Ein- und Auslagerung von Sleeves

Für den richtigen Druck

Ein- und Auslagerung von Sleeves. Bauer fertigt Transport- und Lagersysteme für die Druckindustrie. Für einen Kunden in den USA wurde ein System zur Aufbewahrung von Druck- und Trägersleeves realisiert, das große Lasten hochpräzise platziert. Die Positionierung der Z-Achse übernimmt eine Linearachse von Rollon.

Für eine US-amerikanische Flexo-Druckerei hat Bauer ein Sleeve-Lagersystem entwickelt. © Bauer

Der Flexodruck gehört zu den wichtigsten Verfahren im Verpackungsdruck. Vor allem bei flexiblen Verpackungslösungen wie Folien, Tüten oder Tragetaschen sowie kleineren Stückzahlen und Endlosdruckbildern sorgt das moderne Hochdruckverfahren für optimale Druckergebnisse bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit. Als Druckformträger haben sich Sleeve-Systeme etabliert. Sleeves sind gummierte dünnwandige Hülsen, in die das Druckmotiv mittels CO2-Laser eingraviert wird. Sie werden auf den Formzylinderdorn der Druckmaschine aufgezogen und mithilfe von Druckluft fixiert. Im Vergleich zu kompletten Druckzylindern bietet der Einsatz von Sleeves nennenswerte Vorteile wie schnellere Wechsel der Walzenbezüge, kürzere Rüstzeiten sowie eine flexiblere Nutzung der Maschinen (verschiedene Sleeve-Ausführungen können auf dem gleichen Formzylinderdorn eingesetzt werden). Zudem erleichtert das geringe Gewicht der Hülsen die Handhabung und den Transport. Weiteres Plus: Sleeves werden senkrecht gelagert. Das spart Lagerfläche und -kosten.

Flexo-Sleeves sachgemäß und produktionsnah lagern
Eine sachgemäße und produktionsnahe Lagerung ermöglichen innovative Lösungen wie das „Columba Sleeve Lager“ der Firma Bauer. „Die hohe Variantenvielfalt der verschiedenen Aufträge bezüglich Umfang, Breite und anderer technischer Parameter erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Sleeves in der Nähe der Druckmaschinen“, erklärt Martin Siebold, Geschäftsführer von Bauer, und ergänzt: „Unser Columba Sleeve Lager bietet einen schnellen Zugriff sowie eine professionelle Lagerverwaltung und ist dank seines modularen Aufbaus individuell an die Anforderungen und Gegebenheiten des Kunden vor Ort anpassbar.“ Das hat auch eine Flexo-Druckerei in den USA überzeugt. Für die Lagerung von Flexo-Sleeves mit einer Länge von 1,40 bis 1,78 Meter, einem Durchmesser von 18,3 bis 21,6 Zentimeter sowie einem Gewicht von 13,6 bis 31,8 Kilogramm hat Bauer ein modernes Sleeve-Lagersystem realisiert. 

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Die Rollon-Achse ist für die Positionierung der Z-Achse verantwortlich. © Bauer

Die Ein- und Ausgabe der Sleeves erfolgt über ein Drei-Achs-System. Die Y-Achse, die für die genaue Positionierung der Z-Achse verantwortlich ist, hat Bauer daher mit einer Linearachse aus dem Hause Rollon ausgestattet. „Wir haben schon seit längerer Zeit Rollon-Produkte im Einsatz“, so Siebold. Als Spezialist für lineare Bewegungssysteme kennt Rollon die Anforderungen im Maschinen- und Anlagenbau und liefert modulare Automationskomponenten sowie das erforderliche Anwendungs-Know-how für den Aufbau von Mehrachssystemen in Pick-and-Place-Anwendungen. Auf Basis seines Portfolios an unterschiedlichen Teleskopschienen, Linearführungen und Linearachsen realisiert der Komplettanbieter flexible und wirtschaftliche Handhabungslösungen – individuell konzipiert und passgenau auf die jeweilige Applikation zugeschnitten.

Präzision bei großer Spannweite und schweren Lasten
Für die Y-Achse des Sleeve-Lagers für die US-amerikanische Druckerei war ein fettfreies System mit einem Hub von 7.000 Millimeter, einer Gesamtlänge von 8.200 Millimeter sowie einer Belastung von 300 Kilogramm gefordert. Aufgrund dieser Anforderungen wählte Rollon eine Kombination der Produktfamilien Tecline und Speedy Rail aus der Actuator Line. „Die Speedy Rail muss weder gewartet noch geschmiert werden, allerdings sind die Profile maximal 250 Millimeter breit. Das hätte im konkreten Anwendungsfall aufgrund der großen Lasten sowie der enormen Spannweite zu einer zu großen Durchbiegung geführt“, erklärt Frank Thomas, Verkaufsleiter Linearachsen/Systeme bei Rollon. Hier kam dem Lineartechnikspezialisten sein umfangreicher Komponentenbaukasten zugute. Als Lauffläche für die Speedy Rail-Rollen dient nun ein 360 Millimeter breites Solyda-Profil. Die prismatischen Führungen aus selbsttragendem Aluminium wurden speziell zur Konstruktion steifer und leichter Strukturen geschaffen und garantieren hohe Dynamiken sowie eine hohe Belastbarkeit. Selbst große Lasten lassen sich so hochpräzise und leise handhaben. „Mit Abmaßen von 360 mal 200 Millimeter ist Solyda unser größtes Portalprofil“, so Thomas. „Wir nutzen es sowohl für die Tecline PAR/PAS360 – wie beim Sleeve-Lagersystem von Bauer – als auch für die Modline TCR/TCS360 sowie unsere größte Roboter-Verfahrachse SEV360-2.“ 

Die lange Querachse (Y) hängt komplett über den Produkten. Wichtig ist, dass kein Fett auf die Sleeves tropft. Hier kommt der Vorteil der wartungsfreien Speedy Rail-Läufer zum Tragen. Da zugunsten einer höheren Belastbarkeit und besseren Tragfähigkeit das Solyda-Profil verwendet wurde, schützt eine Abtropfvorrichtung unterhalb der kompakteren Z-Achse die wichtigen Flexo-Sleeves. Mit einem Greifer werden die Hülsen aus dem Lagersystem herausgeholt sowie wieder hineingesetzt. Die Tecline-Achsen haben eine Wiederholgenauigkeit von plus/minus 0,05 und bringen damit die notwendige Präzision für die millimetergenaue Positionierung mit. Die Kraftübertragung erfolgt über eine schrägverzahnte, gehärtete Zahnstange mit geschliffenen Zähnen – ideal zum Überbrücken langer Hübe sowie für den Einsatz in verschmutzten Arbeitsumgebungen. Die Verzahnung gestattet hohe Lastzahlen und sorgt für eine sanfte Linearbewegung. Auf Kundenwunsch hat Rollon die Achse so vorbereitet, dass Bauer das Getriebe mit einfachen Mitteln selber montieren konnte. Zum Lieferumfang gehörten außerdem Energieketten mit Rinne sowie entsprechende Adaptionen zur Anbindung an die X-Achsen. as

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