Hajo Stotz fragt

KI oder K. o.?

Den Gewinn einer Software gegen einen Go-Großmeister bezeichnet Kurt Lehmann, CTO von Continental, als eine der wichtigsten technischen Entwicklungen 2016. Ich kann ihm dabei nur zustimmen. Denn bemerkenswert ist nicht der Sieg an sich, sondern die bisher unbekannten Lösungswege, die die Maschine gewählt hat – Wege, die auch ihre Erbauer nicht kannten.

Hajo Sotz, Chefredakteur SCOPE.

2016 wird damit als das Jahr in die Geschichte eingehen, als Künstliche Intelligenz (KI) erstmals kreativer wurde als ihre Entwickler. Intelligente Maschinen, die Diagnosen erstellen wie die besten Fachärzte, die Gerichtsurteile nach Argumenten durchforsten wie die besten Anwälte, Fertigungsanlagen optimieren wie die besten Maschinenbauer – gibt es bereits alles.

Doch nun lernen die Programme, aus den riesigen Datenmengen ihre eigenen – nicht vom Menschen vorgedachten – Schlüsse zu ziehen und entsprechende Entscheidungen zu treffen. Viele Messen von der Cebit bis zur SPS dieses Jahr haben gezeigt, wie intelligente Software aus einer Fabrik eine Smart Factory machen können. Und entgegen der weitverbreiteten – auch meiner – Skepsis am Jahresanfang hat sich die deutsche Industrie auf diesem Feld vom Getriebenen zum Pacemaker entwickelt.

Die bisherige Herausforderung „Losgröße 1“ wird damit zur großen Chance – denn Massenware zu produzieren, das können andere inzwischen meist billiger. Aber individuell auf den Anwender zugeschnittene Lösungen zu einem Preis herzustellen, der die Mehrkosten durch den Mehrwert deutlich übersteigt, das ist der Markt von morgen.

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Dass dabei sowohl ein Wandel der Betriebe wie auch der Qualifikation der Mitarbeiter stattfinden muss, ist Voraussetzung. So sagt eine Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung voraus, dass alles, was theoretisch automatisiert werden kann, auch automatisiert wird. In Deutschland sind demnach rund zwölf Prozent der Jobs stark automatisierungsgefährdet. Denn immer wiederkehrende, nach Regeln ablaufende und Informationen verarbeitende Tätigkeiten können sehr einfach in Computercode übersetzt werden. Vielen Arbeitsplätzen wird dadurch mit Sicherheit der K. o. versetzt.

Doch im Jahr 1800 waren 80 Prozent der Deutschen mit der Produktion von Nahrungsmitteln beschäftigt. Heute sind dafür keine 2 Prozent mehr nötig. So wird es auch den künftigen Generationen gehen – bekannte Berufe werden weniger oder werden verschwinden, andere neu entstehen.

Aber auch wenn Sie sich bald nicht mehr sicher sein können, ob die Kollegin, die Sie am Service-Telefon bei Ihren Wartungsproblemen berät, ein Mensch oder ein Roboter ist – auf eines können Sie sich verlassen: Journalisten werden nicht so schnell durch Maschinen er%&§4§ <503-Error> <503-Error><<Failed to create Content>>

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