Kanalballenpresse von HSM

Der richtige Draht zum Recycling

Auf der Suche nach einem Nachfolger für eine 20 Jahre alte Vorpressklappen-Presse entschied sich Thommen für vollautomatischen Kanalballenpresse HSM VK 12018 R FU. Die Maschine aus dem Hause HSM sei in Sachen Solidität, Effizienz und Sicherheit unschlagbar, so das Unternehmen.

Auf der Suche nach einem Nachfolger für eine 20 Jahre alte Vorpressklappen-Presse entschied sich Thommen für vollautomatischen Kanalballenpresse HSM VK 12018 R FU. (Bild: HSM)

Thommen ist mit elf Standorten eines der führenden Recyclingunternehmen der Schweiz. Das Tochterunternehmen Halter Rohstoff in Biel sammelt und presst vorgepresste Kartonage (B19) und lose Kunststoff-Folien. Jahresvolumen: 25 000 Tonnen. Nach 20 Jahren machte bei Halter eine Großformat-Ballenpresse zunehmend Sorgen. Wartungs- und Ersatzteilkosten stiegen stark, berichtet Hans-Peter Kremer, technischer Entwickler bei Thommen, so dass es für das Unternehmen an der Zeit war, sich nach einer neuen Ballenpresse für den Standort in Biel umzusehen. Wichtige Kriterien bei der Auswahl waren dabei Maschinensolidität (Statik, Verschleiß), Arbeitssicherheit, Energieverbrauch, Drahtverbrauch, Geräuschpegel und Wartungsaufwand – neben der technischen Kompetenz des künftigen Lieferanten und dem Preis.

Aufgrund eines Artikels in einer Recycling-Fachzeitschrift wurde Kremer auf HSM aufmerksam und nahm Kontakt auf. Einen Besuch im HSM-Werk in Salem am Bodensee fand Kremer „sehr beeindruckend“, man habe gesehen, wie hoch der Eigenfertigungsanteil bei HSM sei. „Made in Germany“ ist dem Recycler und vor allem seinem Chef Dr. Tobias Thommen sehr wichtig. Auch von mehreren Referenzbesuchen bei HSM-Kunden in Süddeutschland reiste Kremer zufrieden wieder in die Thommen-Zentrale nach Kaiseraugst bei Basel zurück. Unter anderem besichtigte er einen Betrieb, in dem seit sieben Jahre eine Großformat-Kanalballenpresse von HSM die gesamte Materialpalette in ständigem Wechsel klaglos presst. „Ich konnte sehen, wie gut die Maschine bei hoher Belastung im Alltag funktioniert.“

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Hans-Peter Kremer, technischer Entwickler bei Thommen (Bild: HSM)

Thommen stellte schließlich an den neuen Maschinenlieferanten eindeutige Forderungen: Vertraglich wollte man vereinbaren, dass die Maschine zurückgeht und Strafzahlungen erfolgen, wenn Produktversprechen (Durchsatzleistung, Ballengewicht, Stromverbrauch, etc.) nicht eingehalten würden. Nur HSM war bereit, diese Versprechen auch schriftlich zu geben. Somit war für Kremer klar, „dass HSM zu seinem Produkt und hinter den angepriesenen Leistungen steht“. Es waren genau diese Produkteigenschaften, die Thommen schließlich die VK 12018 R-FU (120 Tonnen Presskraft, 180 Zentimeter Einfüllöffnungslänge) bestellen ließen. Es handele sich um eine langlebige, robuste und effiziente Anlage, sagt Hans-Peter Kremer. Die HSM-Presse habe geringe Betriebskosten (Strom, Draht) sowie eine ruhige Laufkultur. Zudem erfülle sie alle aktuellen Vorschriften zur Arbeitssicherheit. Das alles führe zu einem „sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis“.

Einsparungen bei Draht und Stromkosten

Bei Halter wurden die Ballen früher vertikal mit fünf Drähten umreift, heute nur mit vier Drähten. Und das bei gleicher Drahtstärke. Einsparung: 20 Prozent. Für bestimmte Materialien lässt sich problemlos und schnell ein fünfter Draht zuschalten. Die Schweizer Betreiber haben sich auch für einen stufenlosen frequenzgeregelten Antrieb der HSM VK 12018 entschieden. Dieser führe in Kombination mit dem HSM-Pumpenkonzept zu einer deutlichen Energieeinsparung von etwa 50.000 Kilowattstunden pro Jahr – im Dauerbetrieb im Vergleich zum alten ungeregelten Antrieb. Mit dieser Kombination erreiche einzig die HSM-Maschine schon heute die Energieeffizienzklasse IE 4, sagt Kremer. Und das obwohl 2017 erst IE 3 zur gesetzlichen Vorschrift wurde.

Bei Thommen rechnet man vor, dass die Stromeinsparungen, auf eine Maschinen-Laufzeit von 20 Jahren betrachtet, ein Drittel des Kaufpreises einer neuen Presse ausmachen. „Als Großverbraucher ist die Energieeinsparung mit dieser Maschine beachtlich“, sagt Kremer. Dabei sei das HSM-Produkt konsequent auf Langlebigkeit ausgerichtet. Die stressfreie kardanische Aufhängung des Presszylinders etwa verhindere Spannungen und Verkantungen, ein teures Austauschen des Zylinders ist nicht zu erwarten. Zusätzliche Schleißbleche aus hochfestem XAR500-Stahl machen es möglich, nur diese Bleche auszutauschen, aber Kremer erwartet auch das nicht: „Bei unserem Material halten die Bleche 30 Jahre.“ Gut findet er aber, dass Halter mit dieser Maschine für stärkere Verschleiße gerüstet ist – sollten irgendwann einmal in Biel andere Materialien gepresst werden.

Mehr Platz in der Halle

Einen Vorteil ergibt sich auch bei der Logistik: Weil die neuen Ballen bei gleichen Ballenmaßen rund 150 Kilogramm schwerer als die alten Ballen sind, können die LKW schneller beladen werden. Kremer: „Somit reduzieren sich Lagervolumen, Ladezeit und der gesamte Handlingsaufwand.“ Außerdem schlug HSM dem Kunden in der Schweiz vor, mit dem Wechsel zur HSM VK 12018 auch den Maschinen-Standort in der Halle zu verändern. So entstand für Halter mehr Platz.

Tochterunternehmen Halter sammelt und presst vorgepresste Kartonage (B19) und lose Kunststoff-Folien. Jahresvolumen: 25 000 Tonnen. (Bild: HSM)

In den ersten Monaten nach der Inbetriebnahme ist es bei dem HSM-Kunden in Biel noch zu keinen gravierenden Störungen gekommen. Kleinere Macken seien „ruckzuck“ korrigiert worden, sagt Kremer. Und wenn mal ein Problem auftritt, könne es schnell gelöst werden. Entweder über die Fernwartungsfunktion via Internet oder durch den bei HSM stark in der Fläche präsenten Vor-Ort-Service. as

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