Fördertechnik
Faserstoffe bewegen
Einsatzgebiete für Krane in der Papierindustrie sind vielfältig. Typisch ist der Rollentransport an die Maschine, zum Rollenschneider oder im Walzenlager und der -schleiferei. Besonders wichtig ist Ihr Einsatz aber auch bei der Montage der Papiermaschine und sonstiger Anlagen. In dieser Phase müssen die Hebezeuge pausenlos zur Verfügung stehen. Somit tragen sie ihren Teil dazu bei, die Montagezeit so kurz wie möglich zu halten. Auch bei Umbauten einer Papiermaschine sorgen sie für eine Verkürzung der Stillstandszeiten.
Ein weiterer Einsatzbereich ist der Umschlag von Papierrollen. Hier sind es vielfach Automatikkrane, die mit Vakuumhebern und Greifern die Tamboure und Rollen stapeln und lagern. Besonders hier zahlt sich das Prinzip des flurfreien Hebens und Förderns aus. Das Gebäude hat dabei lediglich die Funktion eines Gehäuses und nur an den Input/Output - Stationen ist bodenseitige Fördertechnik erforderlich. Ansonsten werden keine Regale oder ähnliche Einrichtungen in der Halle benötigt. Spätere Erweiterungen des Lagers und Änderungen in den Abmessungen der Papierrollen sind ohne großen Aufwand möglich. So erreicht das Konzept des krangestützten Rollenlagers eine hohe Flexibilität.
Eine Vielzahl von Hebezeugen in Form von Kranen, Seilzügen und Kettenzügen finden sich zudem an den Servicestellen für die Aggregate (Pumpen und Antriebe), die regelmäßigen Wartungsintervallen unterliegen. So sind in einer mittleren Papierfabrik durchschnittlich über zehn bis 20 größere und mittlere Krananlagen sowie nicht selten 100 bis 150 Wartungshebezeuge im Einsatz.
Anwendungen
Ein Beispiel für die Ausrüstung einer kompletten Papiermaschine mit Kransystemen und Hebezeugen von Konecranes ist die PM4 des Unternehmens Leipa Georg Leinfelder. Insgesamt wurden elf Brückenkrane mit Tragfähigkeiten bis zu 126 Tonnen nebst Lastaufnahmemitteln installiert. Weiterhin eine Vielzahl von Wartungshebezeugen in Form von Elektroseil- und -kettenzügen sowie handbetriebene Hebezeuge. Bereits in der Planungsphase waren die Hebezeugspezialisten in die Gestaltung und Auslegung der Krananlagen und somit der Gebäudekonstruktion eingebunden.
Die günstigen Baumaße der Kransysteme führten dabei zu einer Reduzierung der Hallenhöhe und so zu Einsparungen bei den Baukosten. In der anschließenden Phase der Papiermaschinenmontage waren die Schwerlastkrane über der Maschine dann erstmals im Dauereinsatz. Ohne einen Ausfall waren sie für die teilweise im Dreischichtbetrieb laufende Montagephase mit hoher Verfügbarkeit im Einsatz.
Rund um die Uhr
Ein weiteres Beispiel ist die Zusammenarbeit bei der Neuerrichtung der PM1 bei der Hamburger – Spremberg. Mitte dieses Jahres verließ die erste Rolle die Maschine in der Papierfabrik am Standort Spremberg - Schwarze Pumpe. Ein Schwerlastkran der Hebezeughersteller nahm die Rolle am Trockenteil der 160 Meter langen Maschine ab. Die Krananlagen sind nun rund um die Uhr in den Herstellungsprozess eingebunden und ein wesentlicher Teil des internen Transports der Jahresproduktion von 265.000 Tonnen Papier. Insgesamt gibt es fünf Brückenkrane sowie mehrere Lasttraversen in dem neuen Werk. Unter anderem einen für die Nasspartie, ein Reparaturkran, einer am Poperoller und einer in der Stoffaufbereitung. Weitere in der Vakuumpumpenhalle und in der Werkstatt kommen dazu. Abgerundet wird das Hebeproduktprogramm von diversen Lastaufnahmemitteln.
Die großen, eng in den Prozess der Papierherstellung eingebundenen Krane sind technisch für intensive Beanspruchungen ausgelegt. Ob spezieller Korrosionsschutz, klimatisierte Schaltschränke oder hohe Einstufung der Anlagen, die Hebezeugspezialisten arbeiten an einer maximalen Verfügbarkeit der Anlagen und das bringt den ein oder anderen Papierstapel auch auf unserer Schreibtisch. ma








