Geschäftsjahr 2025-2026

Andrea Gillhuber,

ebm-papst wächst wieder dank KI und Rechenzentren

ebm-papst ist im Geschäftsjahr 2025/26 auf Wachstumskurs zurückgekehrt. Treiber waren das Kerngeschäft Air Technology sowie die steigende Nachfrage aus dem Datacenter-Markt. Gleichzeitig setzt das Unternehmen Künstliche Intelligenz verstärkt in Produkten und internen Prozessen ein.

© Christof Wolf/ebm-papst

Der Ventilatoren- und Motorenhersteller ebm-papst hat im Geschäftsjahr 2025/26 (1. April 2025 bis 31. März 2026) seinen Umsatz auf 2,236 Milliarden Euro gesteigert. Das Wachstum der Gesamtgruppe lag bei rund sechs Prozent. Das Kerngeschäft Air Technology legte um etwa zwölf Prozent zu.

Beeinflusst wurde das Konzernergebnis durch den geplanten Rückzug aus den Geschäftsfeldern Automobiltechnik (Pkw) und Hausgeräte sowie durch den Übergang der Antriebstechnik an Siemens im Juli 2025.

Regionale Entwicklung unterschiedlich

Das stärkste Wachstum erzielte ebm-papst in Nord- und Südamerika. Auch Europa entwickelte sich positiv. In Asien setzte sich das Wachstum trotz negativer Währungseffekte fort. Der deutsche Markt blieb dagegen unter dem Vorjahresniveau. Als Gründe nennt das Unternehmen eine anhaltende Investitionszurückhaltung sowie wirtschafts- und energiepolitische Unsicherheiten.

Rechenzentren treiben die Nachfrage

Ein wesentlicher Wachstumstreiber war das Geschäft mit Rechenzentren. Der Ausbau digitaler Infrastrukturen und der steigende Bedarf an KI-Anwendungen erhöhen nach Unternehmensangaben die Nachfrage nach energieeffizienten Kühllösungen. „Ohne innovative Lufttechnik wird die Weiterentwicklung der KI weltweit an physikalische Grenzen stoßen“, betonte Jens Löffler, CTO der ebm-papst Gruppe.

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Neben neuen Ventilator- und Pumpenlösungen gewinnt das digitale Ökosystem NEXAIRA an Bedeutung. KI-gestützte Algorithmen sollen die bedarfsgerechte Steuerung von Kühlsystemen, die vorausschauende Wartung und eine Senkung des Energieverbrauchs ermöglichen.

KI in Produkten und Organisation

Nach Angaben des Unternehmens kommt Künstliche Intelligenz nicht nur in Produkten und Systemen zum Einsatz, sondern zunehmend auch in internen Prozessen und der Organisation. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden mehr als 1.500 Mitarbeitende in KI-relevanten Themen geschult. Darüber hinaus arbeitet ebm-papst unter anderem mit Start-ups sowie dem Innovationspark Künstliche Intelligenz (IPAI) in Heilbronn zusammen.

Investitionen in Forschung und Standorte

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich im Geschäftsjahr auf 142,7 Millionen Euro. Für Investitionen in Standorte und Technologien wurden 110,4 Millionen Euro aufgewendet.

Das Unternehmen baute seine internationale Präsenz weiter aus. Im Berichtszeitraum eröffnete ebm-papst einen Standort in Rumänien, bereitete ein neues Werk in Indien vor und plante den Ausbau der Produktion im US-amerikanischen Telford. Zudem wurden regionale Air-Technology-Hubs, insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum, weiterentwickelt.

Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte ebm-papst weltweit 13.055 Mitarbeitende. Trotz der Portfolio-Bereinigung blieb die Beschäftigtenzahl damit nahezu stabil. Beschäftigte aus den aufgegebenen Geschäftsbereichen wurden überwiegend in den Kernbereich Air Technology übernommen.

Ausblick 2026/27

Für das Geschäftsjahr 2026/27 erwartet ebm-papst in den fortgeführten Geschäftsbereichen ein Umsatzwachstum von mehr als zehn Prozent. Als wichtigste Wachstumstreiber sieht das Unternehmen die Lufttechnik, Anwendungen für Rechenzentren sowie den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

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