Digitale Transformation
Automatisierte Fördertechnik
Die zunehmende Automatisierung logistischer Prozesse in Produktion und Intralogistik ist und bleibt für Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsfaktor und ein Garant für ihre Resilienz. Fahrerlose Transportsysteme (FTS) kombiniert mit stationärer Fördertechnik und automatisierten Lagerlösungen tragen zur Steigerung der Effizienz bei und bieten auch durch die verbesserte Prozesstransparenz (Data & Process Mining) den einfachen und ressourceneffizienten Einstieg in die digitale Transformation.
Mit dem Einsatz von FTS liegt der Fokus im Wesentlichen auf den Zielgrößen gesteigerte Flexibilität, verbesserte Anpassungsfähigkeit, erhöhte erzielbare Logistik- leistung und Verfügbarkeit der Systeme (Condition Monitoring & Predictive Maintenance). Neben diesen Merkmalen sind die Reduzierung kostenintensiver gebundener Produktions- und Logistikflächen sowie die Schaffung zusätzlicher Verkehrswege durch Mehrfachnutzung, ohne dabei die Grundfläche zu erhöhen, weitere Optimierungsmaßnahmen. Verschwendungen, wie sie sich nach den LEAN-Prinzipien definieren lassen, können durch den Einsatz von ganzheitlichen Logistikkonzepten in Verbindung mit FTS so auf ein Minimum reduziert werden.
Das FTS Gebhardt Karis ergänzt den Lösungsraum stationärer Fördersystemen für Lager und Produktion, bricht starre Logistikketten auf und bringt die erforderliche Flexibilität in den Warenfluss. Damit legt das FTS die Grundlagen für moderne und effiziente Materialflüsse in volatilen Zeiten von Industrie 4.0, Pandemien, schwankenden Absatzmengen und Rohstoffknappheit. Somit schafft Karis eine wandelbare sowie zukunftsfähige Lösung, die sich einfach und skalierbar den sich ändernden Umgebungsbedingungen anpassen lässt.
Skalierbar und leistungsfähig
Ob Produktion oder Logistik, ob Bereichs- oder Stationsversorgung – unterschiedliche Gegebenheiten erfordern unterschiedliche Lösungen. Dank seiner Modularität und seines Baukastenansatzes ist das Karis-Portfolio individuell konfigurierbar und dadurch flexibel einsetzbar. Die Karis-Funktionalität umfasst die autonome, bedarfsgesteuerte Aufgaben- und Auftragsverteilung sowie eine dezentral gesteuerte, infrastrukturunabhängige Materialversorgung innerhalb der Logistik oder an der Montagelinie – auch über große Distanzen hinweg. Allein oder im Mischeinsatz, das FTS Karis fügt sich nahtlos in die Unternehmens-, Produktions- und Warenwirtschaftssteuerung ein. Darüber hinaus sorgen die vielfältigen Transportanwendungen für eine engere, effizientere und zuverlässigere Taktung der einzelnen Bereiche.
Mit seinen drei Grundbauformen in Verbindung mit unterschiedlichen frei konfigurierbaren Optionen zur Lastaufnahme und zum Lasthandling sind alle Ausführungen für den Transport von Behältern, Tablaren, Kartonagen und anderen Ladungsträgern bis zu einem Gewicht von 1.500 kg bereits im Standard abgedeckt. Des Weiteren ermöglicht die Fertigungstiefe sogar die Realisierung von Sonderlastaufnahmemitteln, damit kein Wunsch offen bleibt. Mit einem Footprint von 575 x 700 mm für die kleinste und 900 x 1.300 mm für die größte Bauform, sowie mit einer maximalen Geschwindigkeit von 1,8 m/s und einem maximalen optionalen Hub der Ladeebene von bis zu 250 mm, lassen sich nahezu alle Transportaufgaben passgenau und wendig realisieren. Als Lasthandling dient wahlweise eine feste Trägerplatte (passiv) oder ein angetriebenes Lastaufnahmemittel (LAM), wie zum Beispiel ein Rollenförderer (aktiv).
