Wirtschaft + Unternehmen

Roboter fertigen Roboter

Interview mit Bernd Liepert, Vorsitzender der ­Geschäftsführung der Kuka Roboter GmbH, Augsburg

handling: Innovationen weisen heute immer kürzere Entwicklungszyklen auf und verstärken den Trend zur Automatisierung. Dabei spielt die Robotik eine wichtige Rolle. Wie sehen die nächsten Roboter-Generationen aus?

Liepert: Roboter entwickeln sich immer mehr zum universellen Kernelement der Automatisierung und weisen gleichzeitig eine zunehmende Funktionalität auf. Diese Entwicklung erschließt neue Anwendungsgebiete in, um und jenseits der Automobilindustrie. Die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine erlangt immer mehr an Bedeutung. Dazu arbeitet Kuka intensiv an weiter verbesserten Sicherheitsstandards. In unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung arbeiten heute etwa 150 Mitarbeiter. Sie forschen nach Einsatzmöglichkeiten neuer Roboter oder veränderter Varianten – in der Logistik, Handhabung und Medizin sowie dem Kunststoff- und dem Lebensmittelbereich – und erproben neue Materialien. Zwischen sechs und sieben Prozent des Umsatzes werden jährlich dafür aufgewendet.

handling: Können Sie uns dafür Beispiele nennen?

Liepert: Ein Projekt, an dem wir arbeiten, ist die sichere Robotersteuerung. Die redundante Auswertung und Interpretation von Sensorsignalen ermöglicht eine Kooperation von Mensch und Roboter. Diese teilen sich künftig den Arbeitsraum zeitlich und örtlich. Eine Produktivitätssteigerung wird durch die Aufteilung von Arbeitsinhalten zwischen Werker und Roboter sowie durch die Erhöhung des Automatisierungsgrades erzielt, speziell im Bereich der Endmontage. Damit ist dieser Ansatz auch ein Beitrag zur Erhaltung von Arbeitsplätzen in Hochlohnländern und zur Ergonomisierung von Arbeitsplätzen.

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handling: Mit der EU-Erweiterung erschließen sich neue Märkte, speziell in Richtung Osteuropa. Gleichzeitig müssen Sie auch mehr Konkurrenz aus diesen Ländern befürchten. Sehen Sie dadurch den Standort Deutschland gefährdet?

Liepert: Als Antwort gebe ich Ihnen dazu zwei Beispiele. Wir haben im Jahr 2003 etwa 150 neue Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. Damit gehören wir nach einer Umfrage zu den 50 größten Arbeitsplatzbeschaffern in der Republik. Gleichzeitig investieren wir an unserem Standort in Augsburg. Unter anderem konzipierten wir die Fertigung unserer Roboter neu. In Hinblick auf Logistik, Materialfluss, Flexibilität und Effektivität haben wir eine der modernsten Produktionsanlagen weltweit. Der Clou dabei ist, dass erstmals Roboter zur Fertigung von Robotern eingesetzt werden. Gerade in der Robotik sind Know-how, hohe Produktionsgeschwindigkeit bei maximaler Genauigkeit, höchste Qualität, bester Service und Kundennähe gefragt. Das können wir mit unseren Mitarbeitern leisten.

handling: Dann sehen Sie auch der Automatica optimistisch entgegen?

Liepert: Wir freuen uns auf die Automatica, die neue Leitmesse für Roboter- und Handhabungstechnik und erwarten, dass sie den Anforderungen unserer Branche am besten gerecht wird. Sie bietet die Plattform, innovative Zukunftstechnologien vorzustellen und neue Märkte zu erschließen, so auch den künftig für die Montage- und Handhabungstechnik wichtigen Markt Osteuropa. Der Messeplatz München vermittelt als Tor zu den mittel- und osteuropäischen Ländern den Ausstellern dieser Branche wichtige Kundenkontakte, um sich frühzeitig auf diesen Märkten zu positionieren. Es ist auch der richtige Zeitpunkt, denn die Automatica findet praktisch mit der EU-Osterweiterung statt.

handling: Und was wird Kuka auf der Messe zeigen?

Liepert: Kuka ist bekannt für ihre außergewöhnlichen Messeauftritte. Das wird auch auf der Automatica so sein. Im Mittelpunkt stehen unsere Kunden, stehen die Messebesucher. Ihnen präsentieren wir die Zukunftsthemen der Robotertechnologie, Lösungen für die Anforderungen einer wirtschaftlichen Automatisierung und die vielfältigen Anwendungen der Kuka-Roboter.

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