Vakuumpumpen
Luft-Anwendungen aus einer Hand
Zahlreiche industrielle Anwendungen benötigen heute Vakuum; die Nachfrage nach entsprechenden Technologien steigt kontinuierlich an. Nicht nur in der Elektronikindustrie ist Vakuum ein selbstverständlicher Bestandteil der Betriebstechnik; auch in vielen anderen Branchen gehört es zur betrieblichen Infrastruktur. Der Vakuum-Markt lässt sich in die Segmente „grob“ und „fein“ unterteilen, die sich bei den Technologien, Produkten und Anwendungen wesentlich unterscheiden. Pneurop, das europäische Komitee der Hersteller von Kompressoren, Vakuumpumpen, pneumatischen Werkzeugen und verwandter Ausstattung, legt die Grenze für das Grobvakuum auf ein mbar fest. Atlas Copco hat sich hauptsächlich auf Grobvakuum oder industrielles Vakuum spezialisiert.
„Wir haben unser Fachwissen aus der Kompressortechnik auf die Vakuumpumpen-Technologie übertragen“, erklärt Jürgen Wisse, Business-Line-Manager Industriedruckluft bei Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik. „Denn zwischen Druckluft- und Vakuumerzeugung gibt es viele Ähnlichkeiten, so dass sich hier Synergien ergaben.“ Damit bietet das Unternehmen seinen Kunden nun effiziente Lösungen für alle Luft-Anwendungen aus einer Hand an: Kompressoren, Gebläse, Stickstoff- und Sauerstoffgeneratoren sowie nun auch Vakuumpumpen-Systeme.
Die neuen Vakuumpumpen-Systeme der GV-Serie arbeiten laut Wisse sehr zuverlässig und erzeugen ein „grobes Vakuum“ zwischen 0,5 und 650 mbar (a). Um Vakuum zu erzeugen, stehen unterschiedliche Technologien zur Verfügung. Zu den gängigen Lösungen gehören ölabgedichtete Technologien mit Schrauben- oder Schaufelelementen, Trockenläufer mit Schaufelelementen, kontaktfreie Trockenläufer mit interner Verdichtung mit Klauen-, Schrauben- oder Scroll-Elementen sowie kontaktfreie Trockenläufer ohne interne Verdichtung mit Gebläsen oder Zentrifugen. Es hängt von der jeweiligen Anwendung – die wiederum den Druckbereich vorgibt – ab, welche Lösung die beste Leistung und Effizienz bringt. Der Essener Spezialist kann technologieunabhängig beraten; denn im Konzern werden alle Bauarten entwickelt und vertrieben. Bei den oben genannten Betriebsdrücken bietet die ölabgedichtete Schraubentechnologie die beste Leistung bei niedrigem Energiebedarf. Entsprechend arbeitet die neue GV-Baureihe mit einem zuverlässigen Schraubenelement. Für kleine Volumenströme bietet der Hersteller zudem eine Reihe neuer Drehschieber-Vakuumpumpen an. Über ein Regelventil am Pumpeneingang lässt sich die Kapazität dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Das reduziert nicht nur die Niveauschwankungen des Vakuums im System auf ein Minimum, sondern erlaubt darüber hinaus den Betrieb der Pumpe am energetisch niedrigsten Betriebspunkt. Aufgrund ihres ruhigen Betriebs lassen sich die Maschinen nahe ihrem Einsatzpunkt installieren. Außerdem ist die Installation als Teil eines zentralen Vakuumsystems möglich. „Viele Anwender sind der Meinung, dass die laufenden Kosten für Vakuumanlagen vernachlässigbar sind“, beobachtet Wisse. „Diese Annahme stimmt jedoch nicht. Häufig lassen sich allein an Strom- und Wartungskosten pro Pumpe rund 2.000 Euro jährlich einsparen.“
Effizientes Vakuum für viele Anwendungen
Die GV liefert Kapazitäten zwischen 500 und 5000 m³ pro Stunde, wodurch sie für viele Anwendungen geeignet ist. Vom Drucken und Verpacken über die Kunststoffverarbeitung und Elektronik bis hin zur Holzbearbeitung oder der Flaschen- und Konservenabfüllung erzeugt die GV ein effizientes Vakuum. Auch ökologische Aspekte können den Ausschlag für den Einsatz der Vakuumpumpentechnologie geben. So hat jüngst ein Lebensmittelverarbeiter im chinesischen Hangzhou seine Getränkedosenabfüllung von Flüssigkeitsringpumpen auf GV-Vakuumpumpen der Essener umgestellt. Das Vakuum hält die Dosen-Rohlinge in Position, während man sie stempelt und bedruckt. Mit den Flüssigkeitsringpumpen bestand das Problem, dass die Pumpe oft ein Teil der Druckfarbe angesaugt und das Wasser in ihrem Inneren verunreinigt hat. Zudem musste man das Wasser separat sammeln und kostenpflichtig entsorgen. Ebenfalls ausschlaggebend für den Technologiewechsel war die geringe Effizienz der Flüssigkeitsringpumpen bei hohem Energiebedarf. Um Auflagen zur Verminderung der Energiekosten zu genügen, entschied sich das Unternehmen für die Vakuumtechnik. jg








