Ukrainekrieg
Wirtschaftliche Folgen werden spürbar
Gestörte Lieferketten und Hackerangriffe: Der russische Angriff auf die Ukraine wird auch für die Wirtschaft spürbar.
Sieben Tage nach dem russischen Überfall auf das kleine Nachbarland sind mehrere Tausend Menschen - Zivilisten wie Soldaten - tot und Teile des Landes schwer verwüstet. Demgegenüber sind die Folgen für die Wirtschaft Bagatellen - und doch spürbar. Geäußert haben sich dazu zunächst Wirtschaftsverbände.
Ein wichtiger Aspekt sind die abgebrochenen Geschäftsbeziehungen durch den Krieg in die Ukraine respektive die Sanktionen nach Russland. Thilo Brodtmann, VDMA-Hauptgeschäftsführer, sprach gestern von mehreren hundert Millionen Euro Exportvolumen, die den deutschen Maschinenbauern allein in Russland verloren gehen.
Der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure AG (ELVIS) und der Mittelstandsverband Mittelstand.BVMW wiesen auf ein weniger offensichtiches Problem hin: Fahrermangel. Denn laut Mauterhebung wickeln osteuropäische Transportflotten weite Teile des Lkw-Verkehrs in Deutschland ab. Welchen Anteil ukrainische Fahrer daran haben, lässt sich nicht genau beziffern, da das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) deren Fahrleistung nicht gesondert erfasst. Darüber berichtete unser Schwestermagazin "materialfluss" gestern.
Cyber-Attacken
Noch unklar ist im Augenblick, welche Auswirkungen der Cyberkrieg haben wird, der den Konflikt im Schatten begleitet. Russland ist bekannt für seine entsprechenden Fähigkeiten; zugleich haben sich aber auch nicht-staatliche Akteure, wie die Hacker von "Anonymous" auf den Kriegspfad begeben - mit unabsehbaren Folgen.
Der japanische Automobilhersteller Toyota musste sämtliche japanischen Werke anhalten, nachdem bei einem zentralen Zulieferer, dem Komponenten-Hersteller Kojima Press, ein Hackerangriff die Produktion lahmgelegt hatte. In Deutschland legte ein Hackerangriff, der zeitgleich zum Start des russischen Überfalls auf die Ukraine erolgte, beim deutschen Windkraftanlagenhersteller die Fernwartungsfunktion für die rund 5800 installierten Anlagen lahm. Diese verfügen zwar über automatische, autonome Wartungsroutinen; eine Kontrolle ist nun aber nur noch direkt vor Ort möglich - im Zweifelsfall mitten in der Nordsee.










