Mehr Transparenz im Robotik-Markt

Melanie Steinbeck,

RoboFinder startet als unabhängige Vergleichsplattform

Der Markt für professionelle Servicerobotik wächst rasant. Unternehmen stehen heute vor einer immer größeren Auswahl an Robotiklösungen, gleichzeitig fehlt es vielen Anwendern an Transparenz und Vergleichbarkeit, um die passende Technologie für ihre individuellen Anforderungen zu finden. Mit RoboFinder startet eine unabhängige Plattform, die genau hier ansetzt: Anbieter, Anwender und Interessenten werden auf einer zentralen Plattform zusammengebracht, um Robotiklösungen zu vergleichen, zu bewerten und gezielt auszuwählen. Im Gespräch mit Gründer und CEO Brian Engels sprechen wir über die Motivation hinter RoboFinder, die Herausforderungen eines dynamisch wachsenden Marktes und die Ziele für den bevorstehenden Plattform-Launch.

Brian Engels gründet die Plattform RoboFinder. © Brian Engels

INDUSTRIAL Production: Herr Engels, was war der konkrete Auslöser für die Gründung von RoboFinder?

Brian Engels: In meiner vorherigen Rolle als Verantwortlicher für das Produktportfolio eines führenden deutschen Service-Robotik-Unternehmens habe ich mich intensiv mit dem Markt, seinen Entwicklungen, unterschiedlichen Herstellern und deren Lösungen beschäftigt. Dabei wurde deutlich: Servicerobotik bietet enormes Potenzial, um zentrale Herausforderungen wie Personalmangel, steigenden Kostendruck und höhere Hygieneanforderungen zu adressieren. Gleichzeitig ist der Weg zur passenden Lösung für viele Unternehmen sehr komplex. Genau diese Lücke war der Auslöser für die Gründung von RoboFinder.

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Welche Marktlücke oder welches Problem haben Sie bei der Einführung und Auswahl von Servicerobotern erkannt?

Die Servicerobotik ist ein junger, dynamisch wachsender Markt mit inzwischen über 500 Herstellern weltweit. Neue Modelle, unterschiedliche Vertriebsstrukturen und vielfältige Finanzierungsangebote erschweren potenziellen Anwendern den Einstieg erheblich. Unternehmen stehen vor Fragen wie: Welche Lösung passt zu meinem konkreten Bedarf? Welche Anbieter haben sich in der Praxis bewährt? Welche wirtschaftlichen Modelle sind sinnvoll? Diese fehlende Transparenz und Vergleichbarkeit sind die zentralen Herausforderungen, die wir adressieren.

RoboFinder positioniert sich als unabhängige Plattform für professionelle Servicerobotik. Was unterscheidet Ihr Angebot von klassischen Herstellerverzeichnissen, Marktplätzen oder Beratungsdienstleistungen?

Hersteller sind an ihr eigenes Portfolio gebunden. Berater und Distributoren haben sich häufig auf einzelne Hersteller oder Branchen spezialisiert. Marktplätze bieten häufig keine oder nur geringe Robotikexpertise und damit nur eine geringe Bedarfsqualifizierung.

Wir kombinieren strukturierte Vergleichslogiken mit unserem Robotik-Know-how und einem wachsenden Partnernetzwerk qualifizierter Hersteller und Lieferanten.

So sparen Unternehmen bei der Anschaffung unglaublich viel Zeit und senken gleichzeitig ihr Risiko für Fehlentscheidungen.

Die Servicerobotik gewinnt insbesondere im Healthcare-Bereich, im Facility Management und in der Intralogistik an Bedeutung. In welchen dieser Bereiche sehen Sie aktuell das größte Wachstumspotenzial – und warum?

Ein klarer Schwerpunkt lässt sich derzeit schwer festlegen. In den vergangenen ein bis zwei Jahren hat die Technologie große Fortschritte gemacht, insbesondere bei Autonomie und Zuverlässigkeit. Gleichzeitig eint alle genannten Bereiche ein hoher Anteil an körperlich belastenden und repetitiven Tätigkeiten. Genau hier entfaltet Servicerobotik ihren größten Mehrwert, weshalb wir in allen drei Segmenten weiterhin starkes Wachstum erwarten.

Viele Unternehmen interessieren sich für Robotik, scheitern jedoch an der Auswahl geeigneter Lösungen oder an der Wirtschaftlichkeitsbewertung. Wie unterstützt RoboFinder Anwender dabei, schneller und fundierter Entscheidungen zu treffen?

Wir haben bereits bei der Entwicklung der Plattform bewusst einen klaren Fokus gesetzt: zunächst auf technologisch ausgereifte, sofort einsetzbare Robotiklösungen im Einstiegssegment, insbesondere in den Bereichen Transport und Bodenreinigung.

Darüber hinaus begleiten wir Unternehmen entlang des gesamten Entscheidungsprozesses – von der ersten Recherche über strukturierte Produkt- und Angebotsvergleiche bis hin zur erfolgreichen Implementierung durch qualifizierte Partner. So schaffen wir Transparenz und reduzieren die Komplexität deutlich.

Der offizielle Plattform-Launch steht unmittelbar bevor. Welche Funktionen und Mehrwerte werden Nutzer zum Start erwarten können, und welche Entwicklungen sind für die kommenden Monate geplant?

Zum Launch arbeiten wir mit sieben führenden Herstellern zusammen und decken bereits über 50 Robotermodelle für unterschiedliche Anwendungsfälle ab. Weitere Partnerschaften befinden sich in konkreten Gesprächen.

Das Herzstück der Plattform ist unsere Vergleichsfunktion: Nutzer können Robotiklösungen gezielt filtern und direkt miteinander vergleichen, ohne sich durch einzelne Datenblätter arbeiten zu müssen. Bei konkretem Interesse unterstützen wir zudem bei der Einholung und transparenten Aufbereitung passender Angebote.

In den kommenden Monaten werden wir sowohl das Partnernetzwerk als auch die Funktionalitäten der Plattform kontinuierlich erweitern.

Wenn wir in drei Jahren erneut miteinander sprechen: Wo soll RoboFinder dann stehen, und welchen Beitrag möchten Sie zur weiteren Verbreitung professioneller Servicerobotik in Europa leisten?

Unser Ziel ist es, RoboFinder als führende Plattform für professionelle Servicerobotik in Europa zu etablieren. Wir möchten Unternehmen einen deutlich einfacheren Zugang zur Automatisierung ermöglichen und gleichzeitig dazu beitragen, Mitarbeitende durch den sinnvollen Einsatz von Robotik zu entlasten. Damit verstehen wir uns als Enabler für eine verantwortungsvolle und praxisnahe Verbreitung von Servicerobotik.

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