Kohler Maschinenbau
Die richten alles
Bleche – egal in welchen Abmessungen oder aus welchen Werkstoffen – müssen in der Regel nach dem Zuschnitt gerichtet werden. Denn die im Blech entstandenen Spannungen und der Verzug müssen vor der Weiterverarbeitung durch Schweißen, Abkanten oder Montagearbeiten spannungsfrei und plan sein. Das gilt vor allem für Bauteile. Richt-Spezialist Kohler Maschinenbau betreibt im badischen Lahr ein modern ausgestattetes Kompetenzcenter „Richttechnik“.
Auf diversen Europaletten lagern von Kunden gelieferte Blechteile unterschiedlichster Geometrien und Dicken. Ihr Zuschnitt erfolgte entweder durch Laserbearbeitung oder durch die Flamme. Wirft man einen Blick über die Oberflächen der Teile, so stellt man bereits mit bloßem Auge Verwerfungen und Unebenheiten fest. Was man nicht sieht, das sind die Spannungen, die durch den Wärmeeintrag im Bauteil entstanden sind und das Bauteil zusätzlich belasten.
Mit diesen durchaus negativen Einflüssen, die sich auf die spätere Qualität der Teile auswirken, können sie keinesfalls weiterverarbeitet werden – durch Biegen, Abkanten oder Umformen. Sie müssen zuerst gerichtet werden. Blechverarbeiter und ihre Kunden setzen aus Qualitätsgründen schon seit Jahren auf einwandfrei ebene und spannungsfreie Blechteile, die sie entweder auf eigenen Maschinen und Anlagen bearbeiten oder, wegen der besonderen Komplexität des Richtens, als Lohnauftrag an einen Spezialisten vergeben.
Besondere Erfahrungen und Kompetenzen, gerade in der Richtdisziplin, hat sich dabei Kohler Maschinenbau in über 50-jährigen Aktivitäten vor allem in Entwicklung, Bau und der Installation von Richtmaschinen bei Kunden in aller Welt erworben. Diese Fähigkeiten und das Wissen nutzt das badische Unternehmen jetzt auch auf breiter Basis für das Lohnrichten von Blechteilen aller Art.
Seit 2014 agiert das Unternehmen vom Standort Lahr aus. Aus Kapazitätsgründen hat Kohler seinen Firmensitz von Friesenheim in das neue Büro- und Produktionsgebäude dahin verlegt. Mit dem Standortwechsel und unter dem Dach der österreichischen Wintersteiger AG wurden nicht nur die Fertigungskapazitäten für Band- und Richtanlagen erweitert, sondern auch der neue Bereich Lohnrichten begründet.
„Dass dieser Schritt richtig und notwendig war, zeigen uns die ersten Erfolge mit unserem Kompetenzcenter Richttechnik“, sagt Rainer Eichhorn, Leiter Service bei Kohler. Damit schlägt das Unternehmen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn neben dem Lohnrichten werden die installierten Maschinen und Anlagen auch für Test- und Versuchszwecke sowie für die Präsentation des Maschinenportfolios genutzt. Mit von der Partie und ergänzend zur Richttechnik ist auch die Kanten- und Oberflächenbearbeitung des Unternehmens Paul Ernst Maschinenfabrik, ebenfalls eine Tochter der Wintersteiger AG.
„In der Regel“, so verrät Eichhorn, „sind unsere Auftraggeber für das Lohnrichten identisch mit den Maschinen- und Anlagenkäufer.“ Eine Maschine oder Anlage kauft ein Kunde, der durch größere Serien oder aufgrund breit gestreuter Geometrien auf Stückzahlen und damit auf Auslastung kommt. Ist die Auslastung einer Maschine jedoch nicht gewährleistet oder sind die Anforderungen an die Richtaufgabe besonders anspruchsvoll, dann treten die Unternehmen mit Kohler in Kontakt. „Unsere Kunden sind vor allem Teilehersteller mit häufig wechselnden Blechteilen und oft auch mit geringen Stückzahlen“, weiß Eichhorn zu berichten.
Blechteilehersteller, die ihre Teile im Kompetenzcenter in Lahr richten lassen, setzen dabei vor allem auf die vieljährige Erfahrung des Maschinenbauers – nicht nur wegen des guten Maschinen- und Anlagenbaus, sondern auch wegen der fachlichen Kompetenz der Kohler-Mitarbeiter. Denn Richten ist eine Kunst! Dennoch hat der Kunde auch die Chance, unter fachlicher Anleitung eines Richtmeisters seine Teile im Kompetenzcenter selbst zu richten. Ausschließlich auf einen Rundum-Service ausgerichteten Dienstleister getrimmt, unterstützt Kohler auch das Handling und den Transport der Teile – ganz nach Wunsch des Kunden.
Das neue lichtdurchflutete Firmengebäude in Lahr mit seinem großzügigen Platzangebot bietet Raum für eine ganze Reihe unterschiedlicher Kohler- und Ernst-Maschinen. Hier treffen Maschinenkäufer und Interessenten wie auch die Auftraggeber für das Lohnrichten von Blechteilen immer auf einen aktuellen und exzellenten Maschinenpark mit der modernen Technik. Das schafft in jeder Hinsicht volles Vertrauen und der Richtkunde, wie auch Besucher, ist so stets auf dem neuesten Stand der Richttechnik und Kantenbearbeitung. Unterstützt wird diese vor allem durch die Maschinenbaureihen Peak Performer PG und Peak Performer GC.
Die Vorteile für Blechteilehersteller, die ihre Bleche nach Lahr zum Richten bringen, liegen schon allein durch eine transparente Kalkulation eines Auftrages klar auf der Hand. „Aufgrund der stetig wachsenden Qualitätsanforderungen bei Blecherzeugnissen wird gleichsam automatisch der Markt für das Lohnrichten mitwachsen. Die Richttechnik wird sich deshalb in der Prozesskette der Blechbearbeitung mehr und mehr als ganz normaler und unumgänglicher Fertigungsschritt etablieren“, stellt Rainer Eichhorn fest. ee











