Wirtschaft + Unternehmen

Kunststoff - wenn es schwierig wird

Alle zwei Tage drei neue Produkte! Diese Aussage kennzeichnet am besten das Entwicklungspotential des Hauses Pöppelmann. Kunststoffverarbeitung von der Beratung bis zu den Serienteilen ¿ über den Bildschirm, das Rapid Prototyping, den Werkzeugbau und das Spritzgießen.

Wenn der Konstrukteur von seinen gewohnten Werkstoffen abweicht, sich zum Beispiel den Kunststoffen zuwendet, dann sollte er sich keine Alleingänge mehr erlauben. Auch erfahrene Konstrukteure greifen gern auf die Beratung der Kunststoffverarbeiter zurück. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, Fehler zu machen. Und auch wer alles richtig macht, der kann sich doch nie sicher sein, diesen vielfältigen Werkstoff optimal genutzt zu haben. Der Einsatz von Kunststoffen ist ein beratungsintensives Geschäft.

Diese Weltanschauung teilen auch die Kunststoffverarbeiter. Sie freuen sich über jede Anfrage aus den Konstruktions- und Entwicklungsabteilungen: denn es ist für sie viel einfacher, den optimalen Werkstoff im geeigneten Verfahren anforderungsgerecht in Form zu bringen, als mit Exoten das Unmögliche realisieren zu müssen. Der kluge Konstrukteur macht also sich und dem Verarbeiter das Leben leichter. Dass unter dem Strich dabei auch noch sehr viel Geld gespart wird, ist angenehmer Nebeneffekt.

Wissen der Anderen nutzen

Bücher über den Kunststoff als Werkstoff haben meist das Format einer Bibel: Auswahl und materialbedingte Eigenschaften lassen sich nicht in einer Broschüre zusammenfassen ¿ deshalb auch die nicht enden wollenden Tabellenseiten. Genau wie bei den Metallen, so haben auch die einzelnen Kunststoffe ihre Mucken und Stärken. Es gilt halt, das Optimale rauszuholen. Steht dann der Werkstoff, so gilt es, das geeignete Verarbeitungsverfahren zu finden. Auf den ersten Blick scheint das keine große Herausforderung zu sein, denn die Anzahl der Verfahren ist begrenzt und überschaubar. Doch spielt in diese Wahl nicht nur der Werkstoff hinein: Die gewünschte Geometrie der Teile muss mit dem gewählten Verfahren auch realisierbar sein. Und Realisierbarkeit, das heißt in diesem Falle auch Werkzeugkosten, Maschinen-Stundensätze, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Aufwand der Prozessführung, Ausschussquote,...

Wenn also die Kunststoffverarbeitung eine Sache der Erfahrung und des Know-hows ist, dann sollten Sie sich für Ihr Haus den richtigen Partner suchen. Da gibt es in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern sicher reiche Auswahl. Doch geht es um ¿Partnersuche¿, so spielen nicht nur Können und Kompetenz eine Rolle, auch Sympathie und Vertrauen gehören dazu. Deshalb müssen Sie selber testen, ob das hier vorgestellte Haus Pöppelmann für Sie in Frage kommt.

Dieses Haus gehört zu den Großen in Deutschland ¿ und ist doch mächtig stolz auf den Zusatz ¿Familienunternehmen¿ ¿ immerhin schon seit gut fünfzig Jahren. An fünf Produktions-Standorten sind fast 900 Mitarbeiter beschäftigt, davon rund 80 ausschließlich im Werkzeug- und Formenbau. 380 Spritzgießmaschinen und 13 Thermo-Formanlagen arbeiten fast immer im Dreischicht-Betrieb. Vier Geschäftsbereiche arbeiten mit Kunden unterschiedlicher Branchen zusammen, um das Haus konjunkturell unabhängig zu machen. Dazu gehören auch Pflanzsysteme für den Erwerbsgartenbau oder privaten Verbraucher und Kunststoffprodukte für die Pharma-, Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, worauf ich hier aber nicht näher eingehen möchte.

Technik für die Industrie

Was Sie aber sehr wahrscheinlich schon kennen, das ist das Kapsto-Programm: Rohrschutzkappen, Verschlussstopfen, Dichtschrauben ¿ alles zum Schützen von Bohrungen, Öffnungen, Innen- und Außengewinden. Teile nach Norm oder als Sonderanfertigung. In diesem Bereich zählt die Verfügbarkeit. Daher ist jede relevante Stückzahl der 3000 Standardausführungen kurzfristig aus Lagervorrat lieferbar. Rund hundert Spritzgießmaschinen jagen im Dreischichtbetrieb mehr als 2000 Tonnen Kunststoff jährlich durch die Formwerkzeuge.