Sicher und effizient
Das Karis ist mit hochintegrierten Sicherheitsfunktionen ausgestattet: Modernste Sensorik verhindert Kollisionen mit Menschen oder Hindernissen und bietet höchste Sicherheit im gesamten Arbeitsbereich. Fahrbewegungen werden permanent überwacht. Die Fahrzeuge stoppen selbstständig und absolut zuverlässig vor Hindernissen. Die verteilte Sicherheitsarchitektur erlaubt Anpassungen an neue Ladungsträger und Umgebungsbedingungen. Ein 360°-Schutzfeld mit Laserscannern ertastet permanent das Umfeld ohne tote Winkel. Diese Ausstattung ermöglicht den Betrieb in beide Fahrtrichtungen bei gleichem Tempo. Über WLAN respektive 5G kommuniziert das Fahrzeug mit dem Leitrechner und erreicht mittels der integrierten optischen Navigation zielsicher die vorgegebenen Positionen mit einer Genauigkeit von bis zu +/– 10 mm.
Individuell kombinierbare und dem Anwendungsfall angepasste Softwaremodule, die Funktionen aus den Rubriken Traffic-Management zur punktindividuellen Verkehrsregelung und dem Energiemanagement zur Steuerung des Energieverbrauchs abdecken, stellen die hohe Effizienz und Verfügbarkeit des Flottenverbandes sicher. Auf dieser Basis und für ein Höchstmaß an Abarbeitungseffizienz interagiert das Order-Management-Modul mit diversen Logistikstrategien zur Abarbeitung der anstehenden Transportaufträge – und das bauformunabhängig sowie systemübergreifend. In Summe bilden die Module zusammen mit der Gebhardt-StoreWare durch ihre Kombinatorik die erforderlichen Strategien innerhalb eine Software-Topologie ab, die der Betreiber für ein effizient funktionierendes Hallenökosystem braucht. Ein wesentliches Element auf dem Weg zur Smart Factory.
End-of-Line-Lösungen integriert
Dass durch den Einsatz mobiler autonomer Systeme eine optimale Verkettung von zum Beispiel End-of-Line-Lösungen neu gedacht werden kann, zeigte die Zusammenarbeit zwischen Gebhardt und dem Unternehmen Mosca, das seit über 50 Jahren im Bereich Umreifungstechnik und Transportgutsicherung erfolgreich ist. In dem gemeinsam entwickelte Lösungsansatz sorgt das Karis-System für eine bestmögliche Anbindung der stationären Umreifungsmaschinen von Mosca an den Warenfluss. Das Ergebnis ist ein unterbrechungsfreier und lückenloser Materialfluss über stationäre und flexible Intralogistik-Komponenten hinweg. „Für uns stehen stationäre und flexible Komponenten nicht im Widerspruch zueinander, sondern perfekt aufeinander abgestimmt sind sie das Mittel, um einen unterbrechungsfreien, flexiblen und skalierbaren Materialfluss zu realisieren“, erläutert Jan Schlichting, Leiter Vertrieb mobile Roboter und FTS bei Gebhardt.
Optimale Versorgung der Produktion
Ein weltweit agierendes Unternehmen im Bereich der Antriebsstranglösungen mit 800 Mitarbeitenden in fünf Ländern setzt ebenfalls auf den Gebhardt Karis. Durch die Einbindung des FTS realisiert der Kunde eine bedarfsorientierte und flexible Ver- und Entsorgung dezentraler Produktions- und Fertigungsanlagen mit Werkzeugen zur Metallbearbeitung in Werkzeugmaschinen. Basis für den neuen Prozess bildete eine komplette Neumodellierung und Transformation des Ist-Zustandes in einen agilen und autonomen Soll-Zustand auf Basis des FTS Karis.
Bisher manuell ausgeführt und mit langen Fußwegen, zeichnete sich der Prozess vor allem durch eine hohe Fehleranfälligkeit und einen enormen Zeitaufwand aus. Diese Zeiten sind nun vorbei, und Verschwendung konnte eliminiert werden. Die neue Lösung reduziert manuelle Aufwände und überbrückt lange Wegstrecken innerhalb der Produktion und setzt so personelle als auch räumliche Kapazitäten frei, die anderweitig sinnvoller eingesetzt werden können. Darüber hinaus wird die Prozesseffizienz und -transparenz gesteigert, was in der Folge positive Auswirkungen auf ein zielgerichteteres Shopfloor-Management hat.











