Etikettier- und Drucktechnik

Petra Born,

Kennzeichnung im gefalteten Zustand

Wenn die Produktverpackung über diverse Linien erfolgt, kann es sinnvoll sein, die Kennzeichnung der Faltschachteln vorher in einer speziellen Anlage zu bündeln. Für einen polnischen Hersteller von Fahrzeugfiltern hat Kraus Maschinenbau die „FK Codingline“ entwickelt und nutzt Etikettier- und Drucktechnik von Bluhm Systeme.

Die FK Codingline von Kraus Maschinenbau zur Codierung von Faltschachteln unterschiedlichster Formate. © Bluhm Systeme

Faltschachteln lassen sich an verschiedensten Stationen im Produktionsprozess kennzeichnen. Oft werden sie unmittelbar vor oder nach der Befüllung bedruckt oder etikettiert. Möglich ist die Kennzeichnung aber auch bereits im gefalteten „Ursprungszustand“. Der Spezialist für Zuführ- und Vereinzelungssysteme von Papier und flachen Produkten Kraus Maschinenbau bietet mit der „FK Codingline“ ein spezielles Maschinenkonzept zur Codierung von Faltschachteln unterschiedlichster Formate an. Durch den modularen Aufbau lässt sich die Codingline mit unterschiedlicher Kennzeichnungstechnik ausstatten und an Kundenbedürfnisse anpassen.

Für einen polnischen Filterproduzenten hat Kraus eine Highspeed-Anlage mit Kennzeichnungstechnik von Bluhm Systeme entwickelt. Es sind zwei Etikettierer sowie zwei großformatige thermische Inkjetdrucker in die Linie integriert. Da die Faltschachteln hier über einen Reibanleger auf ein Saugband gespendet und mittels Vakuumsystem weitertransportiert werden, ist eine Codierung an beliebigen Stellen der Produkte möglich.

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Zunächst erfolgt die Kennzeichnung durch zwei Etikettendruckspender vom Typ Legi-Air 4050AC. Diese Systeme applizieren druckluftfrei; sie sind robust und für den Rund-um-die-Uhr-Einsatz geeignet. Die bewährte Spendertechnik stammt aus dem jahrzehntelang von Bluhm weiterentwickelten Alpha-Serienbau. Verarbeitet werden darin größtenteils standardisierte Teile aus Großserienproduktion. Je nach Ausführung können die Spender Produkte mit einer Geschwindigkeit von 50 Meter pro Minute von oben und unten gleichzeitig etikettieren. Sie verarbeiten Etikettengrößen von 14 mal 20 bis 148 mal 210 Millimeter. So ist je nach Format die Applikation bis 600 Etiketten pro Minute möglich.

Druck mit Thermotransfer- oder Thermodirektdruckverfahren möglich

Die Spender verwenden Druckmodultechnik führender globaler Hersteller. In den beiden Anlagen der FK Codingline sitzen Novexx-Druckmodule. Diese „Print Engine Modules“ eignen sich besonders für Karton- und Plastik-Klebematerialien. Sie drucken entweder im Thermotransfer- oder Thermodirektdruckverfahren in einer Auflösung von maximal 300 dpi und erreichen Geschwindigkeiten bis 400 Millimeter pro Sekunde. Da die Druckgeschwindigkeit die Spendegeschwindigkeit übersteigt, laufen die vorgedruckten Etiketten in eine sogenannte Pufferschlaufe, von der aus sie zeitunkritisch weiterverarbeitet werden können.

In der Kraus-Anlage erstellen acht Schreibköpfe ein gemeinsames Druckbild. © Bluhm Systeme

Nach der Etikettierung erfolgt die Bedruckung der Produkte mit Klartext und Barcodes. Der Endkunde wünschte sich im konkreten Fall 100 Millimeter Druckbreite und eine hohe Auflösung von 600 dpi. Daher integrierte Kraus Maschinenbau zwei thermische Inkjet-Drucksysteme vom Typ Markoprint XB8JET in die FK Codingline. Sie können jeweils bis zu acht Schreibköpfe anzusteuern, die gemeinsam ein Druckbild bis 100 Millimeter Breite realisieren. In den Druckköpfen sitzen Kartuschen des Tintenherstellers HP; sie beinhalten eine solventhaltige Tinte, die eine schnelle Trocknung des Drucks auf nicht saugfähigen Oberflächen ermöglichen. Mit einer Auflösung von 600 dpi drucken die XB8JETs das gewünschte Layout gestochen scharf auf die lackierten Faltschachteln auf.

Neben dem thermischen Inkjet sind alternativ Druckköpfe einsetzbar, die Piezo-Inkjet-Technologie verwenden. Hiermit wird eine Auflösung von 300 dpi erreicht sowie pro Druckkopf eine Höhe bis 100 Millimeter. Bei acht Druckköpfen wären somit 800 Millimeter hohe Druckbilder machbar. In der Kraus-Anlage erstellen die acht Schreibköpfe ein gemeinsames Druckbild. Mit dem XB8JET wäre es auch möglich, die Druckköpfe paarweise auf unterschiedliche Linien zu verteilen; so lassen sich von einem Steuergerät aus bis zu vier verschiedene Druckbilder gleichzeitig aufbringen.

Die Ansteuerung der Schreibköpfe erfolgt über eine Einheit im Schaltschrank der FK Codingline. Nach der Kennzeichnung werden die etikettierten und gedruckten Codes mittels Kamerasystem kontrolliert und in Datenbanken verwaltet. Produkte mit nicht lesbaren Codes schleust die Codingline automatisch in eine Auffangbox aus. Alle anderen Faltschachteln werden in ein Auslageband übergeben und dort manuell entnommen. Von hier aus lassen sich die verschiedenen Verpackungsanlagen bequem bestücken.

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