Automatisierungstechnik auf der HMI
Festo will sich zunehmend breiter aufstellen
Mit einem Umsatzplus von rund 2% auf 2,28 Mrd. Euro konnte Festo im Geschäftsjahr 2013 seinen Wachstumskurs fortsetzen. Spielraum für Produktivitätssteigerungen gebe es jetzt und in Zukunft im Bereich Pneumatik, erklärte Unternehmenschef Dr. Eberhard im Rahmen der HMI.
In den vergangen vier Jahren (2010 bis 2013) ist die Festo-Gruppe um mehr als 8% pro Jahr gewachsen. Wichtige Impulse gingen neben der pneumatischen auch von der elektrischen Automatisierungstechnik aus. In den nächsten Jahren will das Unternehmen zusätzliche Impulse im Kerngeschäft, aber auch im Bereich der elektrischen Automatisierungstechnik sowie der Prozessindustrie setzen, um in diesen dynamischen Feldern zusätzliche Wachstumschancen zu realisieren. Auch in 2013 wurde der Ausbau der globalen Marktversorgung in den Wachstumsregionen Asien sowie Nord- und Südamerika weiter konsequent vorangetrieben. Im Mittelpunkt aller Neuausrichtungen steht die Weiterentwicklung zum Lösungsanbieter für die Kunden. Der Kunde bekomme "alles aus einer Hand" mit einem Ziel: Produktivität. Damit richtet der Automatisierungsspezialist seine Strukturen, Produkte und Services immer stärker an den Prozessen seiner globalen Kunden aus.
"Die Pneumatik hat jetzt und in Zukunft eine große Bedeutung für uns. Hier gibt es genau wie in der elektrischen Automation noch große Chancen für Produktivitätssteigerungen. Wir investieren über 7 % unseres Umsatzes in die Forschung und Entwicklung solcher smarten und intuitiven Lösungen für unsere Kunden. Dazu gehören auch unsere vielfältigen Forschungsaktivitäten zu den verschiedenen Aspekten von Industrie 4.0", erläuterte Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender von Festo.
Auch in den kommenden Jahren wollen die Schwaben als Innovationsführer weiterhin das Tempo vorgeben, um sich als ganzheitlicher Lösungsanbieter in der pneumatischen und elektrischen Automatisierungstechnik immer breiter aufzustellen. Darauf bereitet sich das Familienunternehmen intensiv vor: "Um ein solches Wachstum bewältigen zu können, haben wir wichtige Bereiche neu strukturiert. Damit setzen wir eine Veränderung in Gang, die das Unternehmen global in die Lage versetzt, vorausschauend und flexibel auf zukünftige Entwicklungen und Marktbedingungen reagieren zu können. Wir wollen unsere Kunden produktiver machen. Daran richten wir unsere Strukturen und Prozesse aus", erklärte der Vorstandsvorsitzende.
Kunden von Festo denken und handeln laut Veit zunehmend globaler. Signifikantes Wachstum findet zunehmend außerhalb Europas statt. "Daher haben wir unsere Vertriebsstrukturen unter dem Dach eines Globalen Sales Boards neu gebündelt. Somit erhält der Kunde weltweit vor Ort die gleich hohe Qualität, Service und Beratung, denn nicht nur in Deutschland sondern auch in Amerika und Asien steigen die Anforderungen", erläuterte er. Um diesen gerecht zu werden, investiere das Unternehmen allein über 40 Millionen US-Dollar in Amerika. Dort wird in Mason, Ohio bis 2015 auf einer Fläche von über 15.000 qm ein neues Produktions- und Logistikzentrum entstehen. Das neue Regional Service Centre (RSC) schafft Raum für zusätzliches Wachstum in den USA, Kanada und Mexiko. "Mit der zentralen Lage des neuen RSCs können wir unseren Kunden in Nordamerika innovative maßgeschneiderte Lösungen und einen noch besseren Service bieten. Dies wird unsere Position im amerikanischen Markt für Automation weiter stärken", sagte der Top-Manager.
In den letzten Jahren wuchs der Automatisierungsmarkt in China in rekordverdächtigem Tempo. Um daran teilzuhaben und seinen Marktanteil auszubauen, haben die Schwaben in China massiv investiert und das Technical Engineering Centre in Shanghai erweitert. Seit Herbst 2013 ist es in Betrieb. Der Schlüssel zum Erfolg im asiatisch-pazifischen Raum liege nicht nur in der starken Präsenz von Produktion und Logistik, sondern auch in der Entwicklung und Konstruktion anspruchsvoller Automatisierungsprodukte und -lösungen. Ein weiterer Meilenstein für den nordasiatischen Markt stelle in diesem Zusammenhang die Eröffnung des Application Centres in Seoul im März 2013 dar. Damit könne das Familienunternehmen Kundenprojekte von der initialen Planung über Machbarkeitstests bis hin zum Aufsetzen von Prototypen und der gemeinsamen Entwicklung und Optimierung von Produkten und Systemlösungen unterstützen.
"Nicht nur international setzt Festo auf Investitionen: Das Unternehmen bekennt sich auch deutlich zum Wirtschaftsstandort Deutschland", machte Veit deutlich. So baue man derzeit den Standort in Esslingen aus. Während der Stammsitz mit dem sich im Bau befindlichen Automation Centre und Investitionen von rund 38 Millionen Euro noch mehr zum Entwicklungsstandort für Spitzentechnologien ausgebaut werde, entstehe in der Nähe die Technologiefabrik Scharnhausen mit hochmoderner Fertigungstechnik mit einer Investition von rund 70 Millionen Euro. Im Rahmen seiner langfristigen Technologiestrategie baue der Automatisierungsspezialist seine Kompetenz im Bereich der Polymerwerkstoffe aus und führe diese in einem Global Production Centre (GPC) Hassel am Standort Rohrbach (Saarland), der Festo Polymer GmbH, zusammen.Insgesamt wurden laut Veit 25 Millionen Euro in den Neubau investiert. Festo als Arbeitgeber: Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft
Die Investitionen in neue Gebäude und innovative Arbeitswelten kommen auch den Mitarbeitern zugute. Festo ist unter den Top-Arbeitgebern in Deutschland und unter den Top-Arbeitgebern für Ingenieure in Europa. Auszubildenden, Berufseinsteigern, Young Professionals aber auch Berufserfahrenen bietet das Familienunternehmen optimale Arbeitsbedingungen, Karrierechancen und die Möglichkeit auf lebenslanges Lernen und interne wie externe Weiterbildung. Die gesellschaftliche Verantwortung hat für das Unternehmen dabei viele Facetten. Es handelt aus einer ganzheitlichen Perspektive heraus, setzt auf die eigene Unternehmenskultur und feststehende Werte. So kümmert sich das Unternehmen beispielsweise nicht nur um den Fachkräftenachwuchs im eigenen Land. Bereits 2013 stellte man drei Auszubildende von der iberischen Halbinsel ein und habe ihnen in unsicheren Zeiten eine Chance auf eine sichere Zukunft gegeben. Im letzten Jahr haben in Deutschland insgesamt rund 100 Auszubildende und Bachelor-Studenten ihre Ausbildung bei Festo begonnen. Die Belegschaft wuchs 2013 weltweit auf 16.700 Mitarbeiter (Vorjahr 16.200), davon sind 7.700 (Vorjahr 7.400) in Deutschland und 9.000 (Vorjahr 8.800) im Ausland beschäftigt. jg









