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Artikel und Hintergründe zum Thema

EuroSkills Graz

Andreas Mühlbauer,

Volle Power im Doppelpack

Vom 22. bis 26. September 2021 findet in Graz, Österreich, die „EuroSkills", die Europameisterschaft der Berufe, statt.

Jannis Borchert (21), l., und Lars Keller (23) treten bei der EuroSkills 2021 für Deutschland im Skill Mechatronik an. © WorldSkills Germany

In 43 Wettkampfdisziplinen treffen 450 Teilnehmer aus 31 Nationen aufeinander, um sich mit den besten Nachwuchstalenten des jeweiligen „Skills“ zu messen. Die deutsche Nationalmannschaft wird dabei von CWS Workwear mit branchenspezifischer Berufskleidung ausgestattet. Jeder Teilnehmer erhält Kleidung für Training und Wettbewerbe sowie Freizeit und Business-Kleidung für öffentliche Auftritte. Jannis Borchert (21) und Lars Keller (23) treten für Deutschland als Hoffnungsträger im Skill Mechatronik an. Julia Köhl, Projektmanagerin bei CWS, traf die beiden während des Trainings zum Interview.

Eure Disziplin Mechatronik ist ein Skill, in dem zwei Teilnehmer:innen gemeinsam antreten. Habt ihr eine Rollenverteilung im Team?

Jannis: Meine Aufgabe ist es, eine Miniaturproduktionsanlage aufzubauen, die aus verschiedenen Modulen besteht, zum Beispiel Förderbändern und Magazinen. Dabei gilt es, bestimmte Regeln zu beachten, die in der „Professional Practice“ beschrieben sind. Im Wettkampf bekomme ich ein Bild der Anlage und muss diese aufbauen, allerdings ohne Aufbaupläne.

Lars: Es gibt zudem eine Produktionsbeschreibung, wie alles zu funktionieren hat. Ich programmiere dann die Anlage mit dem Computer.

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Ergänzt ihr euch vom Charakter oder seid ihr euch ähnlich?

Jannis: Wir sind sehr unterschiedlich, aber wir können uns blind aufeinander verlassen. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam. Es gibt bei uns keinen Sündenbock, wenn mal ein Fehler passiert. Wir entscheiden alles zusammen und tragen gemeinsam auch die Konsequenzen. Ich bin eher der, der vorab alles genau plant und überdenkt.

Lars: Ich lege eher los und passe Arbeitsschritte und Fehler im laufenden Prozess an. Das bietet sich beim Programmieren an. Insgesamt ergänzen wir uns sehr gut und arbeiten beide sehr genau, was bei unserem Skill besonders wichtig ist.

Wie bereitet ihr euch auf den Wettbewerb vor?

Jannis: Wir treffen uns ein- bis zweimal die Woche bei mir zu Hause jeweils mindestens vier Stunden oder manchmal auch an jedem Wochentag.

Lars: Wir haben einen Trainingsplan, der z. B. auch Freundschaftswettbewerbe gegen die Teams aus der Schweiz, Belgien und Japan vor den EuroSkills beinhaltet.

Wisst ihr, welche besondere Schutzmaßnahmen für den Wettbewerb getroffen wurden?

Beide: Es gibt für den Wettbewerb ein dynamisches Hygienekonzept, das immer der aktuellen Situation angepasst wird. Nach gegenwärtigem Stand ist eine begrenzte Anzahl an Zuschauern vorgesehen. Als Nationalmannschaft werden wir mit dem kompletten Team, also allen Wettkämpfern, Trainern und dem Rest der Delegation, jedoch eher abgeschottet sein.

Wie habt ihr euch für die EuroSkills qualifiziert? Getrennt oder gemeinsam?

Lars: Wir kennen uns aus der Ausbildung und haben im gleichen Unternehmen, bei Sick, gearbeitet. Wir hatten beide Interesse daran, an den EuroSkills teilzunehmen. Wir haben uns dann zusammen als Team bei den deutschen Meisterschaften auf der Bildungsmesse didacta 2019 gegen sieben weitere Teams qualifiziert.

Was sagt euer Arbeitgeber zur Teilnahme?

Lars: Der freut sich für uns und wirbt auch damit.

Wisst ihr, gegen wie viele Teilnehmer:innen ihr antreten werdet?

Jannis: Aktuell sind 10 Teams gemeldet.

Kennt ihr eure Aufgabenstellung?

Jannis: Alle Teams bekommen sechs Monate vor dem Wettkampf einen möglichen Aufbau, welcher alle Module des ersten Wettkampftages beinhaltet. Wir können uns also gezielt mit den Modulen beschäftigen und mögliche Szenarien ausprobieren. Wie die finale Aufgabe schlussendlich aussieht, erfahren wir aber erst am Tag des Wettkampfes.

Wie schätzt ihr eure Chancen ein?

Lars: Wir haben starke Gegner. Aber wir konzentrieren uns ganz auf uns. Wir sind beide mental sehr stark und werden auch Mentaltraining in unsere Vorbereitung mit aufnehmen. Dabei werden wir durch die Mentaltrainer der Nationalmannschaft unterstützt.

Worauf freut ihr euch am meisten?

Lars: Wir freuen uns, einfach dabei zu sein und für Deutschland anzutreten.

Jannis: Es ist wirklich eine tolle Auszeichnung, sein Land zu vertreten. Für uns ist es auch wichtig, Spaß am Wettbewerb zu haben.

Was zeichnet euch aus?

Beide: Wir sind beide sehr ehrgeizig und motivieren uns gegenseitig. Das ist eben der große Vorteil im Skill Mechatronik.

Was gefällt euch an eurem Beruf?

Wir haben uns wegen der Abwechslung und der Vielfältigkeit für den Beruf Mechatronik entschieden. Der Beruf ist sehr zukunftsfähig, da es immer mehr Jobs gibt, in denen Mechatronik gefragt ist, da mechanische und elektronische Komponenten zusammenspielen.

Welche Pläne habt ihr für nach dem Wettbewerb?

Jannis: Wir wollen uns beide beruflich weiterentwickeln und dazulernen. Ich starte ab Oktober mit einem dualen Studium im Bereich Mechatronik.

Lars: Ich mache eine Weiterbildung als staatlich geprüfter Techniker, mit dem Schwerpunkt Datenkommunikation.

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