Automatisierte Kommissionierlinie

Annina Schopen,

Fanuc-Cobot hilft beim Pillen verpacken

Das japanische Pharmaunternehmen Takeda hat begonnen, in der Verpackung Roboter einzusetzen. Ein kollaborativer CR-15iA von Fanuc entlastet nun im 24/7-Betrieb die Mitarbeiter pro Schicht um fünf Tonnen.

Um fünf Tonnen pro Schicht entlastet der Tobot genannte CR-15iA die Mitarbeiter. © Fanuc

Takeda ist ein biopharmazeutisches Unternehmen. Am Standort Oranienburg werden jährlich mehr als sechs Milliarden Tabletten und Kapseln hergestellt. Diese Menge an Medikamenten muss am Ende jeder Produktionslinie kommissioniert und versandfertig palettiert werden. Bis zu zehn Kilogramm schwere Kartons sind beispielsweise am Ende einer Linie zu handhaben. Im Laufe einer Schicht summiert sich das auf rund fünf Tonnen.

Takeda-Projektleiter Robert Gundlach: „Zunächst war aber der kollaborative Roboter noch kein Thema.“ Am Ende der Projektgespräche mit Fanuc habe sich das Argument durchgesetzt, dass ein Cobot die Mitarbeiter nicht nur entlastet, sondern auf deutlich mehr Akzeptanz stoßen wird als ein gelber Roboter hinter einem Schutzzaun.

Der Packtisch am Ende einer Tabletten-Produktionsanlage besteht aus einem Doppelarbeitsplatz: Die mit Tabletten gefüllten Glasfläschchen werden zu mehreren in Schachteln verpackt. Diese Schachteln werden pausenlos auf den Packtisch geschoben, von zwei Mitarbeitern fünferpackweise gegriffen und in einen Karton gesetzt. Ist der Karton voll, wird er auf eine flexible, leicht abschüssige Rollenbahn gesetzt. An deren Ende scannt nun ein CR-15iA zunächst das Etikett, um den Karton dann so zu greifen, dass er ihn mit dem Etikett nach außen auf der Palette stapeln kann. Während es bei den Mitarbeitern Schichtwechsel gibt, arbeitet der Roboter im 24/7-Betrieb. „Seit Mitte Dezember läuft das System reibungslos“, berichtet Gundlach.

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„Die relative Flexibilität der Konstruktion liegt im Rollenband.“ Dabei handelt es sich um eine Scherenrollenbahn, die eine Reihe von Verstellmöglichkeiten hat und die bei Bedarf einfach auf die Seite geschoben werden kann. So könnte für eine Wartung oder Servicearbeiten am Roboter ganz einfach Platz geschaffen werden. In diesem Fall könnte wie bisher weiter manuell palettiert werden.

Die Station mit dem grünen Fanuc-Roboter nur eine von insgesamt 14 Kommissionierbahnen bei Takeda. Die Aufgabe des Roboters besteht eigentlich nur darin, die Kartons richtig auf die Palette zu setzen, immer acht Kartons pro Lage und vier Lagen hoch – und mit dem Etikett nach außen. Mit einer Reichweite von 1.441 Millimetern und einer maximalen Traglast erfüllt der Fanuc Roboter diese Aufgabe mühelos. Die für den kollaborierenden Betrieb erlaubte Verfahrgeschwindigkeit reicht für den Betrieb völlig aus. Der Vakuumsauggreifer kommt von Schmalz und erfüllt auch alle Anforderungen an einen kollaborativen Betrieb. Kleines Gimmick: An einer kleinen Digitalanzeige lässt sich ablesen, mit wie viel Unterdruck der jeweilige Karton gehalten wird.

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