Robotik und Automation auf Rekordniveau

Auf in die goldene Zukunft!

Die Robotik hat sich 2014 besonders dynamisch entwickelt, teilt der VDMA mit: Mit einem Zuwachs von neun Prozent erzielte die Robotik und Automation im vergangenen Jahr ein neues Rekordergebnis von 11,4 Milliarden Euro. Aufgrund der robusten Auftragseingänge wird die Branche auch 2015 auf Wachstumskurs bleiben: Die Umsatzprognose lautet plus fünf Prozent. Die Aussichten stehen gut, dass bis zum Jahresende zwölf Milliarden Euro Branchenumsatz erreicht werden.

Die Automatisierung ist weltweit Erfolgstreiber – die Robotik boomt. (Grafik: VDMA)

Hans-Dieter Baumtrog, Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik + Automation, gibt Aussicht auf Großes: „Die Robotik und Automation hat eine goldene Zukunft. Sie ist der Garant für Fortschritte und bringt wie der digitale Wandel insgesamt auch viele Veränderungen mit sich, die es positiv zu nutzen gilt.“

Im Inland acht Prozent mehr

Hans-Dieter Baumtrog, Senior Vice President, ATS Automation Tooling Systems in Winnenden und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Robotik + Automation, Frankfurt: „Die Robotik und Automation hat eine goldene Zukunft. Sie ist der Garant für Fortschritte und bringt wie der digitale Wandel insgesamt auch viele Veränderungen mit sich, die es positiv zu nutzen gilt.“ (Foto: VDMA)

Die Exporte der Robotik und Automation aus Deutschland stiegen 2014 um zehn Prozent und erreichten einen Anteil von 55 Prozent. Damit hat sich der Trend steigender Ausfuhren fortgesetzt. Insbesondere die Lieferungen nach China, dem größten Exportmarkt für Robotik und Automation, haben stark zugenommen. China benötigt Automatisierungstechnik, um in technologisch anspruchsvolle Marktsegmente vorzudringen und hohe Qualitätsstandards zu erfüllen. Die Exporte nach Nordamerika, dem zweitgrößten Absatzmarkt, haben sich ebenfalls weiter erhöht. Durch die Modernisierung ihrer Produktion gewinnt der Industriesektor in den Vereinigten Staaten an Wettbewerbsfähigkeit und verfolgt damit die Strategie, Produktion von Billiglohnländern zurückzugewinnen. In einigen europäischen Ländern löste sich 2014 der Investitionsstau, wodurch die Exporte in diese Region wieder angestiegen sind. Auch vom Inlandsmarkt gingen Wachstumsimpulse aus – er stieg um acht Prozent an. Weltweit setzt sich die Erkenntnis durch, dass ein starker industrieller Kern unabdingbare Voraussetzung für die erfolgreiche Positionierung einer Volkswirtschaft ist. Die Robotik und Automation liefert die notwendigen innovativen Lösungen und garantiert hohe Qualitätsstandards, sichere Produkte, hohe Produktivität und für Verbraucher erschwingliche Preise.

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Robotik und Automation erhöht Beschäftigung

Der Erfolg der deutschen Robotik und Automation spiegelt sich auch im Ausbau der Beschäftigung wider. 2014 arbeiteten fast 52.000 Menschen in der Branche: ein Anstieg von drei Prozent. Aufgrund der zunehmenden Bedeutung der Robotik und Automation im industriellen, professionellen und privaten Bereich, geht der VDMA von weiteren deutlichen Beschäftigungssteigerungen in den kommenden Jahren aus.

Industrielle Bildverarbeitung wächst besonders schnell

Von den Teilbranchen der Robotik und Automation verzeichnete die Industrielle Bildverarbeitung mit ihren Anwendungen von der optischen Qualitätsinspektion bis hin zur Mautkontrolle den größten Zuwachs im vergangenen Jahr. Sie legte um 16 Prozent zu und erreichte ein Umsatzvolumen von 1,9 Milliarden Euro. Das „maschinelle Sehen“ ist unabdingbar für höhere Qualität, bessere Prozesse und mehr Sicherheit. Der Umsatz von Integrated Assembly Solutions, also Komponenten und Systeme für die Montage- und Handhabung, erhöhte sich 2014 um acht Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Hoch produktive, präzise und qualitativ hochwertige Montageprozesse sind weltweit gefragt. Auch die Robotik dehnte ihren Umsatz 2014 deutlich aus: um sieben Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Damit haben alle drei Teilbranchen von Robotik und Automation neue Rekordumsätze erzielt.

