Profilschienenführungen

24 Stunden Präzision

Kernkomponenten der Wendeplatten-Schleifmaschinen von Agathon sind die kompakten und verschleißresistenten Monorail MR 25/MR 45-Profilschienenführungen der Schneeberger Lineartechnik aus Roggwil im Kanton Bern.

Die Agathon Maschinenfabrik in Bellach zählt als Spezialist für die Produktion von Wendeplatten-Schleifmaschinen zu den weltweit führenden Anbietern. Hohe Wirtschaftlichkeit und Präzision sowie kurze Bearbeitungszeiten zeichnen diese Maschinen aus. Kernkomponenten sind dabei die kompakten und verschleißresistenten Monorail MR 25/MR 45-Profilschienenführungen der Schneeberger Lineartechnik aus Roggwil im Kanton Bern.

Die Monorail-Profilschienenführungen der X- und Y-Achsen müssen die ganzen Schleifkräfte aufnehmen können. Das können bis zu 500 kg sein.

„Unser Kerngeschäft ist ein Nischenmarkt“, erklärt Markus Biedermann, Leiter Konstruktion Serienmaschinen bei Agathon. Die erfolgreiche Firmenstrategie des Spezialisten für Wendeplatten-Schleifmaschinen kommt nicht von ungefähr; eine hohe Fertigungstiefe, eingespielte Teams von der Entwicklung bis hin zur Konstruktion und der eigenen Herstellung mit Schweizer Präzision machen das Unternehmen zum weltweit anerkannten und gefragten Lieferanten. Auch die Zulieferer für die benötigten Komponenten wurden nach diesen strengen Vorgaben ausgesucht und bewertet. Für Biedermann hat sich auch die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Schneeberger Lineartechnik bereits seit zwei Maschinengenerationen bewährt: „Wir haben uns für Schneeberger entschieden, um mit den Monorail-Profilschienenführungen zu arbeiten, die bereits sehr früh bei uns eingesetzt wurden.“ Das ist inzwischen über 25 Jahre her.

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Steifigkeit entscheidend

Wendeplatten-Schleifmaschinen arbeiten während des Schleifprozesses mit einer Oszillation der Schleifscheibe von zwei Hertz und einem Weg von +/– 10 mm, um das Material an der extrem harten Wendeplatte gleichmäßig abzutragen. Biedermann erklärt, warum gerade die Monorail-Profilschienenführungen MR25/MR45 für diese Aufgabe prädestiniert sind: „Wir verwenden keine Flachführung mehr, da die Reibkräfte viel zu hoch und hydrostatische Führungen zu teuer sind. Daher hat sich dieses System angeboten.“ Die Steifigkeit der Linearachsen und des ganzen Systems ist ein zentraler Aspekt, denn diese Schleifmaschinen müssen in sich sehr verwindungssteif sein, weil man zwar mit kleinen Kräften, aber mit hoher Genauigkeit arbeiten muss.

Blick in die Wendeschneidplattenschleifmaschine 400 Penta, eine 5-Achsenmaschine. Vorn erkennt man den Werkstückspindelstock, wo die Wendeschneidplatte eingespannt wird. Der Schleifspindelstock mit dem rotierenden Schleiftopf befindet sich dahinter.

Bei der Technologieentwicklung der Wendeplatten-Schleifmaschinen, wie der „400 COMBI“, hat sich in den letzten Jahren vor allem die Geschwindigkeit des Schleifschlittens und der Präzision verändert. Früher wurde der Schlitten mit 100 Millimetern pro Sekunde oder weniger bewegt, heute sind es 300 bis 500 Millimeter pro Sekunde. Biedermann erläutert: „Unsere Wendeplatten-Schleifmaschinen arbeiten in einem Bereich von rund 25 Millimetern. Die Geschwindigkeit ist hier nicht das Entscheidende, sondern die Präzision: Wir arbeiten teilweise mit minimalen Achs-Geschwindigkeiten von um die 0,1 μm pro Sekunde während des Schleifprozesses.“

Obwohl die Monorail-Profilschienenführungen ebenfalls auf eine hohe Langlebigkeit ausgelegt sind, wird bereits während der Entwicklungsphase darauf geachtet, dass ein Nachjustieren oder gar Austausch der Führungen jederzeit möglich ist. Je nachdem wie gut die Maschine gepflegt wurde, kann ein solcher Einsatz schon eineinhalb bis zwei Tage dauern, weil 400 bis 500 kg Material demontiert werden muss, um beispielsweise an die Y-Achse zu kommen. Dennoch ist der Einsatz eines Servicemonteurs deutlich wirtschaftlicher, als wenn die Maschine zurück ins Werk müsste. Das Verbauen des Führungssystems oder auch der Austausch einzelner Führungen vor Ort bedürfen einer großen Erfahrung, damit man bei der Steifigkeit und der Präzision das Maximum herausholen kann.

Für Markus Biedermann ist es vorteilhaft, dass man sich gegenseitig bereits lange kennt und mit seinen Mitarbeitern auch auf das Know-how seiner Lieferanten zurückgreifen kann: „Wir schätzen es sehr, dass wir gemeinsam Lösungen für unsere Kunden finden. Unsere Maschinen sind in der Regel dreischichtig 24 Stunden pro Tag in Betrieb. Da die Kunden das von der älteren Maschinengeneration so gewöhnt sind, erwarten sie eben auch von den modernen CNC-Maschinen, dass diese ebenfalls reibungslos funktionieren. Damit das gewährleistet ist, müssen höchste Standards im gesamten Maschinenkonzept und auch in allen involvierten Komponenten erfüllt sein.“

Für jede Geometrie einer individuell gefertigten Wendeschneidplatte stehen verschiedene mathematische Algorithmen im Hintergrund.

Wirtschaftlichkeit, Standardisierung und zugleich gleichbleibend hohe Präzision sind für Agathon ein Muss, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Biedermann erklärt: „Wir haben standardisierte Linearführungen der genauesten Klasse G1 im Einsatz, die den hohen Anforderungen unserer Kunden gerecht werden. Wir haben den Anspruch, gleichbleibend hohe Qualität zu liefern, weil wir auch im oberen Preissegment liegen, daher führen wir hier keine Experimente durch.“

Markus Biedermann schätzt an der Firma Schneeberger besonders „die hohe Fachkompetenz und das Know-how sowie die umfangreiche Unterstützung auch während Entwicklungsphasen neuer Maschinen. Dass wir alles aus einer Hand bekommen, ist ein weiterer Pluspunkt. Nicht zu vergessen, dass wir ein ausgezeichnetes Produkt haben, das sich über die Jahre bewährt hat. Wir haben Maschinen im Einsatz, die bereits vor 25 Jahren mit Schneeberger-Linearführungen gebaut wurden. Diese laufen nach Revisionen fast neuwertig weiter.“ Für ihn ist es daher wichtig, „diese starke Partnerschaft zu pflegen, im Gespräch zu bleiben und dass man sich aufeinander verlassen kann. Auf diese Weise findet man immer Wege, um auch schwierige Zeiten miteinander erfolgreich zu bewältigen.“ Autor & Fotos: Markus Frutig, TextConceptions.ch / ee

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