KI + Datenanalyse
Gemeinsamer Standard
Innerhalb der Forschungsinitiative „Open Factory“ beteiligen sich die ERP-Hersteller Infor, Proalpha, Psipenta und SAP an der Entwicklung und Etablierung eines neuen Quasi-Standards für Abläufe und Datenstrukturen des überbetrieblichen Auftragsmanagements im Maschinen- und Anlagenbau. Hierzu wird ein internetbasiertes, offenes Koordinationsinstrument entwickelt, das den effizienten Datenaustausch zwischen verschiedenen ERP-Systemen ermöglichen soll. Das Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen koordiniert im Rahmen dieser Initiative seit April 2004 die Kooperation von zwölf Projektpartnern aus Wissenschaft, Industrie und der Softwarebranche.
Die meisten Aufgaben im Rahmen der verteilten Fertigung, wie etwa die kooperative Nutzung von Kapazitäten oder die verlängerte Werkbank, verlangen nach deutlich flexibleren und einfacheren Planungs- und Steuerungsabläufen als heute üblich. Gleichzeitig werden die resultierenden Herausforderungen wie Schnittstellenvielfalt und Dateninkonsitenz, die einen erheblichen personellen und finanziellen Aufwand bei der manuellen Erfassung von Dokumenten oder der Einrichtung teurer EDI-Verbindungen erfordern, häufig unterschätzt. So ist die effiziente Zusammenarbeit in Produktionsnetzwerken derzeit im Wesentlichen durch uneinheitliche Datenmodelle verschiedener ERP-Systeme oder anderer betrieblicher Anwendungssysteme beeinträchtigt. Die redundante Datenpflege bei verschiedenen Partnern eines Netzwerks sowie die mehrfache Durchführung diverser Planungs- und Steuerungsaktivitäten in unterschiedlichen Systemen ist nur ein Problem hierbei. Gerade kleine und mittlere Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau scheuen daher oft den Aufwand zur Einrichtung einer Vielzahl von Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit ihren Lieferanten und anderen Wertschöpfungspartnern. Aus diesem Grund stellen Telefon, Fax und Briefpost im Maschinen- und Anlagenbau nach wie vor die wichtigsten Kommunikationsmittel für das überbetriebliche Auftragsmanagement dar.
Der zu entwickelnde Quasi-Standard „My Open Factory“, dessen erstes Release im August 2005 veröffentlicht wurde, soll eine kostengünstige und einfache Partizipation an der integrierten Auftragsabwicklung ermöglichen. Insbesondere mittelständische Unternehmen sollen dann im Sinne einer „Plug & Do“-Verknüpfung mit anderen beteiligten Unternehmen über den Quasi-Standard Aufträge abwickeln können, ohne dabei von redundanter Datenpflege und der aufwändigen Kopplung diverser Einzelsysteme belastet zu werden. Weitere Infos hierzu unter http://www.myopenfactory.de.sg









