Industriegeschäft schwächelt

Schaeffler: Kartellstrafe verhagelt die Bilanz

Der Automobilzulieferer Schaeffler verzeichnete im vergangenen Jahr steigende Gewinne bei konstantem Umsatz. Wegen einer gesalzenen Kartellstrafe bleibt unter dem Strich jedoch weniger übrig. Zudem schwächelte das Industriegeschäft.

Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzenderder Schaeffler AG.

Das von der EU am Mittwoch verhängte Bußgeld in Höhe von 370 Millionen Euro verdarb dem Unternehmen bereits die Bilanz 2013 - trotz der gute laufenden Geschäfte der Autosparte. "Das ist sehr bitter für uns", sagte Übergangschef Klaus Rosenfeld am Donnerstag in München. Das einzig Positive an der Nachricht sei, dass das Verfahren abgeschlossen sei. 

Eigentlich hätte allein die Autosparte einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 1,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Kartellstrafe ließ den Überschuss in dieser Sparte aber um mehr als ein Viertel auf 736 Millionen Euro zusammenschmelzen. Die EU geht davon aus, dass Schaeffler mit fünf Konkurrenten die Preise für Wälzlager für Autos und Lastwagen jahrelang künstlich hoch gehalten hat. Insgesamt verhängte die EU Strafen von knapp einer Milliarde Euro. 

Unter dem Strich sank der Gewinn des hoch verschuldeten Unternehmens von 870 auf 865 Millionen Euro. Darin sind auch Einnahmen aus der Beteiligung an Continental enthalten. Der Verkauf von 1,95 Prozent der Anteile an Conti spülte 187 Millionen Euro in die Kassen.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Schaeffler einen Umsatz von rund 11,2 Milliarden Euro (+0,7 %). Dass hier kein größeres Plus verzeichnet wurde, sei vor allem auf den starken Euro zurückzuführen, so der Konzern. Die Sparte Automotive wuchs währungsbereinigt  um 8,6 Prozent. Zugleich gingen die Umsätze der Sparte Industrie, die rd. 27 Prozent des Gesamtumsatzes der Schaeffler Gruppe ausmachten, währungsbereinigt um 8,1 Prozent zurück. "Die beiden Sparten Automotive und Industrie haben sich im Geschäftsjahr sehr unterschiedlich entwickelt. Während das Automotive-Geschäft erneut deutlich stärker als der Markt gewachsen ist, lagen die Umsätze der Sparte Industrie marktbedingt unter dem Niveau des Vorjahres", sagte Rosenfeld.

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Für das Geschäftsjahr 2014 gibt sich das Unternehmen optimistisch. "Wir werden unsere Wachstumsstrategie auch in diesem Jahr konsequent weiterverfolgen. Aufgrund der stringenten Ausrichtung unserer Geschäfte auf die globalen Wachstumsmärkte, der hervorragenden Positionierung in unseren Geschäftsfeldern und der Vielzahl von Produktneuanläufen insbesondere in der Sparte Automotive gehen wir davon aus, im Jahr 2014 ein Umsatzwachstum vor Währungseinflüssen von 5 bis 7 Prozent zu erzielen", so Rosenfeld. Für die Sparte Automotive erwartet das Unternehmen erneut ein deutlich stärkeres Umsatzwachstum als die weltweite Produktionssteigerung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. In der Sparte Industrie weist die positive Entwicklung der Auftragseingänge im vierten Quartal 2013 auf ein moderates Wachstum der Umsatzerlöse im Jahr 2014 hin. Aufgrund der erwarteten verbesserten Ergebnissituation in der Sparte Industrie und der weiterhin stabilen Ergebnissituation in der Sparte Automotive geht das Unternehmen davon aus, auch in diesem Jahr eine operative Ergebnis-Marge (EBIT-Marge) von 12 bis 13 Prozent zu erwirtschaften. kf

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