Zerspanen
Ganz dicht durchgeführt
Die Eisenbahn fährt nicht ohne sie und Raketen starten nicht ohne sie ins All: Drehdurchführungen finden ihren Einsatz in vielen Anwendungsbereichen. Sie ermöglichen Medien den abgedichteten Übergang zwischen feststehenden Druckleitungen und rotierenden Maschinenteilen. Und damit sind wir schon mittendrin in der Praxis: Sie sind überall dort zu finden, wo Heizdämpfe, Wasser-Glykol-Gemische, Hydraulik- und Schneidflüssigkeiten sowie Luft, Inertgase und sogar Vakua auf Zylinder, Walzen, Spindeln oder Kupplungen treffen.
Eine besondere Herausforderung bei diesen Aufgaben stellt der gleichzeitige, getrennte Transport mehrerer Medien dar, denn im Regelfall wird gewünscht, dass sich die geführten Medien nicht vermischen. Die Kanäle der Medien müssen vollständig voneinander isoliert sein. In einem solchen Fall kommen zumeist sogenannte Mehrkanal-Drehdurchführungen zum Einsatz. Sie sorgen dafür, dass die verschiedenen Medien über unabhängige Kanäle zu unterschiedlichen Zuleitungspunkten einer Achse transportiert werden. Für jede Anwendung sollten primär der Durchmesser und die Anzahl der Kanäle sowie die Einstellung der Flansche und die allgemeinen Betriebsbedingungen individuell abgestimmt sein. Eine weitere wesentliche Grundlage für das richtige Funktionieren einer Mehrkanaldurchführung bildet die eingesetzte Dichtungstechnik. Ein Hersteller, der die Entwicklung dahingehend vorangetrieben hat, ist Deublin.
Seit dem Jahre 1945 hat sich das Unternehmen von einer kleinen Garagenwerkstatt zum weltweit größten Hersteller von Drehdurchführungen entwickelt. Ausgehend vom Hauptquartier in Waukegan, einer Vorstadt von Chicago, Illinois, ist Deublin weltweit aktiv. Das Produktsortiment des Unternehmens bietet über 500 Standarddrehdurchführungen, über 3000 Sondermodelle sowie mehr als 6000 individuelle Bauelemente, um die spezifischen Anforderungen zu erfüllen. Um minimalen Verschleiß und eine lange Lebensdauer zu erzielen, kommen abhängig von den vorherrschenden Betriebsbedingungen wie Temperatur, Druck und Drehgeschwindigkeit sowie Drehmoment, Medienzusammensetzung und Kanalgröße unterschiedliche Dichtungsarten zum Einsatz. Plastomerdichtungen als individuell hergestellte Verbindungen aus Kunststoff und Elastomer garantieren einen weitaus umfassenderen Schutz vor hohen Temperaturen und hohem Druck als herkömmliche Elastomere. Die Geometrie der Dichtung und das Zusammenspiel von Dichtung und Drehkörper-Dichtfläche müssen dabei je nach Anwendung genau an die Drehgeschwindigkeit und an die Zusammensetzung sowie den Druck des transportierten Mediums angepasst werden. Plastomerdichtungen eignen sich insbesondere für niedrige Drehzahlen (bis zu 250 min-1) und für intermittierende Anwendungen.
Resistent gegen Druck
Mechanische Dichtungen sind, ähnlich den hydrostatischen Dichtungen, für hohen Druck und hohe Geschwindigkeiten ausgelegt. Da bei mechanischen Dichtungen ein gewollter physischer Kontakt hergestellt wird, kann das transportierte Medium praktisch nicht über die Dichtfläche austreten. Bei hochentwickelten Keramik- und Metalldichtungen genügt bereits ein geringes Drehmoment. Neben minimalem Verschleiß und einem optimalen Schutz gegen Medienverunreinigung erreicht diese Bauform eine besonders lange Lebensdauer. Hydrostatische Dichtungen sind für unter Hochdruck transportierte Flüssigkeiten konzipiert, vermeiden auch bei hohen Drehgeschwindigkeiten jeglichen physischen Oberflächenkontakt und erreichen damit hohe Standzeiten. Die Flüssigkeit fließt dabei kontrolliert durch den definierten Spalt zwischen den stationären und rotierenden Oberflächen. So kann bei einem möglichst geringen Drehmoment ein störungsfreier Betrieb gewährleistet werden. Bedingt durch den Flüssigkeitsdurchsatz im „Spalt“ würde man diese Dichtungsform normalerweise per Definition nicht mit unterschiedlichen Medien beschicken, da in klassischer Bauform keine strikte Trennung der Kanäle erreicht wird. Sonderanfertigungen und technische Weiterentwicklung machen diesen Dichtungstyp dennoch sozusagen Mehrmedien-tauglich.
Neben der grundlegenden Dichtungstechnik gibt es weitere Anforderungen, denen zeitgemäße und fortschrittliche Mehrkanal-Drehdurchführungen entsprechen müssen. So sollten sie trotz individueller Auslegung eine kurze Lieferzeit aufweisen, durch einfache Instandhaltung und einen kleinen Ersatzteilkatalog kostengünstig zu betreiben sein. Um diese Vorgaben zu erreichen, hat Deublin im Segment der Mehrkanal-Drehdurchführungen konsequent die Entwicklung vorangetrieben, so dass die neue Serie auf einer speziellen Modulbauweise fußt, bei der passend zu den Kundenanforderungen zwei bis zwölf Transportkanäle und Anschlüsse frei konfiguriert werden können. Das Basis-Doppelanschlussmodul weist in der Standardausführung einen verchromten Rotor auf, der je nach Anwendung zusätzlich gehärtet und geschliffen sein kann. ee







