Ende August ein Rennen in Frankreich, Anfang September geht es nach Italien, dort allerdings wieder mit Fahrerinnen und Fahrern im Cockpit. Im vergangenen Jahr konnte das Team bereits einen Erfolg verbuchen: Beim Wettbewerb in Lyon belegte es in der Disziplin „Skid Pad“, einer liegenden Acht, den zweiten Platz in der Gesamtwertung unter mehr als 40 internationalen Teams.
„Obwohl die Umstellung auf den Elektroantrieb noch gar nicht lange zurückliegt, hat sich das Team mit “driverless” gleich die nächste herausfordernde Aufgabe vorgenommen. Das zeigt einmal mehr, mit welch großartiger Motivation und welch riesigem Engagement die Studierenden das Projekt leben“, sagt Prof. Dr. Florian van de Loo, der als Faculty Advisor das studentische Team begleitet.
Das FaSTDa-Team umfasst derzeit rund 40 Studierende aus 16 Studiengängen. Einige bringen Erfahrungen aus technischen Berufen oder dem semi-professionellen Motorsport mit. Betreut wird das Projekt von Prof. Dr. Florian van de Loo sowie weiteren Lehrenden aus den Bereichen Maschinenbau und Kunststofftechnik sowie Elektrotechnik und Informationstechnik. Finanziert wird das Rennwagenprojekt durch eine Reihe von Unternehmenssponsoren.
Die Hochschule Darmstadt selbst zählt mit rund 14.000 Studierenden zu den größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Deutschland. Sie bietet praxisorientierte Studiengänge in MINT-Fächern, Wirtschaft und Gesellschaft sowie Architektur, Medien und Design an. Forschung und Lehre sind stark auf Zukunftsthemen wie nachhaltige Entwicklung, Mobilität und Digitalisierung ausgerichtet. Zudem betreibt die Hochschule ein eigenes Promotionszentrum für Nachhaltigkeitswissenschaften und vergibt als erste deutsche Hochschule den Doktortitel in diesem Bereich. International engagiert sie sich in der europäischen Hochschulallianz „European University of Technology (EUT+)“.









