Umformtechnik

Daniel Schilling,

Schwenkbiegen vollautomatisch

Der bekannte österreichische Fensterhersteller G.S. Georg Stemeseder bietet jetzt auch Sonnenschutzprodukte an. Die Schröder Group ermöglichte dabei für die neue Fertigung einen bisher unerreichten Automatisierungsgrad.

Ein Mitarbeiter legt an der Maschine das Blech an den Anschlagfingern des Evo-Centers an und ruft das Biegeprogramm auf. © Schröder Group

Stemeseder ist in der Branche bekannt für seine Haustüren und Fenstersysteme aus Aluminium, kombiniert mit Holz oder Kunststoff. Hochwertige Aluminiumprodukte rund ums Fenster waren auch die Voraussetzung für ein ergänzendes Geschäftsfeld: Die seit 2018 entwickelten innovativen Sonnen- und Insektenschutzprodukte wurden im Jahr 2020 in eine eigene Tochtergesellschaft ausgelagert. Dabei konnte selbst Corona die neue TS Altotec nicht aufhalten. Dank GS Perfekt, einem einzigartigen und zum Patent angemeldeten Gesamtsystem, das Fenster, Sonnenschutz, Insektenschutz, Fensterbank, Absturzsicherung und Bodenschwelle vereint und einer höchst leistungsfähigen Fertigung, die in Pinkafeld im Burgenland neu aufgebaut wurde, ist das Tochterunternehmen der G.S. Georg Stemeseder heute erfolgreich.

Profile mit hoher Wiederholgenauigkeit

Ingenieur Johannes Maultasch, Leiter der Entwicklung und verantwortlich für den Aufbau der Produktion bei TS Altotec, erläutert die Geschäftsidee: „Ob in Fenstersysteme integriert oder aufgesetzt: Sonnenschutz ist heute nicht mehr nur simple Beschattung, sondern eine intelligent gesteuerte und zentrale Komponente für die Gebäudeklimatisierung.“ Beim Aufbau der Fertigungslinie war das Bewerberfeld für das Abkanten der großen Kästen für die Raffstores schnell übersichtlich: „Die Schröder-Maschine ist ziemlich einzigartig, was Länge und Höhe betrifft. Bis zu 3 mm starke Aluminiumbleche auf bis zu 4.000 mm präzise zu verarbeiten war die eine Voraussetzung. Freiraum unter der Oberwange war die andere – und zwar zusätzlich zu den hohen Werkzeugen“, erläutert Johannes Maultasch die Anforderungen. Auf der Blechexpo 2019 stand Maultasch mit seinem Team das erste Mal vor dem Evo-Center. Mit drehbarem Saugplattenanschlag, Up-and-Down-Biegewange und extrem schnellem Werkzeugwechselautomat führt das Evo-Center das komplette Biegeprogramm ohne manuellen Eingriff durch.

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„Die automatisierte Bearbeitung durch das Evo-Center hat mich vollends überzeugt – Schröder sieht als Hersteller wirklich den Gesamtprozess bei seinen Kunden“, lobt der Ingenieur. Die Maschine wurde geordert und zur Abnahme reiste Johannes Maultasch ins Stammwerk der Hans Schröder Maschinenbau ins bayerische Wessobrunn. Aufbau und Inbetriebnahme der Maschine in Pinkafeld liefen reibungslos, auch wenn die Covid-19-Pandemie beim Aufbau der Fertigungslinie die eine oder andere Hürde aufbaute. „Man spürt die Erfahrung in der Blechbearbeitung. Schröder hat gute Techniker, und der Support war hervorragend und schnell.“ Dass Johannes Maultasch sich so lobend äußert, hängt auch mit einer Verbesserung am Saugplattenteller zusammen, die von Schröder sehr schnell realisiert wurde. Bei der Verarbeitung besonders großer Bleche zeigte sich unter gewissen Bedingungen ein leichter Schlupf. Ein neuer Teller mit mehr und kleineren Saugnäpfen fixiert jetzt auch die größten Bleche zuverlässig.

Weiterer Automatisierungsschritt wird vorbereitet

Und so sieht die Arbeit an dem Biegezentrum aus: Ein Mitarbeiter legt an der Maschine das Blech an den Anschlagfingern des Evo-Centers an und ruft das Biegeprogramm auf. Das sogenannte Advanced Handling System (AHS) – also der Drehteller mit Saugplatten – fixiert das Blech pneumatisch und führt es an die Biegekante. Die Oberwange fixiert das Blech für das Biegen. Alle diese Vorgänge werden von einem optischen Messsystem überwacht und präzise geregelt. Sind alle Büge einer Seite durchgeführt, übernimmt wieder der Drehteller und positioniert die andere Seite des Blechs zur Bearbeitung. Nach Abschluss der Bearbeitung schiebt der pneumatische Manipulator das fertige Werkstück auf die automatische Abstapeleinrichtung auf der Rückseite der Maschine.

Trotz nachfolgender Pulverbeschichtung handelt es sich bei den bis zu vier Meter langen Kästen um Sichtflächen des späteren Produkts. Die manuelle Handhabung zu Beginn des Biegeprozesses stellt immer ein Restrisiko dar, dass Bleche verkratzt werden. Zukünftig soll ein Roboter auch das Auf- und Anlegen des Bleches automatisieren. Im Werk ist der Platz für den Roboter zwischen der Stanzanlage und dem Biegezentrum schon vorgesehen. Nur dieser eine Schritt fehlt noch, dann kann die Fertigung der Raffstore-Kästen voll automatisiert durchlaufen. So kommen die Bleche bereits jetzt mit einem Barcode-Label aus der Stanzanlage, mit dessen Hilfe dann das zugehörige Biegeprogramm aufgerufen wird.

Steigende Stückzahlen

In Pinkafeld werden in zwei Schichten etwa 300 Sonnenschutzsysteme täglich gefertigt. Im Fokus stehen sowohl das Projektgeschäft mit individuellen Lösungen als auch der klassische Sonnen- und Insektenschutz. Hier wird das Portfolio von Stemeseder erweitert – in steigenden Stückzahlen und mit ausreichend Kapazitäten zur weiteren Steigerung. Mittlerweile beschäftigt das neue Werk bereits 117 Mitarbeiter. „Schlussendlich wollen wir unseren Kunden komplette ‚Maueröffnungslösungen‘ bieten“, umschreibt Maultasch die Strategie des innovativen Mittelständlers. „Mit unser Schröder-Evo-Center-Fertigungsstraße sind wir auf Einzelstücke wie auch Serien bestens vorbereitet."

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