Gehäuse aus 3D-Druck

Petra Born,

Zu hundert Prozent individuell

Bei geringen bis mittleren Stückzahlen, komplexen Geometrien und hohen Anforderungen an die Qualität ist der 3D-Druck durch Laserschmelzen das Fertigungsmittel der Wahl. Kuhn-Stoff arbeitet seit 14 Jahren mit EOS-Anlagen – Schicht für Schicht.

Ein Anwendungsbeispiel für additiv gefertigte Bauteile ist das leichte Sendergehäuse von Sarissa zur Positionserkennung handgeführter Werkzeuge. © P. Born

Der industrielle 3D-Druck ermöglicht komplexe Bauteilgeometrien oder bionische Strukturen, er begünstigt den Leichtbau und eine höhere Funktionsintegration. Für die Produktindividualisierung und bedarfsgerechte Fertigung punktet die additive Teilefertigung durch Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Die Bauteile, die Kuhn-Stoff in Weingarten bei Ravensburg für seine Kunden des Sondermaschinenbaus im 3D-Druck herstellt, entstehen allesamt auf EOS-Anlagen. „Hier haben wir einfach seit Jahren beste Erfahrungen gemacht“, erläutert Geschäftsführer Hannes Kuhn. „Mit EOS-Maschinen haben wir völlige Konstruktionsfreiheit, sind flexibel und können aufgrund unserer hohen Anlagenauslastung effizient fertigen. Die Packdichte, die wir erreichen, beträgt neun bis 18 Prozent, das ist optimal.“ Somit lassen sich viele unterschiedliche Bauteile für verschiedene Kunden wirtschaftlich in einem Druckjob herstellen.

Kuhn-Stoff arbeitet unter anderem mit der Formiga P 110 Velocis und ausschließlich mit Polyamid. Dieser kompakte 3D-Drucker von EOS überzeugt den Anwender durch hohe Zuverlässigkeit, leichte Bedienbarkeit, reproduzierbare Bauteileigenschaften und qualitativ hochwertige Endergebnisse. Nach dem Schicht-für-Schicht-Herstellungsprozess durch Lasersintern kühlt die Anlage von 170 Grad Celsius auf handhabbare Temperaturen ab, sodann werden die Bauteile glasperlengestrahlt, um anhaftendes Pulver zu entfernen, und anschließend im Gleitschleifsteinebad gewälzt. So erhalten die Teile eine glatte, einwandfreie Oberfläche. Zum Post-Processing gehört schließlich noch das Einfärben je nach Kundenwunsch.

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Geringes Gewicht, individuell designt

Volker Jauch, Geschäftsführer von Sarissa, mit dem Empfängergehäuse des Local-Positioning-System LPS. © P. Born

Beim Kunden Sarissa, ebenfalls in Weingarten ansässig, entstehen auf diese Weise Gehäuse für Sender und Empfänger des „Local Positioning System“ (LPS). Es dient der Positionsbestimmung von Werkzeugen und Händen bei diversen Arbeitsprozessen in der industriellen Montage und beim Kommissionieren oder Verpacken. Je nach Aufgabenstellung werden Positionen eines sich frei und kabellos im Raum bewegenden Werkzeugs oder der Werkerhände erfasst und gesteuert. Auf diese Weise erfüllt der Arbeitsprozess die Null-Fehler-Strategie in der Fertigung.

Das Sendergehäuse ist je nach LPS-Anwendung frei gestaltbar – beispielsweise für handgeführte Werkzeuge und deren Positionserkennung, für Positionssensoren an Motorhalterungen, für Handbandagen zur Greifüberwachung in Montage-, Handhabungs- und Kommissionierprozessen oder für das Empfängergehäuse. In jedem Fall lassen sich die Gehäuse individuell designen und perfektionieren, zum Beispiel mit Halterungsclip zum Anbringen am Werkzeug oder Schnellspannhalterung an einem Handschuh. Hier arbeiten Volker Jauch, Geschäftsführer von Sarissa, und Hannes Kuhn eng zusammen und ergänzen einander bei konstruktiven Details. „Hannes Kuhn hat immer Ideen, wie man etwas noch verbessern kann. Das ist für uns als Kunde sehr wertvoll“, konstatiert der Sarissa-Chef. So kann er wiederum seinen Kunden qualitativ hochwertige, leichte LPS-Gehäuse für deren Qualitätssicherung in der Produktion bieten.

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