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Metalle haben Probleme!

Ja, Chemisch-Nickel-Schichten sind so etwas wie die Wunderwaffe für Konstrukteure, Instandhalter und Reparatur-Spezialisten gegen die Widernisse der Metallbearbeitung. Die Eigenschaften der Schichten sind in großem Rahmen variierbar, die Dicke der Schichten kann bis zu mehreren Millimetern reichen und das Schönste an den Schichten: Sie können absolut konturtreu aufgebracht werden! Diese Konturtreue ist von unschätzbarem Wert!

Im Werkzeugbau: Spritzgießwerkzeuge und Werkzeuge für die kunststoffverarbeitende Industrie bekommen genau die gewünschten Oberflächeneigenschaften, wobei die Dicke der später aufgebrachten Schicht bei den Abmessungen des Grundwerkzeugs gleich berücksichtigt wird. Nach dem Beschichten stimmen alle Werkzeugmaße ¿ sogar in den Hohlräumen und Bohrungen! Bohrungen können im Durchmesser auch unabhängig beschichtet werden, sogar auf Passungsmaße. Besonders im Formenbau und bei Prägewerkzeugen besticht die Eigenschaft der Konturentreue: Profilierte Oberflächenstrukturen, Ätz- oder Erodierstrukturen gehen beim Beschichten nicht verloren sondern bleiben ohne Einebnungseffekt erhalten.

Reparatur und Instandhaltung: Gebrochen ist kaputt! Aber: Verschlissen ist heilbar! Heilbar durch verschiedene Methoden, meist durch Auftragschweißen, aber auch durch Chemisch-Nickel. Egal, ob ausgemergelte Bohrung, abgeleierte Welle oder vergammelte Fläche, bis zu mehreren Millimetern dicke Schichten bringen verlorenes Material wieder zurück. Und vor allem, was für Material... mit der gewünschten Härte, mit Trockenlauf-Eigenschaften, mit Korrosionsschutz, mit...

Allgemeiner Maschinenbau: Was für den Werkzeug- und Formenbau sowie für Instandhaltung und Reparatur nützlich ist, das kann natürlich auch der allgemeine Maschinenbau nutzen ¿ entweder im Vorfeld, bewusst eingeplant, oder im Nachhinein, wenn das Kind schon im Brunnen liegt.

Wobei es noch erwähnenswert ist, dass diese Schichten sehr gut nachbearbeitet werden können. Schleifen, Erodieren und Polieren sind gar kein Problem. Beim Fräsen und Bohren könnte die gewählte Härte (bis zu 62 HRC) eventuell problematisch werden. Auch müssen nicht die kompletten Werkstücke beschichtet werden, relativ einfaches Abdecken ermöglicht das selektive Beschichten. Und, was in Notfällen auch ganz hilfreich ist, die Spezialisten können die Schichten auf chemischem Wege wieder entfernen. Kein Problem, die Werkstücke danach nochmals neu zu beschichten.

Verfahrensbedingte Vorteile

Für diejenigen, die sich in der Galvanotechnik nicht so gut auskennen, hier noch etwas Grundsätzliches: Nickel kann man mit Strom (elektrolytisch, klassisch-galvanisch) oder stromlos (chemisch) in Bädern abscheiden. Die elektrolytische Abscheidung hat aber den Nachteil, dass sich die positiv geladenen Metallionen auf den elektrischen Feldlinien zum Werkstück (Kathode) hin bewegen. Das führt immer dazu, dass dort, wo die Feldlinien nahe beisammen liegen, viel Schichtmaterial ankommt und bei wenigen Feldlinien wenig oder auch gar nichts landet. Unter dem Strich bedeutet dies: Äußere Werkstückkanten mit dicken Schichten, innen liegende Konturen (Ecken, Winkel, Vertiefungen, Bohrungen) mit sehr dünnen Schichten. Keine konturgetreue Abscheidung, Einebnung der Erodier- und Ätzstrukturen.

Beim stromlosen (chemischen) Abscheiden dieser Schichten lagern sich die Metallionen gleichmäßig auf den gesamten katalytisch wirksamen Oberflächen (Werkstück) ab, auch in Hohlräumen, Ecken, Winkeln und Bohrungen. Da keinerlei Feldlinien als Transportwege im Spiel sind, ist die absolute Konturtreue gegeben. Dieses Verfahren eignet sich für fast alle metallischen Werkstoffe und arbeitet ohne den gefürchteten Wärmeverzug, denn die maximale Badtemperatur beträgt nur 88 Grad Celsius.

Dieter Capelle

Links: http://www.novoplan-aalen.de

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