Aktuelle Auftragseingänge stark

Die Robotikanwendungen weltweit nehmen zu. Allein 2014 wurden in Deutschland 20.000 Roboter installiert. (Grafik: VDMA)

Der Auftragseingang hat sich in den ersten vier Monaten 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiter um elf Prozent erhöht. Vor allem aus dem Ausland kamen vermehrt große Aufträge für Systeme und Anlagen.

Automobilindustrie investiert in Roboter und Menschen

Die Automobilindustrie bleibt mit Abstand der größte Kunde für Robotik und Automation. Von 2010 bis 2014 weitete sie ihren Bestand an Industrierobotern am Standort Deutschland um 15 Prozent aus – auf insgesamt knapp 92.000 Einheiten. Im gleichen Zeitraum erhöhte die Automobilindustrie ihre Beschäftigtenzahl um zehn Prozent: 775.000 Menschen waren dort 2014 beschäftigt. Das zeigt, dass die Substitutionswirkung der Robotik und Automation überschätzt wurde, so der VDMA. Unterschätzt hingegen wurde der starke Effekt einer Ergänzung der menschlichen Arbeitskraft durch die unermüdlichen maschinellen Helfer. Dieser Effekt steht im Mittelpunkt der direkten Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Beide können sich künftig jeweils auf ihre Stärken konzentrieren: Der Roboter auf Kraft und Wiederholgenauigkeit, der Mensch auf Fingerspitzengefühl, situative Intelligenz und Flexibilität. Dabei werten die Roboterassistenten die menschliche Arbeit eher auf, als sie zu ersetzen, etwa indem ergonomisch belastende Tätigkeiten vermehrt auf Roboter übertragen werden.

Robotik weltweit auf dem Vormarsch

Nach aktuellen Zahlen des Internationalen Roboterverbandes IFR sind die weltweiten Lieferungen von Industrierobotern mit einem Plus von 27 Prozent in die Höhe geschnellt. Mehr als 225.000 Stück wurden neu installiert. Während die Zuwächse in Europa mit vier Prozent moderat und in Amerika mit acht Prozent beträchtlich waren, explodierten sie in Asien: 42 Prozent mehr Einheiten wurden 2014 installiert als im Vorjahr. Das liegt vor allem an China, dem weltgrößten Robotermarkt. Fast 56.000 Einheiten wurden hier installiert. Zum Vergleich: In Deutschland kamen 20.000 Industrieroboter hinzu. Doch China begnügt sich nicht damit, Roboter einzusetzen. Klare Strategie der chinesischen Regierung ist es, selbst ein starkes und innovatives Roboterland zu werden. Die chinesischen Hersteller lieferten 2014 bereits 16.000 Einheiten – Tendenz steigend.

Serviceroboter sind einsatzbereit

Roboter arbeiten nicht nur Hand in Hand mit dem Menschen, sie werden zunehmend mobil und bewegen sich autonom in komplexen Umgebungen. Ihr Einsatzbereich erfasst praktisch alle Lebensbereiche: Krankenhäuser, Landwirtschaft, Haushalte, Fernsehstudios, Kaufhäuser und Lagerhallen. In den vergangenen Jahren gab es ein erhebliches Wachstum im Segment Logistiksysteme. Nach Schätzungen der IFR wurden 2013 knapp 2.000 Stück verkauft, vor allem automatisch geführte Fahrzeuge (AGV). Die IFR geht davon aus, dass der Markt für AGV in professionellen Umgebungen in den kommenden Jahren erheblich zulegt.

Rekordbeteiligung bei der Automatica 2016

Von 21. bis 24. Juni 2016 findet die nächste Automatica statt, Weltleitmesse der Robotik- und Automatisierungsbranche. Bereits ein Jahr vor dieser Messe seien 91 Prozent der Ausstellungsfläche gebucht, informiert der VDMA. Die Messe wird alle neuen Möglichkeiten der Produktionsoptimierung von Industrie 4.0 über die Mensch-Roboter-Kollaboration bis hin zur Professionellen Servicerobotik zeigen. pb

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