Kleb- und Dichtstoffe
Moderne Klebstoffe für Industrie und Technik
Im Roboterbau übernehmen Kleb- und Dichtstoffe von Henkel zentrale Aufgaben. Mit ihrer Hilfe lassen sich nicht nur die Produktionskosten senken, sondern auch die Leistungsfähigkeit und Funktionssicherheit der Roboter erhöhen. Dabei erfüllen die Kleb- und Dichtstoff-Produkte des Unternehmens strengste Herstellervorgaben, entsprechen den Branchennormen und eignen sich für viele Betriebsmedien und Arbeitsumgebungen. Ein Überblick von SCOPE-Redakteur Michael Stöcker.
Abgestimmt auf Konstruktion und Herstellung von Robotern und Automatisierungsanlagen entwickelt Henkel zahlreiche innovative Kleb- und Dichtstoff-Lösungen. Mit neuen Strukturklebstoffen können die Hersteller sowohl Gewicht einsparen als auch die Steifigkeit in Strukturelementen - etwa Gehäusen - erhöhen. Das gelingt unter anderem mit hochleistungsfähigen Strukturklebstoffen wie dem Loctite EA 9514, die beim Verbinden unterschiedlicher Metalle oder auch von Verbundwerkstoffen und Kunststoffen die Spannungen gleichmäßig verteilen. So ist die Auswahl der einsetzbaren Materialien nicht auf wenige Werkstoffe begrenzt.
Belastungen durch Verformungen und Spannungen aufzunehmen und so die Auswirkungen der Lastübertragung sowie auch Stöße, Vibrationen oder Wärmedehnungen auszugleichen, ist eine Stärke des Loctite SI 5610. Auf diese Weise bleibt die strukturelle Integrität selbst bei fragilen Elementen (Fenstern) erhalten, und die gesamte Konstruktionsfestigkeit wird erhöht. Mit ihrer hohen Klebkraft hält ein solcher Klebstoff sogar auf schwer zu klebenden Oberflächen wie rostfreiem Edelstahl. Derartige Lösungen von Henkel erfüllen selbst anspruchsvollste Kundenanforderungen, unter anderem im Hinblick auf mechanische Eigenschaften, Haltbarkeit und chemische Beständigkeit.
Klare Sache: Je schneller und zuverlässiger die Roboter arbeiten, desto höher ist die Produktionsleistung in automatisierten Montagestraßen. Moderne Montage- und Dichtungstechnologien eröffnen hier neue Möglichkeiten für die Roboterkonstruktion. So lassen sich etwa mit Hilfe des Strukturklebstoffs Loctite EA 9480 leichte Materialien wie Kunststoffe und Verbundwerkstoffe verbauen und mit anderen Werkstoffen kombinieren. Flanschverbindungen in Gussteilen wie Drehgelenken können mit den anaeroben Flüssigdichtungen Loctite 586 oder Loctite 620 abgedichtet und verstärkt werden – so wird maximale Kraftübertragung erzielt. Darüber hinaus lassen sich mit den Hochleistungsdichtstoffen von Henkel auch Industrieroboter für hochreine Umgebungen realisieren sowie Spezialroboter für aggressive Betriebsbedingungen, die gegen das Eindringen von Chemikalien und mechanische Beschädigungen geschützt sind. Mit dem leistungsstarken Strukturklebstoff Loctite EA 9466 werden heute selbst Roboterarme zum Heben extremer Lasten gebaut.
Schrauben sichern und Flüssigsysteme dichten
Gerade beim Handling schwerer Lasten oder beim Auftreten von Vibrationen fällt im Roboterbau auch der Sicherung von Schraubverbindungen große Bedeutung zu. Durch Temperaturschwankungen, Druck und andere Faktoren können sich Schrauben lösen. Um das Losdrehen der Gewindeverbindungen zu verhindern und die Vorspannkraft der Schrauben zu sichern, bietet sich der Einsatz des Loctite 243 zur Schraubensicherung an.
Eine weitere Herausforderung bei der Konstruktion von Industrierobotern ist das Abdichten von Flüssigsystemen. Je nach Robotertyp kommen verschiedene Versorgungssysteme zum Einsatz, wobei anaerobe Hochleistungsdichtungen von Henkel dafür Sorge tragen, dass die Gewinde von Hochdruckanschlüssen für die Hydraulik-, Schmiermittel- und Druckluftversorgung sicher gegen Leckagen dicht halten. Das Unternehmen bietet hierfür mit Loctite 542, Loctite 577 sowie Loctite 55 leistungsstarke Dichtungslösungen an. Das Dichtungsmittel Teroson MS 939 – geeignet für Metalle und Kunststoffe – schützt mechanische Bauteile zudem vor Verunreinigungen.
Förderbandwalzen sind ein weiteres Anwendungsbeispiel für den Einsatz moderner Klebstoffe in der Automatisierungstechnik. Die Klebstoffe härten bei Raumtemperatur und helfen dabei, Herstellungskosten zu senken und Ausschussraten zu reduzieren – ohne die mechanische Leistung zu beeinträchtigen. Welle-Nabe-Verbindungen profitieren z.B. vom Einsatz anaerober Klebstoffe wie Loctite 638 oder Loctite 603. Dank ihrem Einsatz wird die Spannungsverteilung gleichmäßiger, was Ausfälle infolge von Materialermüdung vermeidet – typisch für Passfederverbindungen und andere mechanischen Verbindungen. Es gibt keine Wärmeeinwirkung, die das Grundmetall schwächen könnte, und es entstehen keine inneren Spannungen, wie sie beim Schweißen auftreten.
Auch die neuesten Entwicklungen im Bereich der Sofortklebstoffe – etwa dem Loctite 435 – werden im Maschinenbau bereits zum Kleben von Kunststoff, Gummi und anderen Werkstoffen eingesetzt. Daraus entstehen derzeit Teile für Roboterendeffektoren, Türabstreifer und Schilder. Maßstäbe hinsichtlich Leistung und Schnelligkeit setzen hier die Cyanacrylate von Henkel: Sie bieten eine um 50 Prozent erhöhte Temperaturbeständigkeit bis 120° C. ms
Viele Marken
Henkel ist weltweit in drei Geschäftsfeldern tätig: Laundry und Home Care (Wasch-/ Reinigungsmittel), Beauty Care (Schönheitspflege) und Adhesive Technologies (Klebstoff-Technologien). Das Unternehmen hält mit rund 47.000 Mitarbeitern und Marken wie Loctite global führende Marktpositionen. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte es einen Umsatz von 16.510 Mio. Euro.








