KIT-Wissenschaftlerin ausgezeichnet

Leibniz-Preis für Britta Nestler

Professorin Britta Nestler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erhält den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis 2017 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die DFG würdigt die Mathematikerin und Physikerin für ihre Forschung zur computergestützten Materialmodellierung.

Leibniz-Preisträgerin Britta Nestler (Foto: S.Göttisheim/ KIT)

Wie entwickelt sich die Mikrostruktur eines Werkstoffs während der Herstellung, beispielsweise beim Gießen oder Walzen von Blechen? Welchen Einfluss auf die Lebensdauer haben Wärme oder mechanische Beanspruchung etwa in Kraftwerkskesseln oder Solaranlagen? Um diesen Fragen nachgehen zu können, erforscht Britta Nestler mithilfe computergestützter Simulationen die Mikrostrukturen von Materialien. Sie vereint dabei materialwissenschaftliche und softwaretechnische Expertise und entwickelt realistische dreidimensionale Materialmodelle mit multiskaligen und multiphysikalischen Ansätzen.

Theorie und praxisnahe Forschung

Die theoretischen Erkenntnisse der Mikrostrukturmodellierung auf Höchstleistungsrechnern bringt sie auch in praxisnahe Forschung mit der Industrie ein, unter anderem um Bremsscheiben, Korrosionsprognosen und medizinische Diagnostik zu verbessern. Ihre Themen sind beispielsweise das Gefüge von Kristallen, Fertigungsprozesse, poröse Medien, Rissausbreitung oder der Phasenübergang zwischen Flüssigkeit und Feststoff bei der Erstarrung von Legierungen. Als Materialforscherin kooperiert sie mit Geologen etwa zur Ausbildung von Kornstrukturen in Gesteinen und hilft so Prozesse der Erdgeschichte und der Geothermienutzung besser zu verstehen. Mit Energieforschern entwickelt sie Schaumstrukturen mit integrierten Phasenwechselmaterialien für den Einsatz in Latentwärmespeichern.

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„Die Auszeichnung ist hoch verdient“

„Professorin Britta Nestler arbeitet höchst erfolgreich interdisziplinär in der computergestützten Materialforschung und gehört zu den Top- Wissenschaftlerinnen in ihrem Fachgebiet“, sagt der Präsident des KIT, Professor Holger Hanselka. „Sie war 2001 Deutschlands jüngste Professorin und erhielt seither zahlreiche Preise, unter anderem im Jahr 2007 den Landesforschungspreis Baden-Württemberg. Die Auszeichnung mit dem Leibniz-Preis ist hoch verdient.“

Der Leibniz-Preis wird seit 1986 jährlich von der DFG vergeben. Er zeichnet herausragende Wissenschaftler für ihre Forschungen auf allen Gebieten der Wissenschaft aus. Er ist mit 2,5 Millionen Euro der höchstdotierte Wissenschaftspreis Deutschlands.

Seit 2010 forscht und lehrt Britta Nestler am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und ist dort Mitglied der kollegialen Leitung des Instituts für Angewandte Materialien. Zudem ist sie seit 2008 Direktorin der Abteilung Computational Materials Science and Engineering am Institute of Materials and Processes an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HsKA). Ebenfalls im Jahr 2008 gründete sie das Steinbeis-Transferzentrum „Werkstoffsimulation und Prozessoptimierung“, das sie auch leitet. Seit 2001 hat Nestler eine Professur an der HsKA inne. as

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