Editorial
Beständiger Wandel
Im Jahr 1947 fand die Hannover Messe erstmals statt, damals noch unter dem Namen „Exportmesse 1947 Hannover“. Initiiert wurde sie von dem damaligen niedersächsischen Wirtschaftsminister Alfred Kubel und dem Oberstadtdirektor Gustav Bratke als Gegengewicht zur Leipziger Messe. Ziel war es, Hannover als internationalen Messestandort zu etablieren.
Seit Beginn wird die Messe von zwei wesentlichen Faktoren begleitet: der Politik und dem Wandel. Jedes Jahr wird die Messe durch politische Würdenträger aus Deutschland und dem jeweiligen Partnerland eröffnet. Und jedes Jahr passt sich die Hannover Messe an die industriellen Trends an. Das lässt sich an den sogenannten Leitmessen der weltweit größten Industriemesse ablesen.
Zugegeben, bei manchen Leitmessen der Vergangenheit stellte sich dem ein oder anderen die Frage, ob die Thematik in Hannover richtig angesiedelt sei. Zu erwähnen ist dabei die Leitmesse Microtechnology, die Messe für angewandte Mikrosystemtechniken und Nanotechnologien aus dem Jahr 2009. Dass diese in dieser Form in den nachfolgenden Jahren keine Rolle mehr spielte, belegt nur die Beständigkeit des Wandels der Hannover Messe.
Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenlegung der jährlichen Leitmesse „Industrial Automation“ mit der zweijährlichen Messen „Motion, Drive & Automation“ zur jährlichen Messe „Integrated Automation, Motion & Drives“. Auf ihr wird das breite Spektrum der industriellen Automatisierung, Antriebs- und Fluidtechnik gezeigt.
Spannend wird es nun mit der zukünftigen Ausrichtung der Hannover Messe. Durch die Digitalisierung der Produktion rücken Industrie und IT immer mehr zusammen. Mit Einstellen der IT-Messe Cebit ergibt sich für die Hannover Messe die Chance, das für die Industrie so wichtige Thema gewinnbringend in die Messe zu integrieren. Die diesjährige Ausgabe der Indstrieschau lässt bereits erste Anzeichen erkennen. Bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen die Integration konsequent und für die Industrie bereichernd vorantreiben werden.