Denken Sie aber bitte nicht, dass es in diesem Bereich nach dem Motto ¿Masse statt Klasse¿ zugeht. Natürlich, eine einfache Kappe, um das Außengewinde eines Rohres zu schützen und das Rohr zu verschießen, das ist kein technologisches Meisterwerk. Doch auch diese Kappe ist nach Norm gefertigt, hält vorgegebene Toleranzen ein und ist qualitätsgesichert.

Interessanter wird es natürlich, wenn der ¿einfache¿ Verschluss noch zusätzliche Aufgaben erfüllt. Funktionalität ist dann gefordert, meist in Hinblick auf schnelle Montage und Demontage, aber auch hinsichtlich Abdichtungsvermögen gegen austretende Flüssigkeiten. Dann bekommen Stopfen und Kappen oft Laschen, doppelte Wandungen, elastische Dichtkegel, Überwurfmuttern oder andere Zusätze ¿ und manchmal, bei besonders aufwendigen oder pfiffigen Lösungen, einen Stempel vom Patentamt. Schließlich gilt es auch in diesem Markt, sich vor den Nachahmern zu schützen.

High-tech in Serie

Die Vorzeige-Projekte allerdings, die finden sich in der Abteilung ¿K-Tech¿. Was da in Zusammenarbeit mit Zulieferfirmen, der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Apparatebau oder der Elektroindustrie das Licht der Welt erblickt, das sind fast alles Teile mit Vorzeige-Charakter. In diesem Bereich zeigt sich am deutlichsten, wie in enger Zusammenarbeit von Konstruktion, Fertigungstechnik und Kunststoffverarbeiter das entsteht, was alle Beteiligten im Nachhinein kopfnickend als ¿die denkbar wirtschaftlichste Lösung¿ bezeichnen.

Es beginnt mit Gesprächsnotizen und Freihandskizzen, führt über das ¿Pflichtenheft¿ mit Anforderungsprofilen und endet dann erstmal vorläufig am 3D-CAD-Bildschirm. Das, was dort zu sehen ist, das wird dann von den Fachleuten so weit korrigiert, bis alle zufrieden sind: Die Konstruktion bringt noch einige Verstärkungsrippen an, die Fertigungsleute brauchen noch an einigen Stellen glatte Flächen ¿zum Anfassen¿ für die automatische Montage, die Werkstoff-Spezialisten haben noch Tipps zum Verhalten des Materials in Verarbeitung und Anwendungspraxis, die Formenbauer wünschen sich noch hier und da eine zusätzliche Entformungsschräge ¿ und die Chefs (so sagt es jedenfalls das gängige Vorurteil) wollen ein Modell sehen, weil sie sich sonst das Ding nicht richtig vorstellen können.

Aber auch ohne Defizite in der Vorstellungskraft, gibt es gute Gründe, die CAD-Daten zum Rapid Prototyping rüber zu schicken. Ein schnell zur Verfügung stehendes maßgenaues 1:1-Modell kann zeigen, ob die Montage tatsächlich automatisiert werden kann, macht deutlich, ob die anderen Funktionsteile mit diesem neuen wirklich Hand in Hand arbeiten und kann auch schon unter Belastung kritische Bereiche und Verformungen aufzeigen. In diesem Herstellungsstadium noch etwas an der Konstruktion zu ändern, ist gar kein Problem, denn der Werkzeugbau hat ja noch nicht die Arbeit aufgenommen. Der tut sich natürlich mit Änderungen am Werkzeug wesentlich schwerer, als die Konstrukteure mit dem Ändern einiger Daten vorm CAD-Bildschirm.

Der Rest ist dann Routine: Den Werkzeugbau überraschen keine unlösbaren Probleme mehr, denn er hat seine Gedanken ja schon frühzeitig mit eingebracht und die Kunststoffverarbeiter können beim Spritzgießen ihre Erfahrungsroutine einbringen. Da im Vorfeld auch schon die Qualitätskriterien genauestens festgelegt sind, stehen die Messverfahren und die Messstellen schon fest, ob dann Stichproben-Kontrolle oder Hundert-Prozent-Prüfung erforderlich sind, das ist Vereinbarungssache. Und natürlich wissen auch schon alle vorher, was wie dokumentiert werden soll.

Das ist Fertigungstechnik ohne unliebsame Überraschungen. Und wer sowas mal erlebt hat, der wird diesen Weg zum Produkt nicht mehr verlassen. Ob auch Sie dieser Weg zukünftig nach Lohne führen wird, das müssen Sie selbst entscheiden. Auf jeden Fall haben Sie auf der Hannover-Messe die Möglichkeit zu ersten Gesprächen.

Dieter Capelle

Links: http://www.poeppelmann.com

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