Zerspanung
Fräsaufgaben wirtschaftlich umsetzen
Fräsen umfasst sehr viele Anwendungsbereiche – von der Bearbeitung großer Freiformflächen in der Luftfahrtindustrie und in der Fertigung von Windturbinen über das Fräsen von Kavitäten bis hin zur hochautomatisierten Massenfertigung. Komplexe Bauteile sind heute eher die Regel als die Ausnahme. Entsprechend breit ist das Spektrum an Fräswerkzeugen, die vom Kunden eingesetzt werden.
Die Qualität des Endergebnisses sowie die Prozesssicherheit beim Fräsen hängen erheblich von den Fräswerkzeugen und deren Einsatz ab. Gleichzeitig ist in den letzten Monaten der Kostendruck auf Unternehmen in der metallbearbeitenden Industrie deutlich gestiegen. Auch die Werkzeugkosten spielen hier eine oft unterschätzte Rolle. Eine sehr gute Betreuung beim Kunden vor Ort oder virtuell durch entsprechende Medien helfen den Einsatz der Werkzeuge zu optimieren. Davon ist man beim Zerspanungsspezialisten Walter überzeugt. In der hohen Beratungs- und Prozess-Kompetenz des Technischen Vertriebs und des Produktmanagements sieht das Unternehmen mit Sitz in Tübingen denn auch einen ausschlaggebenden Erfolgsfaktor.
Jasmin Kleine Hermelink, Produktmanagerin Fräsen bei Walter, erklärt: "Walter bietet eine Vielzahl an unterschiedlichen Fräswerkzeugen an, zugeordnet zu drei Produktfamilien Xtra·tec XT, Walter Blaxx und M4000, die kontinuierlich weiterentwickelt werden. Unsere Kunden bei der Erarbeitung der optimalen Frässtrategie für ihre Bedürfnisse zu unterstützen, darin sehen wir unsere große Stärke. Gerade im Bereich Fräsen reizen viele noch nicht alles aus, was geht. Neben der individuellen Beratung vor Ort bieten wir mit digitalen Veranstaltungen, wie zum Beispiel unserem Mastering Indexable Milling Event, das im Oktober stattgefunden hat, die Möglichkeit, unsere verschiedenen Werkzeugtypen in jeweils realistischen Produktionssituationen kennenzulernen und optimal einzusetzen."
Werkstoffe mit hohem Zeitspanvolumen bearbeiten
Mit den Produktfamilien Walter Blaxx, M4000 und Xtra·tec XT adressiert Walter jeweils sehr unterschiedliche Anforderungen bestimmter Anwendungen: Für maximale Zeitspanvolumen auf Fräsmaschinen, die über eine hohe Leistung und ein hohes Drehmoment verfügen, sind Walter Blaxx-Fräser die optimale Wahl. Beim überwiegenden Teil dieser Produktfamilie sind die Wendeschneidplatten in einer tangentialen Position an den Fräswerkzeugen angebracht. Diese Position ermöglicht aufgrund des höheren Hartmetallvolumens in Schnittkraftrichtung einen höheren Zahnvorschub im Vergleich zu einer radialen Position der Wendeschneidplatte. So lässt sich die Leistungsfähigkeit der Maschine voll ausnutzen, ohne die Prozesssicherheit und Ergebnisqualität zu gefährden.
Die Walter-M4000-Familie ist seit einigen Jahren erfolgreich auf dem Markt. Der Trend zu kleineren Losgrößen und häufigeren Änderungen an Bauteilen eröffnen den Fräsern nach wie vor viele Einsatzmöglichkeiten, lassen sich doch alle Fräsertypen mit derselben Systemwendeschneidplatte ausrüsten: vom Planfräser über Eckfräser, High-Feed-Fräser, Igelfräser, T-Nut-Fräser bis hin zum Fasfräser. So können die Anwender schnell und flexibel auf unterschiedliche Anwendungen in der Fertigung reagieren. Das wirkt sich auch auf das Tool Management aus: Die Anzahl an zu verwaltenden Wendeschneidplatten-Typen lässt sich signifikant reduzieren. So verringert sich für den Kunden der Aufwand für die Beschaffung und Lagerhaltung der Wendeschneidplatten.
Prozesssicherheit für hohen Automatisierungsgrad
Gerade in der automatisierten Fertigung mit ihrem hohen Termindruck ist Prozesssicherheit bei hoher Ausbringungsmenge das zentrale Qualitätskriterium. Mit der Walter-Xtra-tec-XT-Fräserfamilie steht zerspanenden Unternehmen eine Lösung zur Verfügung, die nahezu alle Fräsanwendungen abdeckt und deren komplette Konstruktion auf höchste Prozesssicherheit in Kombination mit höchster Leistung optimiert ist. Nicole Howind, Produktmanagerin Fräsen, sagt: "Walter investiert kontinuierlich in die Weiter- und Neuentwicklung seiner Produktfamilien. Xtra·tec XT ist dafür das beste Beispiel: Kleine, aber signifikante Veränderungen an der Wendeschneidplatte und am Werkzeugkörper bringen extreme Verbesserungen in der Anwendung."
