Geschäftsbericht 2016/2017

Lenze meldet Rekordumsatz und investiert

Lenze verstärkt den Wachstumstrend: Das Unternehmen meldete mit 678,3 Millionen Euro einen neuen Umsatzrekord. In wenigen Jahren soll die Marke von einer Milliarde Euro geknackt werden. Gleichzeitig kündigte Lenze ein Investitionsprogramm von mehr als 100 Millionen Euro an.

Lenze verstärkt den Wachstumstrend: Das Unternehmen meldete mit 678,3 Millionen Euro einen neuen Umsatzrekord. (Bild: Lenze)

Die Lenze-Gruppe ist weiter auf Wachstumskurs. Der Spezialist für Automatisierungslösungen im Maschinenbau hat im Geschäftsjahr 2016/2017 (1. Mai 2016 bis 30. April 2017) seine Prognosen übertroffen. Auf der Bilanzpressekonferenz präsentierte der Vorstand außerdem die Strategie Lenze 2020+, mit der sich die Unternehmensgruppe, die in diesen Tagen ihr 70-jähriges Bestehen feiert, konsequent auf weiteres globales Wachstum ausrichtet. „Lenze geht es gut, wir wollen auch in Zukunft weiter wachsen – und zwar weltweit. Dazu werden wir den Fokus noch stärker auf unsere Kompetenz als Systemanbieter für die Automatisierung von Maschinen legen“, so der Vorstandsvorsitzende Christian Wendler, der gleichzeitig ein umfassendes Investitionsprogramm ankündigte.

Größter Umsatzanstieg in Europa

Bei Umsatz und Profitabilität konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2016/2017 neue Rekordwerte ausweisen. Der Konzernumsatz stieg um 31,9 Millionen Euro auf 678,3 Millionen Euro (plus 4,9 Prozent). Den größten absoluten Umsatzanstieg erzielte das Unternehmen in Europa. Hier stieg der Umsatz um 17,8 Millionen Euro (plus 3,6 Prozent) auf 514,0 Millionen Euro. Aber auch in anderen Regionen legte die Lenze-Gruppe deutlich zu: in Asien um 12,3 Prozent auf 83,7 Millionen Euro, in Amerika um 6,4 Prozent auf 77,9 Millionen Euro.

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Zum Erfolg habe beigetragen, dass Lenze in den vergangenen zwei Jahren seine Vermarktungs- und Vertriebsstärke massiv ausgebaut habe. Ziel sei es, dies in den kommenden Jahren fortzusetzen, so das Unternehmen. Zudem wurden die verschiedenen neuen Bausteine im Portfolio vom Markt sehr gut angenommen. So gelang Lenze beispielsweise mit der universell einsetzbaren Frequenzumrichtergeneration i500 die beste Produkteinführung der Unternehmensgeschichte. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag mit 58,5 Millionen Euro um 20,7 Prozent über dem des Vorjahres. Die EBIT-Marge verbesserte sich von 7,5 Prozent auf 8,6 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern erhöhte sich von 31,5 Millionen Euro auf 38,1 Millionen Euro.

Der Brutto-Cashflow aus operativer Tätigkeit wurde aufgrund des verbesserten Ergebnisses um 17,1 Prozent auf 56,1 Millionen Euro gesteigert. Das schuf Raum für Investitionen und Akquisitionen. So hat Lenze im zurückliegenden Geschäftsjahr Logicline aus Sindelfingen/Baden-Württemberg mehrheitlich übernommen. Logicline ergänzt das Lenze-Portfolio um Enterprise-Cloud-Anwendungen, mobile Apps und innovative Internet-of-Things-(IoT)-Lösungen. Trotz dieser Investition erhöhte sich der Free-Cashflow der Lenze-Gruppe um 11,7 Prozent auf 36,4 Millionen Euro. Auch das Eigenkapital wurde gestärkt. Bei einer Bilanzsumme von 466,3 Millionen Euro erreicht die Quote 64,1 Prozent (Vorjahr: 63,7 Prozent). Gleichzeitig wurden die Finanzverbindlichkeiten um 27,9 Prozent auf 21,2 Millionen Euro vermindert.

Zur Umsetzung der Strategie sieht das Unternehmen in den kommenden Jahren deutlich mehr als 100 Millionen Euro über das bestehende Niveau hinausgehende Zukunftsinvestitionen vor. Von diesen wird ein wesentlicher Teil ab dem begonnenen Geschäftsjahr 2017/18 in das Kernprojekt Mechatronic Competence Campus fließen. Mit dieser bisher größten Investition der Unternehmensgeschichte werden drei Produktionsstätten in ein hochmodernes Werk mit modernster Logistik zusammengefasst.

Wachstumsstrategie Lenze 2020+

In der Industrie 4.0 rücken Digitalisierung, Software und die Vernetzung von Maschinen stärker in den Fokus. Für diese Entwicklung sieht sich Lenze gut aufgestellt. Gemeinsam mit seinen Kunden automatisiert die Unternehmensgruppe weltweit mehr als 1.000 Maschinen pro Jahr. Die Wachstumsstrategie Lenze 2020+ setze den schon vor einigen Jahren begonnenen Weg hin zu einer klaren Marktsegment-Orientierung konsequent fort und schaffe die Grundlagen für stabiles Wachstum im Kerngeschäft, erklärte das Unternehmen. Gleichzeitig greife sie die Herausforderungen der Digitalisierung auf und schaffe neben dem Kerngeschäft Raum, um neue, zukunftsorientierte Geschäftsfelder zu entwickeln.

Lenzes Portfolio baut auf drei Säulen auf: zum einen auf mechatronischen Produkten und Paketen, zum anderen auf hard- und softwarebasierenden Automatisierungssystemen – das Kerngeschäft des Unternehmens. Hinzu kommen zukunftsweisende digitale Services als dritte Säule. Hier hat Lenze mit dem 15 Jahre alten Tochterunternehmen encoway, einem Softwareanbieter für Lösungen für Konfiguration, Preisfindung und Angebotserstellung (CPQ), einen Erfahrungsvorsprung gegenüber seinen Marktbegleitern. Mit der Übernahme der Mehrheit an logicline hat sich Lenze 2017 im Bereich des Industrial Internet of Things (IIoT) verstärkt.

Der Vorstand sieht die zukünftige Entwicklung von Lenze positiv. Für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 rechnet er mit einem Umsatzwachstum, das leicht über dem des Berichtsjahres liegen dürfte. Auch die Profitabilität (EBIT-Rendite) soll sich weiter verbessern. Mittelfristig soll die neue Strategie für ein dynamisches Wachstum bei nachhaltiger Profitabilität sorgen. Schon in wenigen Jahren soll die Marke von einer Milliarde Euro beim Umsatz erreicht sein. as

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