Schnittstelle zwischen IT und OT

Anna Molder,

Wie Edge Computing die Industrie erobert

Edge Computing ist eine der Schlüsseltechnologien im Manufacturing-Kontext und sorgt dafür, dass die Unternehmen an der Schnittstelle zwischen IT und OT ihre Benefits ausspielen können. Edge-Computing-Fähigkeiten sind zur Optimierung der Produktionsplanung und -steuerung, zur Automatisierung der Logistik and Skalierung von Industrie-4.0-Technologien im Einsatz.

© VICHIZH/stock.adobe.com

Damit haben Unternehmen die Möglichkeit, nicht nur die stark wachsenden Datenmengen rund um Maschinen und Produktionsprozesse mit der notwendigen Geschwindigkeit in wichtige Informationen zu verarbeiten, sondern auch höhere Flexibilität und Automatisierung sowie Kosteneinsparungen durch Virtualisierung der OT-Umgebung zu schaffen. Mit dem Technologiepartner SDA beispielsweise schafft VMware die Grundlagen, um Steuerungsmodule (SPS/PLC) zu virtualisieren. Denn diese werden heute immer noch größtenteils über halbautomatisches Patching per USB-Stick am jeweiligen Gerät gehandhabt und noch nicht über eine zentrale Management-Konsole gesteuert. Durch die Virtualisierung am Edge lässt sich nicht nur die Verwaltung von SPS-Modulen effizienter gestalten, sondern auch die Komplexität und Abhängigkeit von Ressourcen für Updates reduzieren.

Dass Manufacturing im Mittelpunkt vieler Nachhaltigkeitsinitiativen steht, ist offensichtlich. Allein in Europa ist die Industrie mit mehr als 880 Millionen Tonnen einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen. Durch Virtualisierung des IT- und OT-Footprints, einer intelligenten Kombination aus Cloud- und Edge-Technologien können Unternehmen Tools wie Green Metrics, Carbon Footprint Value Calculators zum nachhaltigeren Wirtschaften nutzen.

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Sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich werden herkömmliche Produkte dank Sensorik und Edge-native Apps, die Daten in Echtzeit interpretieren, immer intelligenter und erlauben personalisierte Service-Leistungen sowie Remote Monitoring und Predictive Maintenance.

Um Smarte Produkte und Services nicht nur erfolgreich im Markt einzuführen, sondern auch skalieren und effizient handhaben zu können, braucht es eine geeignete, flexible und skalierbare Infrastruktur und Kompetenz im Bereich Applikationsentwicklung und in dessen Management. Ebenso ist Sicherheit dabei als Kernelement sowohl auf Connectivity-, Applikations- sowie Datenebene essenziell.

Vieles, was VMware auf Rechenzentrumsseite anbieten kann, fließt auch in den Edge Stack mit ein, um Real-time Features und die Hypervisor-Ebene so zu gestalten, dass sie sich am Manufacturing Edge in hochgradig verteilten, und teilweise auch schwer erreichbaren Umgebungen nutzen lassen:

■ Echtzeit Features erlauben trotz Virtualisierung ein deterministisches Verhalten. Das heißt, dass sich auch produktionskritische Maschinen-/Steuerungselemente wie SPS und IPCs virtualisieren lassen und somit eine direkte Steuerung ohne direktes menschliches Einschreiten am Element möglich ist. Auch das Management von Applikationen auf Roboter-Plattformen lässt sich durch Real-time-Funktionalität im Hypervisor entsprechend vereinfachen.

■ Da die Anforderungen im Manufacturing nicht unbedingt immer in Echtzeit erfolgen müssen, ist es von Vorteil, wenn sich Non-Real-Time- und Real-Time-Applikationen auf der gleichen Plattform managen lassen und man nicht zwei oder mehrere virtuelle Umgebungen aufbauen und verwalten muss.

■ Im Hinblick auf Applikationen am Edge sollten Unternehmen nach einer Lösung Ausschau halten, die das kontinuierliche Management aller Anwendungen erlaubt.

■ Durch ein intrinsisches Security-Modell lässt sich Sicherheit sowohl auf Applikations- als auch auf Datenebene integrieren.

Durch den Aufbau von Ökosystemen von Industriepartnern und -organisationen entstehen nachhaltige Initiativen. Die Anforderungen an Prozess- und Daten-Management sind hier teilweise sehr komplex und bedürfen technologischer Unterstützung, die Datensouveränität sowie Flexibilität und Integrationsfähigkeit vom Edge in die Cloud erlaubt. Industriekunden sollten bei ihren IT-Lieferanten auf eine Gaia-X-compliant Architektur achten, die vom Manufacturing Edge bis hin zu Multi-Cloud-Umgebungen eine agnostische Plattform bietet.

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