Wirtschaft + Unternehmen
"Auch nein sagen können"
Mit den beiden Produktstandbeinen Drucküberwachung und Antriebstechnik baut Suco seine Marktposition ständig aus und kann 2006 das dritte Rekordjahr in Folge vermelden. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz stellt das Unternehmen und Geschäftsführer Peter Stabel vor.
SCOPE: Suco konnte in den vergangenen Jahren kräftige Umsatzzuwächse verzeichnen und erwirtschaftete 2005 einen Umsatz von 15 Millionen Euro. Wie entwickelte sich 2006?
Stabel: Suco hat sich auch 2006 hervorragend behauptet und kann das dritte Rekordjahr in Folge melden. Wir erzielten ca. 18,3 Mio. € Umsatz. Dabei ist erfreulich, dass beide Produktbereiche, Antriebs- und Fluidtechnik , 2-stellige Prozentzuwächse verzeichnen konnten.
SCOPE: Sind die Strukturen und Prozesse in Familienunternehmen wie Suco im Vergleich mit kurzfristig agierenden Shareholder-Value-Unternehmen wettbewerbsfähiger?
Stabel: Ich denke nicht, dass sich hier eine Aussage verallgemeinern und auf alle Unternehmen übertragen lässt. Suco ist ein sehr erfolgreiches Unternehmen, das auf Kontinuität setzt. Und Kontinuität schafft Vertrauen, intern wie extern. Wir haben eine schlanke Organisation und motivierte, leistungsbereite Mitarbeiter. Dies ist keine Floskel sondern Fakt. Die Prozesse müssen in jedem Unternehmen effizient und mit geringen Reibungsverlusten ablaufen. Hier sehe ich eher unternehmensindividuelle Stärken oder Schwächen, nicht jedoch typische Unterschiede zwischen Familienunternehmen und Shareholder-Value-Unternehmen.
SCOPE: Welche Innovationen, Ideen oder Ereignisse haben in den letzten Jahren zu der Entwicklung von Suco maßgeblich beigetragen?
Stabel: Suco hat in den letzten zehn Jahren einen starken Wandel erlebt. Aufbauend auf den vorhandenen Stärken erfahrener Mitarbeiter, sehr guter Produkte mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis und einer guten Marktposition in Deutschland und Mitteleuropa wurden alle Kernbereiche einer Balance Score Card unter die Lupe genommen und konsequent modernisiert und verbessert.
SCOPE: Wo sehen Sie beim Produktionsstandort Deutschland die Herausforderungen?
Stabel: Die Vereinfachung des Steuer- und Abgabenrechts im Sinne von Prof. Kirchhof, die Liberalisierung des Arbeitsrechts und massive Verbesserung der Infrastrukturen (Straßen- und Schienennetz) stehen hier ganz oben auf der Agenda für die Wirtschaftsunternehmen. Für die allgemeinen Rahmenbedingungen halte ich eine deutliche Straffung der Behörden unter Leistungsaspekten ebenso unumgänglich, wie die Reduzierung der Anzahl der Bundesländer mit einer entsprechenden Reduzierung der Ämter.
SCOPE: Welche Bedeutung hat der Begriff „Kundenorientierung“ für Sie?
Stabel: Eine extrem weit reichende. Ganz wichtig ist, dass jeder Mitarbeiter den Kunden im Mittelpunkt seiner Bemühungen sieht. Das betrifft den „internen“ Kunden, also die nachgelagerten Bereiche eines Arbeitsprozesses ebenso wie den externen Kunden. Nur wenn dies in der Firmenphilosophie gelebt wird, ist hoher Kundenservice überhaupt möglich. Allerdings muss ein seriöses Unternehmen auch in der Lage sein, zu unwirtschaftlichen oder gar unseriösen Kundenforderungen „Nein“ sagen zu können.








