Zulieferer

„Erstaunliche Optimierungen“

In der Rolle des Optimierers sehen sich die Ingenieure von Bauer Maschinen & Technologie am allerliebsten. Denn als OEM- Systemlieferant und Re-Design-Spezialist hat das Weilheimer Unternehmen eine Menge zu bieten. Vor allem Maschinenbauer, die ihre älteren Anlagen auf den neusten Stand bringen wollen, sind hier in guten Händen. SCOPE-Redakteur Michael Stöcker stellt das Leistungsspektrum des quirligen Auftragsfertigers vor.
Diskretes Projekt: Montagestand für ein Jet-Triebwerk

Ob teure Werkzeugmaschine, komplizierte Verpackungsanlage oder mächtiger Triebwerks-Montagestand – das Weilheimer Familienunternehmen Bauer Maschinen & Technologie hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1950 einen Namen gemacht als flexibler Auftragsfertiger und Systemlieferant für den Maschinen- und Anlagenbau. Für viele Branchen gehört es heute zu einem verlässlichen Outsourcing- und OEM-Partner. Es beschäftigt derzeit 220 Mitarbeiter, die auf einer Betriebsfläche von 56.000 qm konstruieren, montieren, produzieren und eifrig optimieren.

Übergreifend betrachtet setzt sich das recht breit angelegte Portfolio des Unternehmens aus den drei Geschäftszweigen Technologie, Outsourcing und Fertigung zusammen. Der Bereich Technologie umfasst neben der Wertanalyse und dem Value Engineering die Konstruktion ganzer Produktionssysteme und das Re-Design bestehender Anlagen – inklusive Montage und Inbetriebnahme. Im Bereich Outsourcing leistet Bauer nicht nur die Fertigung und Montage von Maschinen und größeren Baugruppen, sondern sieht sich auch als Systempartner in Sachen Produktoptimierung und Prototyping. Außerdem schließt dieser Geschäftszweig die Teilefertigung und die Beschaffung von Kauf- und Normteilen mit ein sowie auch die Elektroinstallation. Der Bereich Fertigung schließlich erstreckt sich von der mechanischen Bearbeitung über das Schweißen (inklusive Bahnzulassung) bis hin zur Lackiertechnik. Auch der Schaltschrankbau ist hier eingeordnet. Dabei deckt Bauer die komplette Wertschöpfungskette ab – von der Erstellung der Elektroschaltpläne über die Installation und die SPS-Programmierung bis hin zu Funktionsprüfung und Abnahme. „Unsere aktuellen Kapazitäten sind ausgelegt für bis zu 100 Maschinen und Anlagen pro Jahr“, betont Vertriebsleiter Reiner Mayr im Gespräch mit SCOPE. Dabei sieht sich der Auftragsfertiger nicht als Lieferant von großen Stückzahlen oder gar Massenserien, sondern ganz klar als Spezialist von komplexen Einzellösungen und anspruchsvollen Nischenprodukten. Ein besonders gutes Standing hat das Unternehmen derzeit als Systempartner des Werkzeugmaschinenbaus. Hier verfügt es über eine hohe Kompetenz. Über Wertanalysen und das Re-Design erhöhen die Weilheimer die Leistungsfähigkeit und Produktivität gerade von älteren Maschinen ganz erheblich. „Aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen und mit unseren CAD-Werkzeugen können unsere hoch qualifizierten Ingenieure und Facharbeiter hier erstaunliche Optimierungen erreichen“, berichtet Reiner Mayr. In Abgrenzung davon klammert der Vertriebsleiter übrigens das Engineering im engeren Sinne – verstanden als Entwicklungsarbeit – bewusst aus. „Das belassen wir eher in den Händen unserer Kunden“, sagt er.

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Ein Blick in die aktuelle Referenz- und Projektliste des Unternehmens liest sich beinahe wie ein Who-is-Who der deutschen Industrie. Namhafte Firmen aus Luftfahrt, Automobil- und Fahrzeugbau sind hier ebenso vertreten wie Druckmaschinen- oder Verpackungsmaschinen-Hersteller. Auch die Photovoltaik-Industrie gehört zu den Kunden von Bauer und sogar auf dem Gebiet der Postautomation waren die Weilheimer schon tätig. So gesehen dürfte es im großen Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus kaum eine Disziplin geben, die sich das Unternehmen nicht zutraut. Doch es gibt eine Grenze: „Bei einem Anlagengewicht von 20 Tonnen ist uns Schluss“, sagt Vertriebschef Mayr.

Nüchtern betrachtet

Ganz nüchtern betrachtet liegt die Kernkompetenz zweifelsohne in der mechanischen Fertigung großer Bauteile und Baugruppen. Das spiegelt auch der Maschinenpark des Unternehmens wieder: Moderne Bearbeitungszentren, konventionelle Fräs- und Drehmaschinen, mehrere Flach- und Rundschleifanlagen, 3D-Koordinaten-Messmaschinen, mächtige Krane, eine eigene Lackiererei und vieles mehr begegnen einem bei einem Rundgang durch die Produktion. Und hier und da erhascht man auch einen Blick auf (fast) fertige Maschinen und Anlagen – etwa eine Werkzeugschleifmaschine oder eine Produktionsanlage für die Photovoltaik-Industrie.

Für einen OEM-Maschinen- und Anlagenbauer mag es viele Gründe geben, sich mit einem Partner wie Bauer zusammen zu tun. Einsparungen bei den Beschaffungskosten oder eine reduzierte Kapitalbindung etwa. Auch zur Verkürzung der Durchlaufzeiten, zur Senkung eigener Produktionskosten oder zur Verkleinerung eigener Lagerflächen kann eine solche Partnerschaft dienen. „Oder einfach nur zur Reduzierung der Anzahl von Lieferanten“, sagt Vertriebschef Mayr augenzwinkernd.

Michael Stöcker

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