Wirtschaft + Unternehmen

Festo erzielt starkes Umsatzplus

Die Festo Gruppe hat im Geschäftsjahr 2011 den besten Umsatz in ihrer Firmengeschichte verzeichnet. Nach einem starken Jahr 2010 konnte das Unternehmen seinen Weltumsatz 2011 nochmals um 18 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro (Vorjahr 1,8 Milliarden) steigern und seine finanzielle Unabhängigkeit als Familienunternehmen weiter stärken und ausbauen. Die starke Nachfrage kam sowohl aus dem Inland (+ 19 Prozent) und Europa (+ 20 Prozent) als auch aus Asien (+ 15 Prozent) und aus Nord- und Südamerika (plus 14 Prozent). Produktionsunternehmen steigerten insbesondere nach der Krise die Effizienz ihrer Maschinen und Anlagen mit neuen Automatisierungslösungen.

Festo Technologie-Center in Esslingen a. N.

Besondere Wachstumsimpulse, so heißt es, gingen von Kunden in den BRIC-Staaten aus, die in wettbewerbsfähige Automatisierungslösungen investieren, um nach internationalen Qualitätsstandards hoch produktiv zu fertigen. Auch energieeffiziente Lösungen für die grüne Produktion und umweltfreundliche Lösungen für Städte und Metropolen im Bereich Wasser/Abwasser waren gefragt wie nie zuvor. Die strategische Ausrichtung auf die Wachstumsmärkte in Asien und Amerikas, der Ausbau der Prozessautomatisierung im Bereich der Metropolitan Solutions und der Bereiche Elektrische Antriebe und Customer Solutions sowie die Ausrichtung der globalen Supply Chain in Richtung optimaler Marktversorgung in den Wachstumsregionen zahlt sich damit jetzt schon aus. Positiv entwickelte sich auch der Geschäftsbereich Didactic (plus 8 Prozent Umsatzzuwachs).
Die Belegschaft wuchs 2011 weltweit auf 15.500 Mitarbeiter (Vorjahr 14.600), davon sind 7.100 (6.800) in Deutschland und 8.400 (7.800) im Ausland beschäftigt. Das Unternehmen investiert 2011/2012 mit rund 125 Millionen Euro erheblich in den Ausbau seines globalen Entwicklungs-, Produktions- und Logistikverbundes, davon rund die Hälfte an seinen deutschen Standorten. Die F+E-Quote in Deutschland betrug etwa 9 Prozent. Auf der Hannover Messe 2012 präsentiert Festo sich in diesen Tagen unter dem Motto "1 Partner -10x Erfolg" rund 80 Neuheiten für die sichere, intelligente und energieeffiziente Produktion (Hauptstand D07, Halle 15) sowie umweltfreundliche Lösungen für Städte und Metropolen (Bereich Metropolitan Solutions, Stand 23, Halle 26): von Mechatronic Motion Solutions bis hin zur Bionik und Future Concepts für die Arbeitswelten der Zukunft. Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet der Vorstand nach zwei Rekordjahren einen weiteren Zuwachs im Umsatz von 6- 7 Prozent.

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Starke Nachfrage

"Unsere Auftragsbücher sind voll. Wir kommen in den letzten Jahren von einem sehr hohen Umsatzniveau und werden 2012 weiter wachsen. In Summe sind wir seit 2009 um 60 Prozent gewachsen. Ein echter Rekord. Gerade die Eurokrise hat den Druck auf Maschinen- und Anlagenbauer erhöht, noch mehr in wettbewerbsfähige Automationslösungen zu investieren. Daher spüren wir diese starke Nachfrage gerade auch in Europa und insbesondere im Heimatmarkt Deutschland. Zusätzlich sehen wir in den BRIC-Staaten einen wachsenden Bedarf an Automatisierungstechnik, allen voran China. Hier geht der Trend in den Fabriken nun eindeutig in Richtung automatisierter Fertigungsprozesse, was der Automation einen zusätzlichen Wachstumsschub geben wird", erklärte Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender der Festo AG.

Und er ergänzt: "Gerade für Emerging Markets ist die Herausforderung groß. Fachkräfte sind dort rar und das Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte ist sehr unterschiedlich. Wir investieren daher parallel zur Produktentwicklung in der Automation als Weltmarktführer in der industriellen Aus- und Weiterbildung auch nachhaltig in Bildungssysteme, ein Ansatz der uns von unserem Wettbewerb unterscheidet und einmalig macht. Wir werden darüber hinaus intuitiv zu bedienende Produkte entwickeln, die von Menschen in aller Welt einfach in ihrem Arbeitsumfeld eingesetzt werden können", betonte Dr. Veit.

