Wirtschaft + Unternehmen

Macht's die Menge noch?

Die Halde hat ausgedient. Nicht nur im Ruhrgebiet ist sie immer seltener zu finden, auch die Produktion auf Halde, also die Massenproduktion mit riesigen Lägern, gehört der Vergangenheit an. Anstatt nach mehr oder minder genau ausgearbeiteter Prognose einen Plan zu erstellen und dann munter drauflos zu produzieren, gehen heute immer mehr ¿ und vor allem immer kleinere ¿ Unternehmen direkt auf ihre Kunden zu und fragen: ¿Was brauchst du? Wann? Und in welcher Menge?¿ Auf Englisch nennt sich das dann Production on Demand oder Supply Chain Managing. Liefen also früher die (Markt-) Analyse und die Produktion im Wechsel, so laufen sie heute zeitgleich ab. Wobei nicht nur die Menge genau auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt wird, sondern auch die Produkttypen. Ziel ist die Fertigung von Einzelstücken unter Ausnutzung der Kostenvorteile einer Massenproduktion.

Massenweise Einzelstücke...

Science fiction? Mitnichten. Der Automatisierungsschub der letzten Jahr hat zum Teil hochflexible Fertigungslösungen hervorgebracht, die durchaus in der Lage sind, sowohl heute drei davon, als auch morgen 3000 hiervon zu produzieren. Preislich liegen solche Automaten irgendwo zwischen Handmontage und Sondermaschine. Was hierbei an Marge durch Masse verschenkt wird, kann nur durch einen perfekten Informationsfluss wieder hereingeholt werden. Denn er ist die Grundlage für die erzielbare Marge durch Flexibilität.

Genau an diesem Punkt setzt der Siemens-Bereich Industrial Solutions & Services mit seinen IT Plant Solutions, Softwarelösungen für die digitale Fabrik, an. Ziel dieser Lösungen ist es, die Produktivität in allen Bereichen durch einen glatten, ungehinderten Informationsfluss noch weiter zu steigern. Das betrifft Angebots- und Auftragsbearbeitung ebenso wie Fertigungssteuerung, Produktentwicklung oder Dokumentation. Immer entsteht dabei ein Mehrwert, sei es in Form von Qualität, Geschwindigkeit, Kostenreduktion, Liefertreue oder Flexibilität, der vom Kunden honoriert wird.

...in der Halle...

Teil dieser Werkzeugkiste für die digitale Fabrik ist Sitrace. Das Informationsmanagementsystem für die Industrie trägt Daten aus ERP-Systemen auf der einen Seite und Fertigungssteuerungen auf der anderen Seite zusammen, analysiert diese und bereitet sie in Form von Trendkurven und Tabellen als Entscheidungshilfe auf. Durch die Berücksichtigung aller im Unternehmen oder an verschiedenen Standorten vorhandenen Daten erhöht Sitrace damit die Transparenz, kann zur Rückverfolgung bei Störungen, zum Nachweis von Produktionsschritten für die Qualitätssicherung oder zur Überwachung der Anlagenzustände und Wartungsplanung genutzt werden.

Wer massenhaft Einzelstücke produzieren will, sieht sich plötzlich einem überproportional gestiegenem Aufwand für Auftragsverwaltung, Lagerhaltung und Logistik gegenüber gestellt. Hier setzt Siloc, das Lagerverwaltungs- und Koordinationssystem, an. Es arbeitet eng mit dem hausinternen ERP-System zusammen, verwaltet die Lagerplätze, steuert und überwacht die innerbetrieblichen Transportvorgänge und unterstützt aktiv die Kommissionierung. Und das sowohl im Kleinteilelager als auch im Distributionszentrum draußen vor der Stadt.

...und im Büro

Ein anderes, häufig unterschätztes Feld für Rationalisierungen bei der Massenfertigung von Unikaten ist die Dokumentation. Die übernimmt die Hybrix Factory. Dahinter verbirgt sich ein Informations Management System für Texte und Bilder, das diese verwaltet und anhand einer Stückliste zu kompletten Dokumenten unterschiedlicher Art zusammen setzt. Maschinendokumentationen, Serviceanleitungen und Ersatzteillisten für aus zwar häufig wiederkehrenden, aber sehr zahlreichen Modulen bestehenden Anlagen werden in der Regel anhand einer Stückliste mittels einer Textverarbeitung zusammengestellt. Hybrix Factory dagegen legt die Dokumentation für jedes einzelne Modul formatunabhänging und in Texte und Bilder zerlegt in einer relationalen Datenbank ab. Die Struktur entspricht dabei der der realen Anlage oder Maschine. Diese Dokumentationsbausteine lassen sich dann über eine direkte Ankopplung an ein ERP-System von SAP wie die realen Module zu einer kompletten Dokumentation zusammen-¿bauen¿. Durch die strikte Trennung von Inhalt und Format entstehen dabei mit gleichem ¿ geringem ¿ Aufwand sowohl gedruckte Handbücher wie auch verlinkte on- oder offline nutzbare Webdokumentationen. Insbesondere durch die gegenüber der Dokumentationszusammenstellung von Hand in den Bereichen Heraussuchen, Zusammenstellen und Formatieren erzielte Automatisierung kann der Dokumentationsaufwand gesenkt werden. Die damit verbundene Qualitätssteigerung lässt sich wie immer schwer in Zahlen fassen.

Der Kundenwunsch nach individuellen Lösungen, flexible Produktionsmittel und IT-Werkzeuge, die Sie den Profit nicht aus den Augen verlieren lassen ¿ die Zeiten, in denen die Produkte, die Ihre Fertigung verlassen, sich glichen wie ein Ei dem anderen, sind damit vorbei.

Matthias Meier

Links: http://www.is.siemens.de

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