Gewinner des Intec-Preises geehrt
Kyrogene Kühlung ist cool
Im Rahmen der Eröffnung der Messen Intec und Z wurden im Congress Center Leipzig die Intec-Preise vergeben. Mit der Auszeichnung würdigt die Leipziger Messe herausragende Entwicklungen der Aussteller an Werkzeugmaschinen und deren Peripherie oder innovative Lösungen für die Fertigungs- und Automatisierungstechnik. Darüber hinaus erfolgt die Verleihung des Intec-Nachwuchspreises zur Förderung besonders engagierter und innovativer Nachwuchskräfte.
Der mit 5.000 Euro dotierte Intec-Preis würdigt in zwei Kategorien Innovationen oder Weiterentwicklungen bereits existierender Produkte, Technologien, Systemlösungen oder produktionsrelevante Dienstleistungen. Er steht für herausragende Entwicklungen innerhalb der gesamten Prozess- und Wertschöpfungskette im Maschinenbau und der Fertigungsautomation. Der Nachwuchspreis ist mit 1.500 Euro dotiert.
Für eine Weltneuheit, eine kryogene Kühlung zur Erhöhung der Energieeffizienz bei Innenrund-, Universalrund- und Wälzlagerschleifmaschinen, würdigt die Jury die Werkzeugmaschinenfabrik Glauchau in der Kategorie „Unternehmen bis 100 Mitarbeiter“ mit dem Intec-Preis. Die Entwicklung des Glauchauer Unternehmens in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, Chemnitz leitet eine neue Generation von Schleifmaschinen ein und revolutioniert den Bearbeitungsprozess. Bei dem neuen Verfahren zur Werkstückkühlung und Werkstückschmierung wird flüssiges Kohlendioxid als kryogenes Gas in die Kontaktstelle zwischen Schleifkörper und Werkstück definiert eingeleitet. Hierzu wurden spezielle Düsen entwickelt und optimiert. Über ein ebenfalls neu entwickeltes und prozessspezifisches Zwei-Kanal-Minimalmengenschmiersystem erfolgt die Schmierung mit einem Öl-Luftgemisch unmittelbar an der Schleifstelle. Der besondere Effekt besteht darin, dass für den Schleifprozess keinerlei Kühlschmierstoff erforderlich ist und mit dem kryogenen Schleifprozess die höchsten Anforderungen an die Oberflächengenauigkeit erzielt werden.
Den 2. Platz erreichte die Jakob Antriebstechnik für das neuentwickelte Motorspindelschutzsystem M³, das die Motorspindel einer Werkzeugmaschine vor kollisionsbedingter Überlast schützt. Der dritte Platz in dieser Kategorie wurde zum ersten Mal gleich an zwei Bewerber vergeben. Das Unternehmen Gelber Bieger aus Losheim/Saarland überzeugte mit der Entwicklung und Herstellung des C. B. S. – Compact Bender Stick – als branchenweit kleinste akkubetriebene hydraulische Presse. Die Opteg war mit dem weltweit ersten automatischen, robotergestützten Be- und Entladesystem für Ionenstrahl-Formkorrekturanlagen zum Handling großformatiger Werkstücke für die Präzisionsfertigung ebenso erfolgreich.
In der Kategorie „Unternehmen über 100 Mitarbeiter“ vergab die Jury den Intec-Preis an das Emuge-Werk Richard Glimpel für die Entwicklung einer neuen Gewindetechnologie. Bisher folgen konventionelle Gewindebohrer oder Gewindeformer bei der Gewindeerstellung der Geometrie des Gewindes. Die Schneid- oder Formzähne des Werkzeuges legen einen entsprechend langen Weg zurück, was bisher rund zwei Sekunden Zeit kostete. Das in Zusammenarbeit mit einem Automobilhersteller entwickelte Verfahren zeichnet sich durch eine innovative Vereinfachung dieses Prozesses aus und benötigt für die Gewindeformung nur noch eine halbe Sekunde, was einer Zeitersparnis von 75 Prozent entspricht.
SEW Eurodrive aus Bruchsal wird mit ihrem neuartigen Energiespeichersystem für mobile und stationäre Antriebsapplikationen mit dem 2. Platz gewürdigt. Die Antriebslösung reduziert bei ihrem Einsatz in der Intralogistik und Produktion erheblich die Infrastrukturkosten und minimiert gleichzeitig die Energiebedarfe der Anlagen.
Ebenfalls den zweiten Platz belegte die Niles-Simmons Industrieanlagen mit einer neuartigen Fertigungsanlage, die die Kombination von Universal- und Feinstbearbeitung von Lagergeometrien mithilfe eines Dreh-Bohr-Fräskopfes und einer Genauigkeits-Drehräumeinheit ermöglicht.
Den dritten Rang sicherten sich die Grob-Werke mit einem webbasierten System zum prozessnahen Management von Werkzeugmaschinen in verteilten Fertigungs- und Produktionsprozessen.
Der Intec-Nachwuchspreis ging an die Niles-Simmons Industrieanlagen und Oliver Georgi. Im Rahmen seiner Diplomarbeit im Bereich Maschinenbau und Produktionstechnik an der TU Chemnitz wurde Oliver Georgi mit der Aufgabe betraut, Möglichkeiten zur Optimierung des Arbeitsraumes einer Werkzeugmaschine zu analysieren, Auswirkungen auf den Bearbeitungsprozess zu beschreiben sowie Ableitungen für technologische Anwendungsfälle zu definieren. Das Ergebnis der eingereichten Diplomarbeit war so überzeugend, dass es auf weitere Baureihen des Unternehmens übertragen wird und Oliver Georgi nach seinem Abschluss von Niles-Simmons übernommen wurde. Dieses Beispiel für ein förderndes und forderndes Nachwuchs-Engagement überzeugte auch die Jury. bw