Das auffälligste Konstruktionsmerkmal der Xtra-tec-XT-Fräser lässt sich gut am Beispiel des Eckfräsers M5130 zeigen. Hier ist die Einbaulage der Wendeschneidplatten im Vergleich stärker geneigt und mit größerer Auflagefläche versehen. Dadurch wird die Flächenpressung im Sitz verringert und die Stabilität erhöht. Der größere Querschnitt um die Schraubenbohrung stabilisiert die Wendeschneidplatte, längere Schrauben erhöhen die Spannsicherheit. Auch der Fräskörper wird stabiler, denn er weist deutlich mehr Material hinter dem Plattensitz auf. Neben mehr Prozesssicherheit ermöglicht die neue Einbaulage der Platten auch einen Zahn mehr – und damit eine höhere Produktivität.
Optimal ausspielen können hochwertige Fräswerkzeuge ihre Leistungsfähigkeit erst mit den entsprechenden Wendeschneidplattenbeschichtungen mit hohen Standzeiten. Beim Fräsen gehören Kammrisse zu den typischen Verschleißformen. Sie entstehen durch den Temperaturwechsel der ein- und austretenden Schneide. Im schlimmsten Fall kommt es zum Bruch der Schneide und zum Ausfall der Wendeschneidplatte. Bei der Walter Tiger·tec Gold WSP45G kommt es dagegen zu einer gleichmäßigen Abnutzung. Kammrissen und Brüchen wird entgegengewirkt. Die Wendeschneidplatte verfügt über einen breiten Anwendungsbereich und ist vor allem für das prozesssichere Fräsen von Bauteilen aus den Materialgruppen ISO P (Stähle), ISO M (austenitisch rostfreie Stähle) und ISO S (schwer zerspanbare Werkstoffe wie Titan oder nickelbasierte Legierungen) geeignet.
Prozesssicherheit und Oberflächenqualität
Für Tobias Zimmer, Inhaber der Firma T. Zimmer Maschinenbau & CNC Technik, sind die Wendeschneidplatten Tiger·tec Gold WSP45G aus dem Arbeitsalltag seines Familienunternehmens nicht mehr wegzudenken. Der Lohnfertiger aus Hünxe muss ein breites Spektrum an unterschiedlichen Anforderungen abdecken: von Bauteilen der Bahntechnik bis hin zu filigranen Bauteilen in der Medizintechnik. Seitdem ihn die Walter-Zerspanungsexperten bei überraschenden Komplikationen bei einem zeitkritischen Auftrag schnell und erfolgreich unterstützt haben, gehören die Zerspanungswerkzeuge von Walter zur Grundausstattung bei Zimmer. Was er neben der sehr guten Beratung vor Ort durch Präsenz von Walter-Mitarbeitern besonders schätzt, ist die hohe Zuverlässigkeit und Verschleißfestigkeit der Tiger·tec-Gold-Wendeschneidplatten: "Die Platten halten sehr, sehr lange. So kann man auch mal die Maschine laufen lassen und braucht sich keine Sorgen machen. Wir haben hohe Ansprüche an unsere Werkzeuge. Wir geben hier auch Kette, weil sonst kann man in Deutschland kein Geld mehr verdienen. Und das geht halt mit Premiumhersteller wie Walter."
Walter-Anwender ist auch das Maschinenbauunternehmen Severt aus Vreden. Auch hier hat sich Walter den Einstieg als zuverlässiger Partner erarbeitet. Für die Bearbeitung eines für Severt neuen Werkstoffes, ein hochfester Baustahl, brauchte man eine neue wirtschaftliche Bearbeitungsstrategie. Die Walter-Mitarbeiter vor Ort konnten hier mit Tiger·tec-Gold-Wendeschneidplatten eine optimale Lösung anbieten. Manfred Terpelle, Leitung Mechanische Fertigung bei der Firma Wilhelm Severt Maschinenbau, erklärt: "Es ist wirklich ein Mehrwert entstanden, der nicht nur gerechnet werden kann, sondern der wirklich an der Maschine festgestellt wird. Wir haben hier große Bauteile, bei denen wir auch immer wieder große Auskragungen haben, und da ergeben sich Vibrationen. WSP45G kann so viele Vibrationen aufnehmen und wir haben dabei noch gute Arbeitsergebnisse, dass uns das einfach begeistert. Wir konnten die Werkzeugkosten dritteln und die Bearbeitungszeit halbieren. Da konnte keiner mithalten."









