3D-Drucker für Betonbauteile

Roboter am Bau

Das Start-up Aeditive hat ein Verfahren entwickelt, um Betonbauteile per Roboter 3D-zu-drucken. Kuka forscht an der weiteren Automatisierung des Baus.

Bauteile werden per Roboter gedruckt. © Kuka

Die Bauindustrie muss sich nicht nur mit den aktuellen Herausforderungen der Corona-Pandemie auseinandersetzen. Auch der zunehmende Fachkräftemangel und der Nachholbedarf beim Thema Digitalisierung machen der Branche zu schaffen – zum Beispiel bei der digitalen Planung oder automatisierten Produktionstechniken. Das Start-up Aeditive hat mit Kuka Technologie ein roboterbasiertes Verfahren entwickelt, das dies ändern soll.

„Strukturelle Mängel und veraltete Arbeitsmethoden sind in der Bauindustrie allgegenwärtig“, sagt Alois Buchstab, Vice President Advanced Robotic Applications bei Kuka. Die Verständigung von Architekten, Bauherren und Konstrukteuren sei häufig von Silo-Denken geprägt. Zudem sei die Branche wie kaum eine zweite vom Fachkräftemangel bedroht. Digitalisierung und Robotik seien die Schlüssel, um diese Herausforderungen zu lösen. Die Bauindustrie hat hier Nachholbedarf; das Automatisierungspotenzial ist beträchtlich.

Dass Robotik schon heute sinnvoll in der Bauindustrie eingesetzt werden kann, beweist das Start-up Aeditive. Das Hamburger Unternehmen hat den „Concrete Aeditor“ entwickelt – eine Art Baucontainer, in dem Betonbauteile mithilfe von zwei Kuka-Robotern per Sprühverfahren Schicht für Schicht additiv gefertigt werden. Die Kunden sind nicht mehr auf teure und zeitaufwendige Schalungen angewiesen; Automatisierungsgrad und Nachhaltigkeit der Fertigung lassen sich so steigern, meint Alexander Türk, CEO und einer von vier Gründern von Aeditive.

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Der „Concrete Aeditor“ soll im ersten Schritt in Fertigteilwerken zum Einsatz kommen, im zweiten Schritt direkt auf Baustellen. „Die Bauindustrie steht ganz am Anfang ihres Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesses. Roboter werden dabei eine große Rolle spielen. Als Lösungsanbieter wollen wir frühzeitig bereit sein“, sagt Alexander Türk.

Bei Kuka hat die Erschließung neuer Branchen wie der Bauindustrie einen hohen Stellenwert. „Roboter könnten künftig bei der Produktion von Gebäudekomponenten zur Anwendung kommen. Auch der Einsatz auf der Baustelle ist denkbar“, sagt Alois Buchstab. Dadurch könnten sich Produktivitätssteigerungen ergeben, die wiederum dem ständig wachsenden Bedarf an Wohnraum zugutekämen.

Schon seit einiger Zeit engagiert sich Kuka beim Projekt „Internet of Construction“ der RWTH Aachen. Das Projekt befasst sich mit der Digitalisierung, digitalen Gebäudemodellen sowie der Vernetzung der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette und hat unter anderem das Ziel, die Termintreue und Bauqualität des Bauwesens mithilfe eines durchgängigen Informationsflusses zu steigern. pb

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