Festo verfolgt eine Zwei-Säulenstrategie eines globalen Produktprogramms "In Asien für Asien" mit einem wachsenden Anteil der Wertschöpfung in Europa. "Wir haben den Ausbau unserer Standorte in den globalen Wachstumsmärkten vorangetrieben, ohne die eine Bedienung der Weltmärkte schon heute nicht mehr möglich wäre. Diese Auslandsinvestitionen haben immer positive Auswirkungen auf unsere Standorte in Deutschland gebracht. Denn in Europa produzieren wir hochautomatisiert und mit hohen Skaleneffekten einzelne Module nach dem Baukastenprinzip, die dann vor Ort regional adaptiert werden", sagte Dr. Veit.

2011/2012 steht Asien mit China im Fokus des Ausbaus. "Die Kunden in Asien erwarten denselben Service und exzellente Belieferung, wie man das von uns aus Europa kennt", hob Dr. Veit hervor. "In China bauen wir unsere Vertriebs-, Produktions- und Logistikkapazitäten aus. Mit 42 Servicecentern in allen Landesteilen, einem großen Werk in Jinan für die regionale Marktversorgung und einer Vertriebsgesellschaft in Schanghai betreuen wir jetzt schon 13.000 internationale und chinesische Kunden", verdeutlichte Dr. Veit.

Ausbau der deutschen Standorte

Im Rahmen einer nachhaltigen Standortstrategie soll die Firmenzentrale in Esslingen mit ihren technologischen Kompetenzfeldern in den nächsten Jahren zum Hochtechnologiestandort für Forschung und Entwicklung und die Zentralfunktionen für die gesamte Festo Gruppe ausgebaut werden.

"Unsere Unternehmensstrategie sieht den massiven Ausbau von Zukunftsfeldern, wie System- und kundenspezifischen Lösungen designed by Festo, elektrische Antriebe und Prozessautomation vor. Unser Hightech-Standort soll unser zukünftiges geplantes weltweites Wachstum vom Stammsitz in Esslingen aus mit Zentralfunktionen mit voller Kraft unterstützen. Auf den zukünftig geplanten Flächen entstehen neue Arbeitswelten, insbesondere für unser zunehmendes komplexes Projektgeschäft. Aber auch zusätzliche Laborarbeitsplätze und mehr Raum für die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen bei High-Tech-Clustern und Forschungskooperationen werden damit realisierbar", erläuterte Dr. Veit.

Die deutschen Global Production Centre (GPC) werden in den nächsten Jahren hochautomatisiert zu modernsten Technologiefabriken ausgebaut. Im GPC Rohrbach im Saarland als Leitwerk für die Zylinderfertigung entsteht ein Erweiterungsbau, um neben pneumatischen Antrieben für die wachsenden Bereiche Elektrischen Antriebe sowie Prozessautomatisierung zu produzieren. Die Fertigung, Montage und Logistik am Stammsitz in Esslingen wird an den nahegelegenen Standort Scharnhausen verlegt. Dort entsteht ein neuer Gebäudekomplex mit neuer Technikzentrale, dem Neubau eines Hochregallagers und hochinnovativen Produktionsflächen. "Mit diesen Investitionen schaffen wir die Voraussetzungen für eine kooperative Technologie- und Produktentwicklung, modernste Fertigung und optimierte Prozesse, was nochmals die Effizienz steigern und die Produkteinführungszeit (Time-to-market) verkürzen wird", hob Dr. Veit hervor.

Ausblick: Riesiger Bedarf

"Neue Technologien müssen drängende Probleme lösen. Ich nenne nur die Stichworte Energieeffizienz, regenerative Energiequellen, Elektromobilität, Welternährung, Wasserknappheit, effiziente und ressourcenschonenden Produktion. Hier sind wir als Unternehmen gefordert. Hier können wir als Partner der produzierenden Unternehmen und von Städten und Metropolen einen großen Beitrag für nachhaltige Prozesse leisten. Und die Herstellung von Produkten muss immer flexibler sein. Wir brauchen die atmende adaptive Fabrik, um auf die extremen Veränderungen der internationalen Märkte in Zukunft noch besser und schneller reagieren zu können. Dabei dürfen wir die Menschen nicht vergessen. Das heißt erfolgreich sein werden wir nur dann, wenn wir Technik, Wissensmanagement, Qualifizierung und Services optimal auf einander abstimmen", sagte Dr. Veit und gab einen Ausblick auf das künftige Wachstum:

"Wir rechnen mit einem Wachstum zwischen 6 und 7 Prozent. Wir wollen weltweit wachsen, an allen Standorten und auch ganz intensiv in Deutschland. Gerade Deutschland wird auch in den kommenden Jahren das Rückgrat für den europäischen Maschinenbau bleiben. Darüber hinaus wollen wir in den boomenden Märkten in Asien wachsen. Wir sehen uns als Lösungsanbieter im gesamten Bereich der Fabrik- und Prozessautomatisierung. Große Chancen sehen wir z.B. in den Bereichen Metropolitan Solutions mit Schwerpunkt Wasser/Abwasser, allen Branchen rund um das Thema Welternährung, wie z.B. Nahrungsmittel und Getränke, auch Biotech/Pharma und natürlich Automotive, um nur einige zu nennen." kf

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