Hannover Messe 2026
Siemens stellt neuen KI-Agenten vor
Siemens bringt mit dem ‚Eigen Engineering Agent‘ eine KI für die Automatisierungstechnik auf den Markt. Die Lösung ist in das TIA Portal integriert, wurde mit über 100 Unternehmen getestet und soll Engineering-Prozesse deutlich beschleunigen.
Siemens hat auf der Hannover Messe 2026 den ‚Eigen Engineering Agent‘ vorgestellt. Die KI-Anwendung ist ab sofort verfügbar und richtet sich speziell an die industrielle Automatisierung. Anders als herkömmliche Systeme soll sie nicht nur Vorschläge liefern, sondern Aufgaben eigenständig ausführen.
Die Lösung ist direkt in technische Systeme eingebunden und nutzt Projektdaten aus dem TIA Portal. Dadurch entsteht ein detailliertes Kontextverständnis, das die Bearbeitung von Aufgaben wie SPS-Programmierung, HMI-Visualisierung und Gerätekonfiguration ermöglicht. Dabei berücksichtigt der Agent bestehende Standards zu Sicherheit, Korrektheit und Zuverlässigkeit.
Nach Angaben des Unternehmens kann die KI Engineering-Prozesse im Vergleich zu manuellen Abläufen zwei- bis fünfmal schneller durchführen. Die Gesamtqualität könne um bis zu 80 Prozent steigen, die Effizienz um bis zu 50 Prozent. Hintergrund ist unter anderem der Fachkräftemangel in der Automatisierungstechnik sowie steigender Zeitdruck in der Produktentwicklung.
„Da die Nachfrage die verfügbaren Kapazitäten übersteigt, wird die Automatisierungstechnik zunehmend zum Engpass“, erklärt Vasi Philomin, Executive Vice President und Leiter des Bereichs Data & Artificial Intelligence bei Siemens. „Die Hersteller stehen unter großem Druck. Sie müssen zunehmend komplexe Systeme immer schneller liefern, während der anhaltende Fachkräftemangel die Situation zusätzlich verschärft. Der ‚Eigen Engineering Agent‘ steht für eine Automatisierungslogik, die den individuellen Anforderungen jedes Kunden entspricht, sodass die Ingenieure auch komplexere Projekte zügiger umsetzen können. Dieses Produkt signalisiert einen grundlegenden Wandel: weg von KI, die lediglich Vorschläge macht, hin zu KI, die tatsächlich Arbeit erledigt. In industriellen Umgebungen entscheidet genau dieser Unterschied darüber, welchen Wert KI schaffen kann.“
Ein zentrales Merkmal ist die mehrstufige Verarbeitung mit Selbstkontrolle: Der Agent zerlegt Aufgaben in Einzelschritte, überprüft Zwischenergebnisse und wiederholt Abläufe, bis die Resultate den Projektanforderungen entsprechen. Dadurch sollen Fehler reduziert und direkt nutzbare Ergebnisse erzeugt werden.
In Pilotprojekten mit mehr als 100 Unternehmen in 19 Ländern kam die Technologie bereits zum Einsatz. Dabei reichte das Spektrum von automatisierter Codegenerierung bis zur Optimierung von Engineering-Workflows. In einem Beispiel konnte die Einarbeitungszeit neuer Ingenieure von mehreren Wochen auf wenige Tage verkürzt werden, da Projektstrukturen direkt abgefragt werden konnten.
Auch in der industriellen Praxis zeigte sich laut Siemens eine Beschleunigung: Anwendungen wie die Erstellung von Structured Control Language (SCL)-Code oder die Konfiguration von Produktionsanlagen wurden deutlich verkürzt. Unternehmen aus der Automobilzulieferung, Metallverarbeitung und Elektromobilität nutzten den Agenten zur Unterstützung ihrer Entwicklungsprozesse.









