Eine Frage noch

Schlagkräftig agieren

Nach einer Studie der Aberdeen Group lassen sich die Kosten, die durch interne und externe Fehler entstehen, um mehr als 50 Prozent reduzieren, wenn Product Lifecycle Management (PLM) und Qualitätsmanagement zusammenarbeiten. SCOPE-Chefredakteuer Hajo Stotz sprach mit Urban August, Senior Vice President and Managing Director von Siemens PLM, mit welchen Lösungen den Anwendern am meisten geholfen ist.

Urban August, Senior Vice President and Managing Director von Siemens PLM.

SCOPE: Herr August, Siemens PLM Software erzielte im letzten Jahr im deutschen Markt ein zweistelliges Wachstum - welche Branche hat da die Softwarelösungen von Siemens entdeckt?

August: Erfreulicherweise waren und sind wir in Deutschland vor allem im Maschinenbau und in der Automobilindustrie sehr erfolgreich unterwegs. Das Interesse an unseren Lösungen ist in allen Maschinenbaubereichen - vom Anlagenbau bis zu den Werkzeugmaschinenherstellern - recht groß.

SCOPE: Und welche Lösungen sind dabei besonders gefragt?

August: Stark nachgefragt werden hauptsächlich unsere PLM-Lösung Teamcenter sowie die Themen Datenbackbone und Anforderungsmanagement. Auch das Thema Globalisierung ist ein starker Treiber. Dabei stehen die Unternehmen vor der Herausforderung, weltweit verteilt zu entwickeln und zu konstruieren. Das sind momentan die Themen, die unsere Kunden besonders bewegen.

SCOPE: Welche Rolle spielt der Name Siemens bei dem Erfolg?

August: Der Name UGS war zumindest in Deutschland bei weitem nicht so bekannt. Und der Maschinenbau - auch das ist eine seiner Eigenheiten - möchte Nachhaltigkeit. Mit dem Namen Siemens ist Nachhaltigkeit verbunden. Das hilft uns sicher auch bei den Entscheidungsprozessen der Kunden.

SCOPE: Lohnt sich denn für kleine und mittelständische Unternehmen eine PLM-Lösung überhaupt?

August: Gerade kleineren und mittelständischen Unternehmen bietet eine PLM-Lösung viele Vorteile, um ihre Wertschöpfungskette zu optimieren. Denn auf Grund ihrer Größe sind sie oft besser in der Lage, flexibel, zeitnah und in kleineren, schlagkräftigen Teams zu agieren. Daher können sie Produkte vielfach schneller entwickeln und auf den Markt bringen. Integrierte PLM-Lösungen helfen den räumlich verteilten Projektgruppen in der engen Zusammenarbeit. Und die CAD-Integration unterstützt mittelständische Unternehmen auch dabei, in der Zusammenarbeit mit Kunden und Zulieferern noch wettbewerbsfähiger zu werden.

SCOPE: Mit dem Erwerb der IBS AG hat Siemens PLM sein Portfolio im Bereich Qualitätsmanagement erweitert. Zur Hannover Messe haben Sie nun eine Software für Qualitäts-Management vorgestellt. Darüber hinaus präsentierten Sie sogenannte CAPA-Prozesse, also Qualitätssicherungsmassnahmen. Können Sie kurz beschreiben, wo die Vorteile der Lösungen für den Anwender liegen?

August: Bei CAPA geht es vor allem darum, die Ursachen für Defekte, Produktversagen und Kundenbeschwerden möglichst rasch und wiederholungsfrei zu beseitigen. Die neue Software-Lösung ist in Teamcenter integriert, wird also innerhalb des PLM-Bereichs verwaltet. Qualitätsmanagement ist häufig ein formloser, unzusammenhängender Prozess und wird normalerweise außerhalb des PLM-Bereichs verwaltet. Qualitätsmanager haben meist keinen Einblick in die Anforderungen der Produktion und die Herstellungsprozesse. Dadurch wird es schwierig, die Qualität effektiv und vorausschauend zu sichern. Teamcenter verbindet Daten aus der Produktion und dem Qualitätsmanagement und bietet Herstellern so unternehmensweiten Überblick über Probleme in diesem Bereich. Mit Teamcenter lassen sich Schwierigkeiten schneller beheben. So verringern produzierende Unternehmen das Fehlerrisiko und können ihre Qualität effizient sichern. Eine Studie weist nach, dass die Kooperation von PLM und Qualitätsmanagement die Fehlerkosten um bis zu 50 Prozent verringern kann.

Anzeige
  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

IT/OT Integration Summit 2026

Factory-X in der Praxis

Wie lassen sich Rüstprozesse in hochvarianten Fertigungen effizient automatisieren? Markus Benndorff von soffico zeigt, wie Factory-X, industrielle Datenräume und modulare Architekturen neue Möglichkeiten für flexible Produktionskonzepte schaffen.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren