Blick nach vorn

Daniel Schilling,

Oberflächentechnik vernetzt sich

Über die Rolle der Oberflächentechnik in der vernetzten Fabrik und die aktuellen technologischen Neuentwicklungen sprachen wir mit Ulf Kapitza vom Strahlanlagenhersteller Agtos.

Ulf Kapitza ist bei Agtos für den Vertrieb verantwortlich. © Agtos

Wie fügt sich die Oberflächentechnik in die vernetzte Industrie ein?
Nicht nur das Sammeln und Bereitstellen der Daten ist essenziell, viel wichtiger ist die Kombination und Verarbeitung mit weiteren Produktionsdaten. Voraussetzung für die Vernetzung ist, dass sich die von unterschiedlichen OEMs gelieferten Systeme „verstehen“. In diesem Zusammenhang werden seitens der VDMA-Mitgliedsunternehmen Schnittstellen-Standards auf der Basis von OPC UA erarbeitet. Solche Companion Specifications ermöglichen den standardisierten Datenaustausch der Oberflächentechniksysteme mit dem Produktionsumfeld. Die Integration in die Kommunikationsstruktur der Produktion kann damit deutlich effizienter umgesetzt werden. Im VDMA arbeiten derzeit über 600 Unternehmen in 30 Arbeitskreisen daran. In der VDMA Oberflächentechnik ist die erste Projektgruppe auf die Lackiertechnik fokussiert. Für die Projektgruppe OPC UA Strahltechnik, in der auch Agtos vertreten ist, ist der Start für das erste Quartal 2021 geplant.

Sie sind auf Strahlanlagen spezialisiert: Was war hier der wichtigste technische Fortschritt in den vergangenen 12 Monaten?
Die stetige Ausrichtung auf die sich verändernden Kundenanforderungen ist typisch für die Strahltechnik. Derzeit beschäftigt die Branche der Umstieg der Automobilindustrie auf leichtere Verbrennungsmotoren und auf die Elektroantriebe. Daher zeigte sich schon weit vor Jahresfrist die Notwendigkeit, den Strahlprozess hierauf anzupassen. Agtos hat daher nicht nur speziell auf die Bearbeitung von Aluminiumteilen ausgelegte Strahlmaschinen entwickelt. Daneben wurde eine neue Hochleistungsturbine geschaffen, die das leichte und im Vergleich zum sonst gebräuchlichen Stahlguss weichere Aluminiumstrahlmittel ohne maschinenbedingten Verschleiß auf die Werkstücke bringt. Das bringt weitere Kostenvorteile. Auch neue Produktionsverfahren für Karosserien und weitere Fahrzeugteile werden den Innovationsprozess befeuern.

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Wie aufwendig ist eine eigene Bauteilreinigung?
So vielfältig wie die Anforderungen an die Oberflächen sind auch die Anwendungen. Daher gibt es verschiedene Hauptkriterien der Bauteilreinigung. Neben Platz, Arbeit und Kapitalbindung spielen weitere Faktoren eine Rolle bei der Entscheidungsfindung. So z. B. die Notwendigkeit der sofortigen Verfügbarkeit und der damit verbundenen Prozesse. Eine eigene Strahlanlage macht unabhängig von Kapazitätsplanungen und Transportzeiten der Lieferanten und Dienstleister. Nicht zu unterschätzen ist der Know-how-Gewinn im Hause. Denn Oberflächentechnik hat neben der reinen Fachkenntnisse viel mit Erfahrung hinsichtlich Maschineneinstellung und Wahl der für den Anwendungsfall richtigen Strahlmittel zu tun. Letztendlich bleibt die Möglichkeit der Kostensteuerung. Eine gut gewartete Strahlmaschine spart Aufwand bei Service und Ersatzteilen. Wer sich mit all diesen Aspekten nicht beschäftigen will oder kann, sollte auf einen erfahrenen Dienstleister zurückgreifen. Es gibt sehr gute Lohnstrahlunternehmen am Markt.

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