Oberflächentechnik

Daniel Schilling,

Resistente Beschichtung für Drehmaschinen

Auf der Nortec 2022 in Hamburg präsentiert der Hersteller DMT eine neue Lackierung für spanende Werkzeugmaschinen.

Die Oberflächen in spanenden Werkzeugmaschinen, wie diese Drehmaschine, sind extremen Belastungen ausgesetzt. Ein neues Coating soll helfen. © DMT Drehmaschinen

Wie alle Werkzeugmaschinen werden auch Drehmaschinen den Kundenwünschen entsprechend lackiert. Dabei kommen in der Regel -von Farbgebung abgesehen- für den Innenraum die gleichen Lacke wie für den Außenraum zum Einsatz. Diese bieten jedoch nur einen begrenzten Schutz vor Spänen, Schmierstoff- und Lösemittelresten, die bei der Bearbeitung eines Werkstücks auf die Lackierung treffen und schlimmstenfalls zu Undichtigkeiten führen können.

Insbesondere bei Dauerbetrieb und hoher Späne-Last treten bereits nach kurzer Zeit Lackabnutzungen auf. Deshalb hat DMT Drehmaschinen  eine besonders resistente Beschichtung für die eigenen Anlagen entwickelt: Der neue „Chip-Defense-Lack“ ist besonders kratz-, stoß- und abrasionsfest. Zudem sorgt die spezielle Zusammensetzung dafür, dass die Schicht deutlich korrosionsresistenter ist, als herkömmliche Coatings. Die Auftragsstärke ist dabei nur geringfügig höher als bisher übliche Lösungen. Der neue „Chip-Defense-Lack“ wird auf der diesjährigen Nortec in Hamburg vorgestellt.

Viele Hersteller von Werkzeugmaschinen sehen sich regelmäßig mit demselben Problem konfrontiert: Die neue Drehmaschine läuft gut, doch bereits wenige Wochen nach der Inbetriebnahme zeigen sich im Arbeitsraum erste Abnutzungsspuren. Scharfe Späne sowie aggressive Kühlschmierstoffe tragen den Lack ab. „Dabei wird der Maschineninnenraum regelrecht blank ‚geschmirgelt‘ und es entstehen im schlimmsten Fall sogar Undichtigkeiten, die einen Ausfall der Anlage auslösen können oder Kunststoffe und spannungsführende Teile beschädigen“, erklärt Benjamin Kunimünch, Vertriebsleiter bei DMT Drehmaschinen. Da die Anlagen des Lörracher Herstellers in der Regel sehr lange und oftmals unter hoher Last im Einsatz sind, hat das Unternehmen nach einer Lösung gesucht, um die Beschichtung des Maschineninnenraums resistenter gegen Abnutzung zu machen.

Widerstandsfähiger Speziallack verhindert Abrasion

Nach einer etwa zweijährigen Erprobungsphase in der eigenen Fertigung hat DMT unter der Bezeichnung „Chip-Defense-Lack“, nun eine abrasionsfeste „Innenraum-Schutzlackierung“ entwickelt die deutlich robuster ist als übliche Beschichtungen. Dabei ist die Auftragsstärke dieses Schutzlacks nur geringfügig stärker als bei Standardcoatings. Trotzdem ist die mechanische Widerstandsfähigkeit wesentlich höher, da der Lack nicht nur über dämpfende Eigenschaften verfügt, sondern auch mit gehärteten Granulat-Bestandteilen zur Abwehr der scharfkantigen Chips ausgestattet ist.

„Auch gegenüber chemisch aggressiven Hydraulikölen, Kühlschmier- oder Lösemitteln zeigt sich der neue ‚Chip-Defense-Lack‘ um Klassen resistenter als die bisher verwendeten Coatings“, so Kunimünch. „Darüber hinaus können wir die Oberflächenstruktur der Zwei-Komponenten-Beschichtung durch Art und Menge der Verdünnung beeinflussen.“ Dabei ist die das Produkt besser gegen Korrosion geschützt und schlag- sowie stoßfest, sodass bei Kontakt mit Werkzeug oder Werkstück keine Abnutzungen im Maschinenraum auftreten.

Chip-Defense-Lack für alle Drehmaschinen anwendbar

In der Summe sorgt die sehr gute Kratz-, chemo-mechanische sowie Abriebbeständigkeit des neuen Schutzlacks dafür, dass die Funktionalität und Materialqualität der DMT-Drehmaschinen langfristig sichergestellt ist. Das Coating wird als Option bei allen Modellen angeboten und kann hinsichtlich der Farbgebung vollumfänglich den Kundenwünschen angepasst werden. „Was auf den ersten Blick nur als kleines Detail erscheinen mag, ist eine weitere Innovation, die dazu beiträgt, unsere Kunden mit immer hochwertigeren, optisch ansprechenden Zyklen- und anderen Drehmaschinen ausstatten zu können. Der neue Lack ist ein großer Schritt, um den Werterhalt unserer Anlagen zu sichern“, resümiert Kunimünch.

Nortec,  Stand 319, Halle A1

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