Werkzeugmaschinen

Maschinenfabrik Hermle wächst um 5 Prozent

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle konnte seinen Konzernumsatz in den ersten sechs Monaten 2015 gemessen am vergleichbaren Vorjahreszeitraum um gut 5 % auf 162,0 Mio. Euro steigern (Vj. 154,2). Damit entwickelte sich der schwäbische Werkzeugmaschinenhersteller etwas besser als die gesamte Branche, die nach Angaben des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) im Berichtszeitraum einen Umsatz auf Vorjahreshöhe erzielte.

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG mit Sitz in Gosheim produziert Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren für Branchen wie Medizintechnik, optische Industrie, Energietechnik, Luftfahrt-, Automobil- und Motorsportindustrie sowie bei deren Zulieferer.

Der Zuwachs bei Hermle resultierte aus dem Ausland, wo sich das Geschäftsvolumen um mehr als 13 % auf 100,3 Mio. Euro vergrößerte (Vj. 88,7). Hierin waren auch positive Währungsumrechnungseffekte aufgrund des schwachen Euro enthalten. Der Inlandsumsatz ging um etwa 6 % auf 61,7 Mio. Euro zurück (Vj. 65,5).

Das Betriebsergebnis (EBIT) des Hermle-Konzerns bewegte sich im ersten Halbjahr 2015 mit 28,1 Mio. Euro annähernd auf dem entsprechenden 2014er Niveau von 28,3 Mio. Euro, obwohl es von einmaligen negativen Währungseffekten aus der sprunghaften Aufwertung des Schweizer Franken zu Jahresbeginn 2015 belastet war. Dem standen unter anderem positive Effekte aus der Optimierung und Straffung des Produktprogramms gegenüber. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit belief sich auf 28,3 Mio. Euro (Vj. 28,5), das entsprach einer Bruttoumsatzmarge von 17,5 % (Vj. 18,5). Der Periodenüberschuss nach Steuern lag mit 20,6 Mio. Euro ebenfalls nahezu auf Vorjahreshöhe (Vj. 20,7).

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Dieses solide Ergebnis trug zu einer weiteren Verbesserung der konzernweiten Finanz- und Vermögenslage von Hermle bei: Die liquiden Mittel stiegen von Januar bis Juni 2015 um fast 33 % auf 128,5 Mio. Euro (31.12.2014: 96,7) und das Eigenkapital um knapp 11 % auf 225,0 Mio. Euro (31.12.2014: 202,8). Damit verbesserte sich die Eigenkapitalquote leicht von 71,7 % per Ende 2014 auf 72,2 % zur Jahresmitte 2015.

Hermle investierte in den ersten sechs Monaten 2015 im Konzern 3,1 Mio. Euro (Vj. 3,6). Der Schwerpunkt der Investitionen lag auf der Fertigung am Standort Gosheim. Dort wurde unter anderem ein neues Hermle-Großbearbeitungszentrum installiert, das mit dem Steuerungssystem HACS (Hermle Automation-Control-System) ausgestattet ist. Außerdem wurde in die Bereiche Vertrieb und Service investiert.

Die Zahl der Hermle-Beschäftigten erhöhte sich im ersten Halbjahr 2015 konzernweit um lediglich 2 Personen auf 966 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (31.12.2014: 964), auch um der unsicheren konjunkturellen Situation Rechnung zu tragen. Gegenüber der Vorjahresmitte ergab sich dagegen noch ein Zuwachs um 46 Arbeitnehmer (Vj. 920), da im zweiten Halbjahr 2014 zum einen vor dem Hintergrund der Geschäftsausweitung Auszubildende in Produktion und Montage übernommen und zum anderen die Service-Organisation im In- und Ausland ausgebaut worden waren. Die Zahl der Auszubildenden wuchs im Stichtagsvergleich auf 92 junge Menschen (Vj. 85), was in der Muttergesellschaft Maschinenfabrik Berthold Hermle AG einer Ausbildungsquote von 10,9 % entsprach (Vj. 10,7).

Von Januar bis Juni 2015 gingen im Hermle-Konzern neue Bestellungen im Wert von 170,8 Mio. Euro ein. Damit lag der Auftragseingang zwar unter dem außergewöhnlich guten Niveau des ersten Halbjahres 2014 von 178,9 Mio. Euro, aber über dem Umsatz der Berichtsperiode. Während der Ordereingang im Inland um 3 % auf 76,2 Mio. Euro stieg (Vj. 74,0), nahmen die neuen Bestellungen aus dem Ausland wie erwartet um knapp 10 % auf 94,6 Mio. Euro ab (Vj. 104,9). Dabei machte sich neben dem durch große Einzelprojekte geprägten hohen Vorjahreswert auch das von der Ukraine-Krise belastete schwächere Russlandgeschäft bemerkbar. Der Auftragsbestand belief sich am 30. Juni 2015 auf 127,9 Mio. Euro und unterschritt damit den starken Wert zur Jahresmitte 2014 von 158,1 Mio. Euro, übertraf jedoch den Bestand per Ende 2014 von 119,1 Mio. Euro.

Da sich die Nachfrage bei Hermle seit Beginn des zweiten Quartals spürbar belebt hat, haben sich die Aussichten für das Gesamtjahr 2015 tendenziell eher leicht gebessert. Nach wie vor bestehen aber vielfältige politische und konjunkturelle Risiken, beispielsweise aus der unsicheren Situation in der chinesischen Wirtschaft, dem anhaltenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine oder der nach wie vor ungeklärten Schuldenkrise in mehreren europäischen Staaten. Daher rechnet der Vorstand der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG im Einklang mit den zu Jahresbeginn abgegebenen Prognosen damit, dass Umsatz und Ergebnis im Gesamtjahr 2015 etwas unter dem sehr guten Vorjahresniveau liegen werden.

Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren. 2014 erzielte das Unternehmen konzernweit einen Umsatz von 346,8 Mio. Euro und ein Betriebsergebnis von 79,0 Mio. Euro. Hermle-Werkzeugmaschinen kommen aufgrund ihrer hohen Qualität und Präzision in anspruchsvollen Branchen wie Medizintechnik, optische Industrie, Energietechnik, Luftfahrt-, Automobil- und Motorsportindustrie sowie bei deren Zulieferern zum Einsatz. Hermle-Aktien werden am Regulierten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt am Main gehandelt. kf

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