Digitaler Pförtner

Andreas Mühlbauer,

Freie Fahrt für Daten und Lkw

Die Schranke öffnet und schließt sich. Besucher, Lieferanten und Lkw-Fahrer haben freie Fahrt. Ein Anmeldeterminal zeigt nicht nur, wo es hingeht. Beim Logistikzentrum von DAW in Fürstenwalde macht viGuard den Unterschied.

Der digitale Pförtner viGuard bei DAW. © DAW

Auf dem 12 Hektar großen Grundstück lagern Produkte, die uns fast überall begegnen. Ob im Büro, im Kindergarten, beim Konzert, beim Einkaufen, in der Tiefgarage oder Zuhause, im Zentralhub für den Export bei Berlin finden sich Farben, Lacke und weitere Produkte rund um den Bautenschutz. International geht es an der Pforte des Logistikzentrums des 1895 gegründeten Familien-Unternehmens mit 5.600 Mitarbeitern zu.

Dominoeffekt durch Missverständnisse

Eine im Zweischichtbetrieb besetzte Pforte fertigte pro Tag – zusätzlich zu den Einfahrten von Mitarbeitern und Besuchern - bis zu 40 Lkw-Fahrer oder Lieferanten mit vielen verschiedenen Waren ab. Rudimentäre Sprachkenntnisse in Deutsch oder Englisch führten oft zu Missverständnissen. Mit halb verstandenen Wegbeschreibungen zogen Fahrer auf der Suche nach ihrer Be- oder Entladestelle Extrakreise auf dem Gelände.

Falsch erfasste Personen-, Fahrzeug- oder Lieferdaten verschwendeten Zeit in nachgelagerten Prozessen, von der Zufahrt bis über die Rampe ins Warenlager mit 15.000 Stellplätzen. Marco Weiß, Logistikleiter und verantwortlich für den Standort, war deshalb im Rahmen seines Sicherheitsmanagements auf der Suche nach einer integrierbaren Videolösung für den Anmeldeprozess am Tor.

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Offene Schranken statt Sprachbarrieren

Jetzt ist das Pförtnerhäuschen geschlossen. Stattdessen begrüßt viGuard im überdachten Anmeldeterminal Besucher rund um die Uhr in zwölf Sprachen. Seit drei Jahren erfasst und informiert der digitale Pförtner nach hinterlegten Szenarien datenschutzkonform alle Besucher, Lieferanten und vor allem Lkw-Fahrer, die zur Be- oder Entladung das Tor passieren. Ist alles erledigt, öffnet sich die Schranke automatisch.

Via White-List winkt der digitale Pförtner durch, wer bekannt ist. Unbekannte verbindet viGuard direkt mit dem Ansprechpartner, der ihn abholt oder das Tor per Telefoncode öffnet. Lieferanten dirigiert viGuard nach dem ersten „Willkommen“ zum richtigen Tor – inklusive Sicherheitsunterweisung, ausgedruckten Betriebsregeln und Anfahrtsskizze.

Digitalisierung ohne Doppelarbeit

Für schnelle Zufahrtkontrolle, zuverlässige Sicherheitsunterweisung und eindeutige Zuweisung der Ladestelle auf dem Gelände inklusive Notfallszenario entwickelte das Team von vi2vi gemeinsam mit DAW individuelle Anmeldeszenarien. 98 Prozent aller Fälle sind über die nutzerfreundliche Software am Touch-Bildschirm abgedeckt.

Mit diesem System sind Sonderschichten ohne umständliche Personalplanung mit ein paar Klicks organisiert und plötzliche Ausfälle an der Pforte kein Problem mehr. Bei eingesparten Personalkosten im mittleren fünfstelligen Bereich pro Jahr profitiert die DAW vor allem von integrierten Prozessen ohne Zusatz- und Doppelarbeiten.

„viGuard erfasst und verarbeitet alle Daten vom täglichen Betrieb bis zur Dokumentation vollautomatisiert. Das ist auch in Notfallszenarien wichtig“, sagt Weiß, der mit weiteren Schnittstellen zum SAP-System zukünftig noch mehr Vorteile für die Prozessqualität realisieren möchte. Seine Zusammenarbeit mit vi2vi begann 2018 und setzte sich nach der ersten Inbetriebnahme des viGuard über mehrere Entwicklungsphasen fort.

Heute ist das System ein Blueprint für weitere Werke im DAW-Konzern. „In unserer gemeinsamen Arbeit haben wir die Prozesse mit Blick auf die verschiedenen Berufskraftfahrer so heruntergebrochen, dass sie einfach aber doch vielseitig sind. Seit der Inbetriebnahme läuft das System stabil mit einwandfreiem und schnellem Support“, bestätigt Weiß, überzeugt von der vi2vi Technologie- und Prozesskompetenz und gespannt, was sich mit dem viGuard noch alles abbilden lässt. „Die Anmeldung ist nicht schneller, sie ist besser und sicherer. Rund um die Uhr“, ergänzt Weiß.

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