Wirtschaft + Unternehmen

Schleifseminar sorgt für den "letzten Schliff"

Die deutsche Sprache bringt es auf den Punkt. Etwas ist erst dann perfekt, wenn es seinen letzten Schliff erhalten hat. Das "Etwas" kann alles sein, ein Ölgemälde, ein Krimi oder ein Werkstück. Die Metav 2010 erhält schon jetzt ihren letzten Schliff - mit dem Dortmunder Schleifseminar.
Erstmals findet ein Dortmunder Ereignis in Düsseldorf statt. Am 25. Februar 2010 feiert das "Dortmunder Schleifseminar METAV-Spezial" seine Premiere, die das renommierte "Institut für Spanende Fertigung (ISF)" der TU Dortmund veranstaltet.
Das Schleifen, das an manchen Fertigungsinstituten etwas stiefmütterlich behandelt wird, spielt am ISF eine Hauptrolle: Eine eigene Abteilung unter Diplom-Ingenieur Thomas Mohn erforscht das Schleifen. Als sehr erfolgreich erwies sich begleitend das 2004 gestartete "Dortmunder Schleifseminar", das seitdem alle zwei Jahre stattfindet.
Die Anzahl der Besucher hat sich innerhalb von vier Jahren auf rund 150 Teilnehmer verdreifacht. Im Jahr 2008 musste die Anmeldeliste wegen des Besucherandrangs sogar vorzeitig geschlossen werden, weil der größte Hörsaal der Fakultät Maschinenbau nicht mehr ausgereicht hat.

Die Dortmunder setzen die Erfolgstory 2010 in Kooperation mit dem Metav-Veranstalter VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) in Düsseldorf fort. Mit der Verlagerung wird ein größeres Fachpublikum anvisiert. Auch wird dem Messebesucher die Chance geboten, sich auf Sonderausstellungsfläche und Seminar über aktuelle Schleiftrends zu informieren. Somit kann der Seminarteilnehmer die Reise nach Düsseldorf gleichzeitig zum Metav-Besuch nutzen.
Im Mittelpunkt des METAV-Spezials am 25. Februar 2010 stehen drei Themen:
- Maschine und Umfeld
- Werkzeuge
- Prozess

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Sonderausstellung Schleifen: Gezielte Fachpublikumsansprache
Das ISF plant außerdem eine Sonderausstellung, auf der Firmen ihre Schleiftechnologien gezielt präsentieren können. Das Plus: Dem an Schleifverfahren interessierten Besucher wird ein Hallenslalom erspart, denn die Ausstellung soll alle Aspekte des Schleifens beleuchten - vom Kühlschmierstoff und Werkzeug bis hin zur Maschine.
Ein positiver Aspekt: Die gezielte Ansprache von Anwendern wird - so eine Erfahrung des VDW von früheren Sonderausstellungen - die Qualität der Fachgespräche positiv beeinflussen. Die Sonderausstellung soll außerdem in örtlicher Nähe zum Seminar stattfinden. Das ISF will potenziellen Ausstellern in jeder Hinsicht entgegen gekommen, indem es ihnen auf Wunsch auch einzugsfähige Stände anbietet. Welche Themen wird das Seminar behandeln? Aktuelle Trends in der Schleiftechnologie sind sicherlich hochharte Schleifmittel mit CBN- und Diamantschleifscheiben, neue maßgeschneiderte Kühlschmierstoffe und das Zusammenlegen von Bearbeitungsverfahren, etwa durch kombinierte Werkzeuge oder durch Kombinationsbearbeitung.
So wird beispielsweise am ISF auf einer Maschine gedreht, gehont und geschliffen. Die Kombinationsbearbeitung wirkt sich nicht nur auf Maschinen und Prozesse aus, sondern auch auf die Maschinenelemente. Sie erfordern zur Realisierung anspruchsvoller Verfahren wie beispielsweise dem Innenrund-Schälschleifen hochwertige Antriebe. Zu den weiteren möglichen Themen, die das ISF gezielt untersucht, gehört das Bearbeiten von anspruchsvollen Werkstoffen und Freiformflächen.

Werkzeuge in einem Schritt schleifen
Wie das kombinierte Bearbeiten aussehen kann, nimmt auch die ISF-Wissenschaftlerin Evelyn Würz unter die Lupe. Hierbei geht es um die Schleifbearbeitung von Hartmetallbohrern mit eingelöteter Keramikschneide. Dabei wird untersucht, wie sich Verbundwerkzeuge in einem Schritt prozesssicher schleifen lassen. Die Schleifexpertin forscht nicht nur auf diesem Gebiet, sondern ist zugleich Ansprechpartnerin für potenzielle Referenten. Firmen, die auf der Sonderausstellungsfläche präsent sein möchten, wenden sich an ISF-Wissenschaftler Tobias Heymann.

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